Wildzelt-Feeling in Klein Kühren
April 8, 2016 in Germany ⋅ ☀️ 9 °C
Es ist halb acht an diesem frostigen Morgen, als Heiko den Gaskocher für die Zubereitung von Heißgetränken anwirft und in den Packtaschen auf die Suche nach den notwendigen Dingen und Vorräten für das heutige Frühstück geht. Wir lassen uns Zeit, wissen aber ja auch, dass uns heute mit 75 Kilometern nur eine relativ kurze Etappe bevorsteht.
Der Wind ist recht freundlich, es ist meist bedeckt und wieder ganz schön kühl. Wir rollen in Richtung des Elbe-Lübeck-Kanals, an dessen Ufer wir eine längere Pause einlegen. Dem Gewässerverlauf folgen wir allerdings nur für einige Kilometer und orientieren uns dann weiter südöstlich in Richtung Boizenburg, wo wir schließlich die Elbe erreichen. Zwischendurch schweifen Heikos Gedanken in die Ferne und er zelebriert die Vorstellung, dass wirklich dieser Weg uns von unserem Grundstück ausgehend hinaus in die Welt führt; Nach Boizenburg, nach Magdeburg, bald dann nach Wien, Bratislava, Budapest. Und dann? Belgrad, Zagreb, Tirana, Skopje, Thessaloniki, Istanbul, Ankara, Van, Teheran, Isfahan… Dubai? Radelnd zum Burj Chalifa?! Das hätte schon was! Dass das grundsätzlich geht, ist klar – aber werden wir den Mut aufbringen?
Erst einmal genießen wir bis auf weiteres die Fahrt an der Elbe, queren diese mit einer kleinen Fähre und erreichen bei tollem Spätnachmittagslicht den Campingplatz in Kühren. Wir dürfen unser Zelt auf einer weiten Wiese in Flussnähe unterhalb der eigentlichen Zeltwiese aufstellen, was großartig ist. Fast fühlt es sich an, als würden wir wildzelten!
Nach einer warmen Dusche pflegt Heiko seine Notizen. Mit Hilfe von Tablet plus Bluetooth-Tastatur soll das Ziel erreicht werden, die Reisedokumentation größtenteils bereits während der Tour zu verfassen und nicht (wie es sich in den letzten Jahren etablierte) in den Monaten danach. Claudia ist indes auf andere Art und Weise fleißig: Anfang des Monats hat sie das Studium der „Sozialen Arbeit“ an der FH Münster aufgenommen und brütet über ihren Unterlagen. Diese Art der Beschäftigung bleibt Heiko NOCH erspart, mit großer Wahrscheinlichkeit wird aber auch er sich ab Herbst in die Studentenrolle begeben, um sich dreieinhalb Jahre später Berufspädagoge im Gesundheitswesen nennen zu können.
Zum Abschluss des Tages wird es lecker und deftig, vor dem Zelt zaubert Heiko Kartoffelpüree und Bohnen, dazu brutzelt Leberkäse in der Pfanne. Lecker!Read more








