Nasse Angelegenheiten
May 22 in Botswana
☀️ 25 °C
Guhuten Mohorgähn allesamt,
Hier ist Charlotte am Freitag.
War mal schön, bis sieben zu pennen. Die Nacht wurde eingeläutet von Donnergrollen. Na ein Glück, dass unser Aussentermin schon ein Tag vorher stattfand. Es regnete mächtig in dieser Nacht, alles tropfnass, als wir unter unserer Decke hervorlugten. Ein Drongo beglückte uns mit seinem morgendlichen Gepiepse und die Lechwe Schritten den Appell an unserer Terrasse ab. Sie schienen nicht zu schnuppern, dass sich Hyänen des nächtens hier rumgetrieben haben. Igitt wie ungemütlich. Die anderen sind noch mal los, wir bevorzugen entspannteres Reisen. Man muss ihnen lassen, dass man auf seiner ersten Safari jede Minute nutzt. Wär auch schön blöd, aus LA um die halbe Welt zu fliegen zum Auspennen. Den Nightdrive und den Morgenspaziergang haben die Konstanzler nicht nur wegen des Regens abgesagt, die Cocktailstunde von gestern hallte noch nach.
Wir nesteln uns so durch, stopfen Altes und Gebrauchtes, Neues und Frisches in die Taschen, wohlwissend, dass keiner mehr wiegen tut. Jetzt wär’s doof für uns….
Wir verabschieden uns, lassen reichlich Trinkgeld für die Meute da, die einen sehr vorzeigbaren Job gemeinsam abliefern und machen uns auf die Flossen. Was nicht da war, war das Flugzeug. Wir bibberten eine Weile, nicht vor Angst sondern Kälte. Haben ja keinen Anschlussflug. Dann schimmerten die weißen Tragflächen durch den wolkenverhangenen Himmel und eine kleine hübsche Pilotin mit Zahnspange sammelte uns auf. Wenn Holger ne Stempelkarte hätte, wäre er jetzt schon Vielflieger. Ähnlich wie mit dem Bus hopsten wir von Airstrip zu Airstrip und luden Leute aus und ein. Guides, Arbeiter, Touristen. Bei den einen waren die Koffer samt Auto im Modder steckengeblieben. Also hieß es wieder warten. Kerstin gabelte einen Mann auf im Abercrombie& Kent Outfit. Der alte weise Mann strahlte Ruhe und Wissen aus. Ein erfahrener Guide, wie wir das von unseren Kenianischen Betreuern kennen.
Wir sollten das ganze Delta einmal schräg überfliegen und die Ausmaße der Flut erkennen können. Es ist überwältigend, was man wahrnimmt. Am Anfang ist eine Termite. Die fangen an, einen Hügel zu bauen. Nach zwei Jahren ist der so groß wie ein Fußball. Na immerhin. Wenn sie nach langer Zeit immer größeren Halt bieten, kommen die Elefanten vorbei. Ihr Dung ist bekanntlich nicht nur gut für Kerstins Lieblingsschreibpapier sondern enthält die Sämereien aller vertilgten Pflanzen. Dann fängts an, zu wachsen. Dann kommen andere Tiere und nach und nach entstehen Erhebungen, die irgendwann mal nicht mehr von der Regenzeit-Flut überspült werden. Es entstehen Inselchen und später Inseln , dazwischen Sumpf und Wasserwege. Gut zu sehen aus dem Flieger, wie die Hippos, also meine ganze große Familie, die Kanäle kreuz und quer ziehen und freihalten. Ja ja, jeder ist nicht nur zum Beglotzen hier sondern hat eine wichtige Aufgabe im Ökosystem. Am Ende kommen die Geier und putzen alles weg.
Das Wasser ist länger hoch als sonst, es wird länger grün sein, die Tiere freut‘s!
Jahrelang trockengefallene Flussbetten führen wieder Wasser und der Regen macht heute, dass es an der Landebahn nicht staubt. Hat auch was.
Wir beobachten Lechweherden, wie sie durch das flache Wasser panschen, sehen aufblitzende Stoßzähne von wandernden Dickhäutern, lachen über das vollgeschmadderte Flugzeug. Schlammcatchen. Glänzende Hipporücken ragen aus dem Wasser und mit den Adlern fliegen wir auf Augenhöhe. Grad noch ein Schlangenadler zum Abschied gegrüßt, ziehen Schwärme weißer Kuhreiher zum Arbeiten. Zu tun gibt’s immer was, wo Büffel leben. Kein Wunder, dass man das hier ein Weltwunder nennt.
Die Gnus stehen hier gut im Futter und endlich gibt’s ein Warzenschwein zu sehen, dass sich durch Fluglärm nicht aus der Ruhe bringen lässt. Ein Airstrip unter Wasser und was sich wie eine Libelle fürs Auge ausmacht, entpuppt sich als Helikopter, weit unter unseren Gummirädern. Kann man Rundflüge machen für 1000$. Pro Nase versteht sich. Im nächsten Leben kauf ich mir einen Hubschrauber ! Die Wasserwege schlängeln sich endlos dahi……rch rch rch.
Augen auf und alles sieht anders aus. Riesige Waldflächen breiten sich unter uns aus. Fahrwege, wie mit dem Lineal gezogen. Eine Straße entlang des Flussufers, das sich viel weiter ausbreitet, als die Warnow. Mit Inseln versehen und schlängelnd wie ein dicker Drachenschwanz. Chobe River.
Wir fliegen nach Kasane. Dort kommen ein paar Dinge zusammen und wir vier noch hinzu. Der Chobe fließt in den Sambesi, Botswana und Namibia, Sambia und Simbabwe treffen hier aufeinander. Ich sag’s Euch, passt auf, durch welches Tor Ihr hier geht!!
Dann geht die Klappe vom Flugzeug auf. Wärme durchzieht mein Pelzchen und trockene Luft streift durch die Mützen. Auf geht’s ins nächste Abenteuer.
Auweia.
Die Tante an der Einreisestelle hat gemeckert, weil das Visum schon unterschrieben war. Doch sie ließ Gnade walten und uns an Bord.
Chobe Princess III wird unser Zuhause für vier Tage. Dann sammeln sie die Passagiere zusammen. Die UNO würde sich freuen!! Eine Kanadierin, die in Sydney lebt und mit den Fernglas Kreuzfahrtschiffe ausspäht. Ein junges Pärchen aus Nebraska, die sich für ihren Regierungsschef im Vorhinein entschuldigen und dann noch, außer uns, ein Paar aus Johannesburg. Mehr Welt geht nicht. Zusammengerauft und gut eingegroovt. Bombe! Wir schippern über den Fluss und hatten nach dem kalten Morgen nun Hitzestau. Jetzt die Bomben: vier aus Sieben sind Vogelkundler und drei sind Angler.
Das kann ja lustig werden. Ein spätes verschnattertes weiniges Lunch und zur Strafe müssen wir gleich ins Boot hüpfen. Nicht, dass das hier so weitergeht mit dem Gehetze 😂😂😂uns gefällt es mordsmässig und es ist sonnig angenehm.
Von der Kabinentür ins Boot sind es ungefähr…..fünf Meter… Ha. Elefanten zugeschaut, wie sie den Fluss queren, Vögeleien unzählig und Handtaschenmaterial für ein großes Geschäft, also Krokodile. Das scheint ganz lustig zu werden und wir freuen uns auf die Relaxtage. Das Netz ist wieder mal gar nicht nach unserem Geschmack, aber was soll’s…. Habt ein feines Wochenende, wir lesen uns!
Eure CharlotteRead more














TravelerÜber den Regen werden die Einheimischen sich sehr gefreut haben.Danach war es ja wieder warm.Das müsst ihr alles mit erleben freut euch.Weiter so.LG
TravelerDas klingt ja nach entspannten Tagen , genießt es 😘
TravelerWir wünschen euch für die restlichen Tage Entspannung und noch schöne Erlebnisse. 🙂