Tag 28 - Von Huế nach Hội An
16. marts, Vietnam ⋅ ☀️ 26 °C
Der Tag beginnt vielversprechend – mit einem richtig guten Frühstück in Huế. Gestärkt und voller Tatendrang verlassen wir die alte Kaiserstadt und machen uns auf den Weg Richtung Hội An. Die Strecke ist eigentlich nur etwa 140 km lang… aber in Vietnam ist Entfernung bekanntlich eher eine philosophische Angabe als eine zeitliche.
Unser erstes großes Ziel: der legendäre Hải Vân Pass. Eine der berühmtesten Passstraßen des Landes, mit spektakulären Blicken über Meer, Berge und Lagunen. In der Theorie zumindest. In der Praxis hängen wir mitten in einer dicken Wolkensuppe. Regen, Nebel, graue Aussicht. Kurz gesagt: Wir wissen, dass die Landschaft grandios sein muss – wir sehen sie nur leider nicht.
Weiter geht es Richtung Da Nang, wo wir einen Stopp bei den Marble Mountains einlegen – einer Ansammlung von fünf Marmor- und Kalksteinhügeln. Jeder Hügel steht für eines der fünf Elemente der traditionellen vietnamesischen Philosophie:
Thủy (Wasser), Mộc (Holz), Hỏa (Feuer), Kim (Metall) und Thổ (Erde).
In den Bergen verstecken sich Höhlen, Grotten, Pagoden und kleine Schreine – eine Mischung aus Natur, Spiritualität und Abenteuer-Spielplatz.
Ich nehme die sportliche Variante und erklimme den Gipfel über rund 100 Treppenstufen. Wobei „Stufen“ hier ein großzügiger Begriff ist: manche kniehoch, wenige sind flach, manche schief – ein bisschen wie ein architektonisches Experiment. Oben wartet normalerweise ein spektakulärer Blick über die Landschaft. Heute allerdings: leichter Dunst d.h. man muss sich die Aussicht ein wenig vorstellen.
Statt die Aussicht zu geniessen, erkunde ich mit unserem Guide Tai das unterirdische Labyrinth aus Höhlen und Tunneln. Teilweise riesige Grotten, teilweise enge Gänge – ein richtiges Netzwerk im Inneren des Berges. Ohne Guide würde man vermutlich irgendwann in einer Höhle landen und erst Jahre später wieder herausfinden.
Nach so viel Kultur und Bewegung folgt ein kulinarischer Höhepunkt: ein Sandwich, das laut Tai "das beste in ganz Vietnam" sein soll. Große Worte – aber ehrlich gesagt: Er könnte recht haben. Knuspriges Brot, frische Zutaten, perfekte Mischung. Wenn es eine Rangliste für Weltklasse-Sandwiches gibt, hat dieses definitiv einen Platz auf dem Podium verdient.
Danach fahren wir weiter nach Hội An, checken im Hotel ein und schlendern noch ein wenig durch die wunderschöne Altstadt mit ihren Laternen, kleinen Gassen und alten Häusern.
Und die Moral des Tages: Obwohl wir nur etwa 140 km unterwegs waren, brauchen wir über "3,5 Stunden reine Fahrzeit". Der Verkehr in Vietnam ist… sagen wir diplomatisch… eine eigene Wissenschaft. Regeln existieren zwar – aber eher als grobe Inspiration.
Kurz gesagt:
Ein Tag mit Nebel auf dem Pass, schiefen Treppen im Marmorberg, unterirdischen Höhlenabenteuern und einem Sandwich, das wahrscheinlich einen eigenen Wikipedia-Eintrag verdient hätte.Læs mere


















Rejsende
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