• Tag 21 – Rückfahrt nach Tokio 🚄

    March 9 in Japan ⋅ ☁️ 12 °C

    Heute geht’s mit dem Shinkansen wieder zurück nach Tokio – natürlich wie immer total geordnet. Pünktlich, ruhig, sauber… eigentlich so, wie man sich Zugfahren immer wünscht. Wir übernachten nochmals im Hotel Shiba Park.

    Auf der Fahrt und generell in Japan fallen mir noch ein paar Dinge auf, die wir bisher gar nicht so richtig erwähnt haben. Zum Beispiel, wie unglaublich behindertengerecht hier alles gebaut ist. Fast jedes Trottoir hat diese gelben Bodenmarkierungen für Sehbehinderte. In Bahnhöfen, Zügen und öffentlichen Gebäuden ist vieles zusätzlich in Braille-Schrift angeschrieben – sogar in der Toilette des Shinkansen (siehe Foto). Für Menschen mit Gehbehinderung gibt es praktisch überall Lifte oder Rolltreppen. Man merkt einfach: hier wird wirklich mitgedacht.

    Überhaupt ist vieles erstaunlich kindlich oder verspielt gestaltet. Hydranten, Briefkästen oder Hinweisschilder sind oft bunt bemalt oder haben kleine Figuren drauf – und trotzdem wirkt alles sehr ordentlich. Irgendwie eine Mischung aus Hightech, Disziplin und Kindergarten-Charme.

    Was uns ebenfalls aufgefallen ist: An unglaublich vielen Handtaschen hängen kleine Figürchen oder Plüschanhänger – Glücksbringer oder sogenannte Nuikatsu. Die baumeln auch an Handyhüllen oder Rucksäcken. Und zwar nicht nur bei jungen Leuten, sondern genauso bei älteren Damen und Herren. Das wirkt gleichzeitig niedlich und sehr typisch japanisch.

    Ein weiteres Detail, das uns aufgefallen ist: Viele Leute tragen eher etwas zu grosse Schuhe. Anscheinend hat das auch mit der japanischen Gewohnheit zu tun, die Schuhe ständig auszuziehen – in Restaurants, Tempeln, Hotels oder manchmal sogar in gewissen Geschäften. In etwas zu grosse Schuhe kann man danach einfach schneller wieder hineinschlüpfen. Praktisch gedacht also.

    Auch der Kleidungsstil der Menschen ist extrem vielfältig. Man sieht viel Tüll, Schleifchen, ausgefallene Kombinationen und oft sehr hohe Plateauschuhe, die fast ein bisschen an Kampfstiefel erinnern. Manchmal wird so etwas sogar ganz selbstverständlich zu einem Spitzenrock getragen. Insgesamt scheint hier modisch fast alles erlaubt zu sein.

    Unser Japan-Fazit nach diesen Wochen:

    Die Sauberkeit ist wirklich beeindruckend. Bis in den letzten Winkel ist alles gepflegt – und das, obwohl es nirgends öffentliche Abfalleimer gibt. Trotzdem liegt praktisch kein Müll herum. Offenbar funktioniert das hier einfach, weil sich alle an die Regeln halten.

    Auch die Autos sehen aus, als kämen sie gerade frisch aus der Waschanlage – überall blitzblank.

    Spannend finden wir auch, wie selbstverständlich hier Religion gelebt wird. Shintoismus und Buddhismus existieren friedlich nebeneinander. Es gibt unzählige Schreine und Tempel, und viele Japaner fühlen sich beiden Religionen gleichzeitig verbunden.

    Landschaftlich – zumindest von dem kleinen Teil Japans, den wir gesehen haben – fanden wir es ehrlich gesagt nicht extrem spektakulär. Schön, aber nicht unbedingt aussergewöhnlich.

    Was uns aber sicher in Erinnerung bleibt: diese unglaubliche Ordnung, die Höflichkeit der Menschen und diese eigenartige Mischung aus Effizienz, Ruhe und manchmal fast schon niedlicher Verspieltheit.

    Und ja… auch Roger hat es ernährungstechnisch überlebt. Das ist definitiv ein Erfolg. 😄
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