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  • Day28

    Grampians National Park

    October 31, 2016 in Australia ⋅ 🌙 8 °C

    Mount Gambier – Hamilton – Grampians = Gariwerd
    Wir starten voller Energie in den Tag: obwohl es wieder Aprilwetter ist, machen wir uns auf in die Grampians, einem gebirgigen Nationalpark der bereits vor 22‘000 Jahren von Aboriginals bewohnt wurde. Wir stellen uns vor, dass die Ureinwohner Diprotodons und riesige Kängurus und Koalas erlegt und diese über dem Feuer gegrillt und verspeist haben. Im Park hat es über 100 Felsenzeichnungen, die meist unter Felsüberhängen zu finden sind und Victorias bedeutendste Fundstätte der Ureinwohner darstellen.

    Wir lassen das Morgenessen sausen und entscheiden uns, sofort loszufahren. Zum Glück windet es nicht so stark und die Strassen sind schnurgerade, sodass Tanja heute ebenfalls ein paar Kilometer fährt. Im herzigen, überschaubaren Städtchen Hamilton machen wir einen Stopp und essen in einem netten Café Zmittag. Nach dem Lesen der neusten News („Mord in Melbourne?“, „Clinton vs. Trump“ und „Tod am Arbeitsplatz“) und dem obligatorischen Kaffee machen wir uns auf die Weiterfahrt. Es windet nun wieder heftiger und regnet zwischendurch immer mal wieder, was unserer guten Laune aber nichts anhaben kann. Evergreens singend und die Landschaft bewundernd fahren wir in den Nationalpark.

    Unser erster Halt ist das Brambuk Cultural Center, wo wir Einblick in Kultur und Geschichte des hiesigen Aboriginal-Stammes der Koori erhalten. Wir lernen die sechs Jahreszeiten der fünf Clans und Bunjil, den Schöpfer kennen, lesen von grossen Treffen ähnlich der Landsgemeinden im Appenzell oder Glarus und erfahren, wie die Koori das Australian Football beeinflusst haben und dies immer noch tun. Wir erfahren auch, dass Ureinwohner in Australien nach wie vor eine um 17 Jahre niedrigere Lebenserwartung haben als weisse Australier und dass dies mit dem massiv schlechteren sozio-ökonomischen Status der Aboriginals zusammenhängt. Wir lesen von der Vertreibung der Aboriginals aus ihrem angestammten Land und staunen über die unterschiedlichen Biografien einiger Stammesangehörigen. Ausgestattet mit zwei Wanderkarten checken wir in unserem Nachtquartier ein, um uns nach einer kurzen Pause mit Spaghetti und Tee auf Entdeckungstour zu machen. Wir staunen ab den vielen Kängurus, die meist unvermutet über die Strasse hüpfen.

    Beim Boroka-Lookout und später bei den Balconies erwarten uns atemberaubende Aussichten über das ganze Tal – und das bei Sonnenuntergang. Auch die McKenzie-Falls rauschen beeindruckend unter uns – wobei wir leider nicht ganz zu ihnen gelangen, da ein Stück des Weges abgesperrt ist. Vor ein paar Jahren hat ein riesiges Buschfeuer in grossen Teilen der Grampians einige Wege unzugänglich gemacht und die Natur ist sich immer noch am Regenerieren. Als es bereits am Eindunkeln ist, machen wir uns auf den Weg zurück zum Campingplatz, wo wir den Abend mit Schreiben des Pinguins und Lesen unserer weiteren Reiseroute ausklingen lassen.
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