• Tag 20 – Kanazawa – Schnee, schöne Gärten

    March 8 in Japan ⋅ ☁️ 5 °C

    Wettertechnisch bot dieser Tag wirklich alles: Schneegestöber, Sonnenschein und zwischendurch ein wenig Regen – ein ständiges Hin und Her. Wir hatten aber Glück, denn man sagt, dass Kanazawa eine der Städte in Japan ist, in denen es am meisten regnet. Ein Sprichwort sagt sogar: „Den Mittagslunch darf man daheim vergessen, aber ja nicht den Regenschirm.“

    Zuerst besuchten wir den wunderschönen Kenrokuen Garden, der zu den drei berühmtesten Landschaftsgärten Japans gehört. Der Garten stammt ursprünglich aus der Edo-Zeit und wurde über viele Generationen hinweg von den Maeda-Fürsten gestaltet. Er vereint die sechs klassischen Eigenschaften eines perfekten Gartens – Weite, Abgeschiedenheit, kunstvolle Gestaltung, Wasser, Aussicht und historische Elemente.

    Danach gingen wir zum Kanazawa Castle und dem weitläufigen Park rund um die Anlage. Die Burg war einst der Sitz der mächtigen Maeda-Familie, die über die Region Kaga herrschte. Viele Gebäude wurden in den letzten Jahren originalgetreu rekonstruiert, sodass man heute einen guten Eindruck davon bekommt, wie imposant die Anlage früher gewesen sein muss. Hinter dem Schloss liegt der Gyokusen-inmaru Garden, ein elegant angelegter Daimyō-Garten mit Teichen, geschwungenen Wegen und kunstvoll gestalteten Hängen, der ursprünglich als privater Garten der Feudalherren diente.

    Anschliessend besuchten wir das ehemalige Samurai-Viertel Nagamachi. Dort sind noch mehrere traditionelle Häuser, enge Gassen und Lehmwände erhalten, die einen schönen Eindruck vom Leben der Samurai in der Edo-Zeit vermitteln. Besonders spannend war der Besuch im Nomura Samurai House. Natürlich mussten wir zuerst die Schuhe ausziehen, zum Leidwesen von Roger. Das Haus ist liebevoll erhalten und zeigt, wie eine wohlhabende Samurai-Familie lebte: mit Tatami-Räumen, einem Raum für Teezeremonien, einem kleinen, perfekt angelegten Innenhofgarten und zahlreichen Artefakten wie Rüstungen, Schriftrollen und Alltagsgegenständen aus der Edo-Zeit. Ein faszinierender Blick in eine längst vergangene Welt.
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