• Tag 27 - Huế

    15 marzo, Vietnam ⋅ ☀️ 26 °C

    Wir übernachten im sagenumwobenen Hotel Saigon Morin. In diesem traditionsreichen Hotel verbrachte sogar Charlie Chaplin im Jahr 1936 einige Tage seiner Hochzeitsreise mit seiner damaligen Ehefrau. Wenn man durch das Gebäude läuft, hat man fast das Gefühl, ein wenig Geschichte zu spüren.

    Nach einem guten Frühstück machen wir uns mit unserem Guide Tai auf den Weg zur Kaiserzitadelle von Huế. Der riesige und beeindruckende Komplex aus Palästen, Tempeln und Toren war einst Sitz der Nguyen-Dynastie – der letzten Kaiserfamilie Vietnams. Erbaut Anfang des 19. Jahrhunderts unter Kaiser Gia Long, verbindet die Anlage auf eindrucksvolle Weise traditionelle vietnamesische Architektur mit kaiserlicher Pracht. Beim Durchschreiten der alten Tore kann man sich gut vorstellen, wie hier früher das Leben am kaiserlichen Hof gewesen sein muss.

    Anschließend fahren wir zur Thien Mu Pagode, einem historischen buddhistischen Tempel am Ufer des Parfümflusses. Sie gilt als das Symbol von Huế und gehört zu den ältesten und bedeutendsten religiösen Stätten Vietnams. Zwischen ruhigen Gärten, eleganten Statuen und jahrhundertealten Bonsai-Bäumen herrscht eine friedliche, fast meditative Atmosphäre – ein Ort, an dem man automatisch langsamer wird.

    Auf dem Weg zum Minh-Mang-Grab fahren wir durch ein kleines Dorf, in dem die in Vietnam allgegenwärtigen Räucherstäbchen noch immer von Hand hergestellt werden. Die bunten Bündel der Stäbchen liegen überall zum Trocknen aus und ergeben ein richtig schönes Bild. Ich durfte sogar selbst einmal versuchen, ein Räucherstäbchen zu rollen – gar nicht so einfach, wie es aussieht. Aber tatsächlich: Mein erstes eigenes Stäbchen ist mir gelungen. Ein kleiner Moment, der richtig Spaß gemacht hat.

    Zum Abschluss unserer Besichtigung besuchen wir noch das Minh-Mang-Grab. Der weitläufige Mausoleumskomplex liegt auf einem malerischen Hügel mit Blick auf den Parfümfluss. Alles wirkt hier harmonisch und perfekt angeordnet – Wege, Teiche, Tore und Tempel bilden eine beeindruckende Symmetrie. Die ruhige Landschaft und die besondere Stimmung machen diesen Ort zu einem der schönsten Beispiele der Architektur der Nguyen-Dynastie.

    Anschliessend gehen wir zusammen mit Tai einen Lunch essen. Wir geniessen das vietnamesiche Essen.

    Nach unserer Rückkehr ins Hotel gönne ich mir noch eine entspannende Massage. Das war wirklich super wohltuend und genau das Richtige nach diesem erlebnisreichen Tag.

    Am Abend machten wir noch einen gemütlichen Spaziergang entlang des Parfümfluss. Seinen poetischen Namen soll der Fluss daher haben, dass früher im Herbst Blüten und aromatische Pflanzen aus den Wäldern der Berge in das Wasser fielen und der Fluss dadurch angenehm duftete – daher der Name „Parfümfluss“.
    Der Parfümfluss (vietnamesisch: Huong River) ist nur etwa 80 Kilometer lang. Er entspringt in den Trường-Sơn-Bergen westlich von Huế, fließt dann durch die Stadt und mündet schließlich in eine Lagune, die mit dem Südchinesischen Meer verbunden ist. Der Abschnitt, der durch Huế führt und den man als Besucher sieht, ist natürlich nur ein kleiner Teil davon – aber landschaftlich einer der schönsten. 🌿

    Danach suchten wir uns ein kleines vietnamesisches Restaurant aus. Eine sehr freundliche Angestellte half uns nicht nur bei der Auswahl aus der Speisekarte, sondern erklärte uns auch geduldig, wie man die einzelnen Gerichte eigentlich isst. Mit ihrer Hilfe wagten wir uns an alles heran – und es hat erstaunlich gut funktioniert. Ohne ihre Unterstützung hätten wir vermutlich nicht einmal halb so elegant gegessen. 😄

    Es war insgesamt ein wunderschöner Tag – und überraschend entspannt. Es sind nicht allzu viele Touristen unterwegs, und Huế wirkt deutlich ruhiger als Hanoi. Die Stadt hat ein ganz eigenes Tempo: gemächlicher, gelassener. Fast so, als würde die Zeit hier ein wenig langsamer vergehen.
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