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  • Day36

    Frohe Ostern

    April 21 in Chile ⋅ ☀️ 16 °C

    Frohe Ostern - Feliz Pascua

    Am Ostermorgen wurde ich von der Oma des Hostals, la Nona, mit frischem Obst, Café, selbstgemachter Marmelade, etc. begrüßt. Außer mir gab es zwar noch ein Pärchen aus Frankreich aber sie wollte mit mir frühstücken und so saßen wir 1 Stunde gemeinsam in der Küche. Sie ist total sympathisch, hilft ihrem Sohn mit dem Hostal und ist glaube ich die Seele des Hauses.

    Um 10:30 Uhr ging ich dann zur Kathedrale, da ich mir den 11 Uhr Gottesdienst ausgesucht habe. Dort angekommen vermisste ich dann doch etwas unser Familien-Oster-Frühstück. Aber auch hier war ich wieder nicht alleine: Ich traf auf ein deutsches Ehepaar, dass ich im Hostal in Chiloé kennengelernt hatte und setzte mich neben die beiden. Ich wusste zwar, dass sie auch nach Valparaiso wollten, aber hätte nie gedacht, dass wir uns über den Weg laufen und nun feierten wir gemeinsam den Oster-Gottesdienst.
    Es wurde viel gesungen und Gitarre gespielt und die Predigt war auch wunderschön mit wirklich vielen fast schon philosophischen Gedanken. Wir feierten gemeinsam das Abendmahl und am Ende kam der herzlichste Teil, den ich je in einer (katholischen) Kirche erlebt habe.
    Der Priester erklärte, dass der Osterhase da war und dass doch bitte alle Kinder nach vorne kommen sollen - und alle Ausländer! Er sprach eine herzbewegende Ansprache, dass die Reisenden, die diesen Tag fern von Familie und Freunden verbringen, sich nicht alleine fühlen sollen. Alle sollen sich von Chile und der Gemeinde aufgenommen fühlen. Wir sollen wissen was wir sind durch das was wir im
    Moment haben (oder so ähnlich). Er hat das alles natürlich viel schöner gesagt, als ich es wiedergeben kann. Danach wurden Schokoladeneier mit Weihwasser gesegnet und an uns verteilt. Dadurch sollte uns der Tag versüßt werden.

    Nach dem Gottesdienst unterhielt ich mich noch mit den beiden Deutschen vor der Kirche und auf einmal winkte der Priester uns hektisch zur Seite: Vor unseren Augen fand eine Schießerei zwischen Narcos und Polizei statt. Aus den beiden Autos wurde einfach mit einer Pistole aus den Fenstern geschossen. Ich war ja schon wirklich viel in Mexico und Südamerika unterwegs, habe aber noch nie direkt neben einer Schießerei gestanden! Niemand wurde verletzt und 5 Minuten später war wieder alles normal auf der Straße.

    Wir verabschiedeten uns und jeder setzte seinen Weg fort. Für mich ging es durch die Gassen weiter, um Graffitis anzuschauen, ins Haus von Pablo Neruda und am Abend aß ich leckeren Fisch.

    Am Montagmorgen musste ich schon um 7 Uhr los, da ich zuerst mit dem Bus nach Santiago fahre musste, um dort über Kolumbien und Spanien wieder nach München zu fliegen.
    La Nona stand für mich bereits um 6 Uhr auf und machte mir Müsli mit frischem Obst und Rührei. Für diese Uhrzeit war das viel zu viel, aber ich konnte sie nicht davon abbringen. Nach einer herzlichen Umarmung konnte ich gut gestärkt die Heimreise antreten.
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