• Elefantastischer Sonntag

    May 24 in Botswana ⛅ 27 °C

    Hallo Ihr Pfingstrosen und alle, die Blumen lieben,
    Hier schreibt Eure Charlotte!
    Was soll ich Euch sagen….Nach einem köstlichen Abendessen, das Edgar der Koch gezaubert hatte, verdauten wir bei einem Gin Tonic und dem Fußball-Livechat. Kerstin lenkte eine Trumpdiskussion mit der Frage nach dem Weihnachtsbaum in entspanntere Gefilde und nun kennen wir das amerikanische Gesundheitssystem, wissen, wie der australische Ministerpräsident performt und der junge Trudot nicht, warum Johannesburg nicht die beste Stadt zum Leben ist und wie cool Kreuzfahrt ist. Eben alles, was man so wissen muss.
    Unser Fenster mit der Fliegengaze endet einen Meter über der Wasserlinie, deshalb dürfen wir da nicht ran, Pferd und ich. Müssen aus sicherer Distanz alles beobachten, was da draußen rumschwirrt und planscht und grunzt und plätschert.
    Ist vielleicht auch gut so. Stellt Euch vor, man lehnt sich raus und schnapp sind die Krokos da und haben einen am Wickel….
    Wir lassen den Fröstelausflug um sechs fahren und drehen uns noch mal um. Dann gibt es wieder fürstliches Sonntagsfrühstück mit Eiern und so. Pfingsten kennen die andren nicht und weil wir keine Kirchensteuer zahlen, fühlen wir uns zu Erklärungen auch nicht berufen.
    Komisch dass, nachdem unsere Menschen den Besuch im Dorf mit den Souvenirständen abgewählt hatten, auch die anderen keine Lust mehr hatten. Wir haben ja nun echt genug Volksgesängen und -tänzen beigewohnt, mehr Andenken als aus dem Moskau - Urlaub erstanden und fühlen uns nicht unwohl bei dieser Entscheidung. Keiner wollte unhöflich sein, aber dann gab’s einen kollektiv beschlossenen Bootsausflug entlang des Chobe - Ufers. Und das war gut so! Neben neuen Vogelarten, wie dem Glanzibis und einem schicken Habicht zählten wir alte Bekannte. Löffler und Reiher putzten ihre weißen und grauen Gefieder, der Nimmersattstorch verschwand bis zum Halsansatz im Modder, um Delikatessen zu finden. Kudus grasten am Hang und eine Hundertschaft Enten liess sich nicht zum Abflug bewegen. Die kleinen Stelzenvögel lärmten und wurden nur von den Adlerrufen übertönt. Deren Absender flogen so hoch, dass das Auge sie fast nicht mehr erfassen konnte.
    Ein Elefant betrank sich im seichten Wasser und was anfangs wie leises Rascheln begann, endete in einer wahrlichen Orgie einer Elefantenherde. Wie bei den Menschen auch, alberten hier die Kinder am meisten. Pusteten und prusteten mit ihren Minirüsseln und schubsten sich gegenseitig im Wasser. Dann kam die Chefin und führte ihre Truppe nah unseres Bootes durch den Fluss. Ein elefantöser Anblick sag ich Euch. Meinen Familienmitgliedern ging der Bootsführer lieber aus dem Weg, weil sie bissl aggro sein sollen. Ich konnte zwar keinen Beweis dafür finden, aber seis drum. Hm, es gab Quiche zum Mittagessen und Hackfleischauflauf, dazu schmeckt Holger ein Whisky - er wollte seine Sichtungen würdigen. Grad von der Tischkante weg, setzte sich unser Zuhause in Bewegung, um gleich darauf wieder gezielt in die Böschung zu fahren. Der Kapitän wollte uns am Anblick von 25 Giraffen auf einen Streich teilhaben lassen. Die andern acht Langhälse hatte Holger mit seinem Bluetooth- Lautsprecher vertrieben, aus dem Hippolaute drangen. Die Hippos, allesamt auf einen Sonnenbrand aus auf ihrem Erdhügel, hoben nicht mal den Kopf….
    Von so was kann man gar nicht genug bekommen, sag ich Euch….
    Jetzt segeln wir mal zwei Stunden so rum und dann werden noch mal die Angelrouten ausgepackt bis zum Sonnenuntergang.
    Petri Heil sag ich mal und bis später!
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