April 2016 - September 2022
  • Oct2

    Flughafen Antalya

    October 2 in Turkey ⋅ ⛅ 33 °C

    Nach dem gestrigen Abendessen war eigentlich kaum vorstellbar, dass wir am heutigen Morgen schon wieder an Essen denken können, glücklicherweise geht es aber doch. Und tatsächlich steht das Frühstücksbuffet dem abendlichen in nichts nach. Ein letztes Mal in diesem Urlaub erfreuen wir uns an den vielen Köstlichkeiten und lassen es uns gut gehen, dann heißt es so langsam wirklich Abschied nehmen. Die einzelnen Fahrradtaschen werden zu zwei "Bündeln" verschnürt, bevor wir uns schließlich vom Shuttle-Service des Hotels zum etwa vier Kilometer entfernten Flughafen bringen lassen. Wir checken ein, geben die Fahrräder auf, passieren die Sicherheitskontrolle und heben ab. Güle güle, Türkiye! Hoşça kal!Read more

    Traveler

    Vielen lieben Dank für eure wunderbaren ausführlichen Reiseberichte , es war jedes mal beim Lesen spannend + aufregend . Alles Gute für euch .

    10/3/22Reply
    Claudia

    Dankeschön! Nächstes Jahr geht es weiter 😀

    10/3/22Reply
     
  • Oct1

    Die Abreise naht...

    October 1 in Turkey ⋅ ☀️ 37 °C

    Der heute Tag steht ganz im Zeichen der Abreisevorbereitungen. Wir bedienen uns noch einmal ausgiebig am Frühstücksbuffet, bevor wir uns das erste Mal auf den Weg zu unserer nächsten Unterkunft, dem nahe des Flughafens gelegenen IC-Hotel, machen. Bei hochsommerlichen Temperaturen radeln wir die Strecke von etwa 15 Kilometern, wobei sich heute andere Hindernisse als die Berge der letzten drei Wochen in den Weg stellen. Eine Fußgängerbrücke, die über eine große Schnellstraße führt ist Teil unseres Weges. Leider sind auf beiden Seiten der Brücke die Fahrstühle defekt, so dass Heiko eine ungewollte Fitnesseinheit absolviert und die (fast) vollständig beladenen Räder die Treppen auf die Brücke hinauf und auch wieder hinunter trägt. Kaum auf der anderen Seite angekommen, müssen wir uns dann noch durch den Trubel einer groß angelegten Wahlkampfveranstaltung kämpfen. Gegen Mittag erreichen wir dann aber das pompöse Hotel und checken ein, sofort wird uns das Gepäck abgenommen und auf einem goldenen Wagen zum gebuchten Zimmer gefahren. Das haben unsere staubigen Fahrradtaschen bisher auch noch nicht erlebt...! Ebenfalls gewöhnungsbedürftig ist der Blick aus dem Fenster unseres Zimmers, der den großzügigen Außenbereich des Restaurants sowie den Pool und die Sonnenliegen zeigt. Wir halten uns aber zunächst nicht lang auf, sondern machen uns per Bus und Tram auf den Rückweg nach Antalya, um die vorab besorgten und noch im letzten Hotel lagernden Kartons zum Verpacken der Räder abzuholen. Am Hotel angekommen entscheiden wir uns, auf eine erneute Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel zu verzichten, da sowohl der Fußweg zur Haltestelle als auch die Fahrt mit den sperrigen Kartons sicher alles andere als spaßig wäre. Für umgerechnet ca. 10 Euro gönnen wir uns den Luxus eines Taxis, welches uns samt Kartons wieder zum IC-Hotel bringt. Heiko fackelt nicht lang und beginnt sofort mit dem Verpacken der Fahrräder. Leider sind unsere ergatterten Kartons ziemlich klein, so dass anders als in den letzten Jahren ein komplettes Zerlegen der Fahrräder notwendig ist, was am Ende fast vier Stunden in Anspruch nimmt. Für ein versöhnliches Ende des Tages sorgt dann das grandiose Buffet im Hotel, welches keine Wünsche offen lässt. Speziell die Dessert-Auswahl ist paradiesisch, so dass wir an diesem warmen Abend noch recht lange draußen sitzen und eine eine Leckerei nach der nächsten genießen.Read more

  • Sep30

    Sightseeing Antalya

    September 30 in Turkey ⋅ ☀️ 31 °C

    Zum Frühstück erwartet uns im Hotel ein sehr leckeres und reichhaltiges Buffet, welches wir uns in aller Ruhe schmecken lassen. Nachdem wir einige Überlegungen angestellt haben, wir wir unseren heutigen Pausentag in Antalya verbringen, steuern wir als ersten Programmpunkt das Hadrianstor an. Es handelt sich bei dem Tor um eine der ältesten Sehenswürdigkeiten der Stadt, früher war es Teil der Stadtmauer und noch heute ist es der „Eingang“ zur Altstadt. Wir halten uns nicht lange auf, sondern begnügen und damit, einmal hindurch spaziert zu sein. Bekannt ist Antalya auch für die Wasserfälle des Düden. Der 30 Kilometer lange Fluss besteht aus dem Zusammenfluss von den beiden im Taurusgebirge entspringenden Flüsschen Kirkgozler und Pinarbası. Nachdem der Düden zunächst eine Weile unterirdisch fließt, kommt er wieder an die Oberfläche und stürzt etwa 12 km nordöstlich von Antalya in einem kleinen Wald im Düden Park in den Düdenbasi. Bei dem Park handelt es sich um ein kleines Naturschutzgebiet mit typisch türkischen Freiluftrestaurants im Park. Gerade angesichts der heutigen heißen Temperaturen ist es besonders angenehm, die Zeit hier im Schatten der Bäume oder der kühlen Höhle hinter dem Wasserfall, in die man über eine Wendeltreppe gelangt, zu verbringen. Wir bewundern den rund 10m hohen Wasserfall aus allen Perspektiven, spazieren über das Gelände und freuen uns, hierher gekommen zu sein. Zum Abschluss bestellen wir uns noch je ein Spinat-Gözleme im Park-Restaurant und trinkten einen Ayran, dann verlassen wir den schönen Park und nehmen den Bus zurück in die Stadt. Wir steuern den Hafen an, da wir für den weiteren Tagesverlauf noch einen Bootsausflug in Betracht ziehen, um ein weiteres Mal in den Genuss eines Wasserfalls zu kommen. Der Düden stürzt auf seinem Weg aus dem Taurusgebirge nämlich zweimal einen Wasserfall hinab. Neben dem besichtigten oberen gibt es an der Küste von Antalya noch den unteren Wasserfall, wo das Wasser 40 Meter ins Meer hinabfällt. Am Hafen angekommen müssen wir leider zur Kenntnis nehmen, dass die nächste zweistündige Fahrt mit einem Boot zum Wasserfall erst morgen wieder startet. Wir entscheiden uns stattdessen für eine kürzere Fahrt, die uns zwar nicht zum Wasserfall bringt, aber trotzdem ein schönes Erlebnis ist. Langsam schaukeln wir bei einer leichten Brise über das Meer, schauen uns Antalyas Küste und die Berge vom Wasser aus an und amüsieren uns etwas über die durchgehend für Selfies posierenden Mitreisenden. Den Rest des Abends wird vorwiegend geschlemmt, wir pilgern von Lokal zu Lokal und freuen uns über Cheesecake mit Tee, Mantı und Çiğköfte-Börek mit Ayran und schließlich Baklava erneut mit dem einen oder anderen Gläschen Tee. Ja, und irgendwann nimmt dann leider auch der schönste Pausentag sein Ende.Read more

  • Sep29

    Mission completed - Antalya erreicht

    September 29 in Turkey ⋅ ⛅ 29 °C

    Lange liegt Schatten auf unserem feuchten Zelt, bis die Sonne endlich die ersten wärmenden und trocknenden Strahlen über die Berge schickt. Es ist bereits zehn Uhr, als wir auf der Straße sind, um heute die Bergwelt zu verlassen und das Mittelmeer zu begrüßen. Von Beginn an geht es bergab, nach ca. 3 km führt unser Weg entlang einer Schnellstraße. Wir haben schon reichlich an Höhe verloren, als wir diese irgendwann wieder verlassen und wähnen uns plötzlich fast in einer anderen Welt. Es riecht auf einmal anders und fühlt sich irgendwie sogar anders an. Wir sehen die imposanten Berge nun von unten und schauen nicht mehr von ihnen herunter, anders als vor wenigen Minuten prägen jetzt Oliven- und Granatapfelbäume, Kakteen mit reifen Kaktusfeigen und Palmen das Bild. Kurz vor der Einfahrt nach Antalya machen wir noch eine kurze Rast und essen unsere letzten Obst- und Keksvorräte. Es folgt eine recht entspannte Fahrt in die 2,6 Millionenstadt, die uns schließlich, nachdem wir vor drei Wochen am Bosporus gestartet sind, an den Strand des Mittelmeeres führt. Eine Weile radeln wir an der belebten Promenade entlang, bevor diese in eine Steilküste übergeht. Ein letztes Mal schalten wir in den kleinsten Gang, um diesen kleinen Anstieg zu bewältigen, dann ist auch schon das Hotel erreicht. Kaum eingecheckt begeben wir uns unter die Dusche, was nach einer knappen Woche in der "Wildnis" extrem wohltuend und ohne Frage auch nötig ist. Als wir wieder zivilisationstauglich sind, machen wir uns als erstes auf den Weg zum nächstgelegenen Fahrradgeschäft. Zu unserer Freude gelingt es uns hier direkt, geeignete Kartons zum Verpacken unserer Räder zu ergattern. Nachdem wir selbige zum Hotel geschleppt haben, kann zum entspannten Teil des Tages übergegangen werden. Wir schlendern durch die Gassen, sammeln erste Eindrücke, lassen uns durch die Altstadt und den Basar treiben. In einem Restaurant mit Meerblick genießen wir ein leckeres Abendessen sowie eine herrliche Aussicht auf die eindrucksvollen Berge im Sonnenuntergang. Auf dem Rückweg zum Hotel kehren wir noch auf einen Tee und eine Portion Baklava in einem kleinen Lokal ein, dann ist Schluss für heute.Read more

  • Sep28

    Letzte Zeltnacht

    September 28 in Turkey ⋅ ⛅ 17 °C

    Abermals erwartet uns ein schöner Morgen, als wir den Reißverschluss unseres Zeltes öffnen. Nach wie vor sind wir allein, wider Erwarten hat sich keine Menschenseele blicken lassen. So können wir hier noch in Ruhe frühstücken und uns startklar machen. Und das Schöne ist: Wer noch am Abend einen Berg hinauffährt, darf ihn am Morgen wieder herunterrollen. Wir beginnen die Etappe entsprechend mit einer entspannten Abfahrt vor weiterhin herrlicher Kulisse. Auch die wenigen Passagen, die wir in der Ebene radeln und mal nicht entweder bergauf oder bergab, genießen wir sehr. Zwischendurch sind die Glocken der Ziegen- oder Schafherden in den Bergen zu hören. In schöner Regelmäßigkeit klingt der Ruf des Muezzins von den Minaretten der Moscheen, der in der islamischen Welt die Zeit zum Gebet ankündigt. Ein Hund, den wir an einem Feldrand sitzen sehen, stimmt jedes Mal, wenn der Muezzin zum Ruf ansetzt, mit ein und heult mit erhobenem Kopf im Chor. Am Ortsausgang von Yeşilyayla legen wir eine Pause ein, bauen unsere Stühle auf und vertilgen die restlichen Obstreserven aus unseren Taschen. Und dann passiert, was in diesem Urlaub schon so oft passiert ist. Ein älterer Herr steuert auf uns zu, in seiner Hand hält er eine prall mit frischen Weintrauben gefüllte Plastiktüte. Er begrüßt uns freundlich und überreicht uns seine Ernte. Nur wenige Minuten später kommt er erneut, diesmal werden wir mit einer Tüte voll Pflaumen beschenkt. Während der Mann noch fragt, woher wir kommen und wohin wir wollen, ruft seine Ehefrau vom gegenüberliegenden Grundstück und bietet uns Kaffee an. Wir nehmen die Einladung gerne an und sitzen kurz darauf am gedeckten Tisch des freundlichen Ehepaares. Neben türkischem Kaffee werden uns selbstgemachte und ausgesprochen köstliche Süßigkeiten serviert. Wir werden schließlich auch noch in die Herstellung der leckeren Naschereien eingeweiht und erhalten eine Führung durch den Garten. Nicht ohne Stolz präsentieren die beiden, was hier alles wächst und fordern uns immer wieder zum Probieren auf: Äpfel, Pflaumen, Wal- und Haselnüsse, Weintrauben, Feigen und einiges mehr. Nach unserer Weiterfahrt erledigen wir im Ort Bozova einen kleinen Einkauf, um dann die Herausforderung des allabendlichen Anstieges zum Abschluss der Etappe anzunehmen. Wie schon in den letzten Tagen rollen wir über den Gipfel, um dann Ausschau nach einem geeigneten Platz für die Nacht zu halten. Die Suche dauert nicht lang, im Schatten eines Baumes bietet sich eine recht ebene Fläche inmitten dieser schönen Berglandschaft an. Es ist sehr frisch, sobald die Sonne hinter den Bergen verschwunden ist, so dass die abendliche warme Mahlzeit in Form von Nudeln mit Fertigsauce sowie der heiße Tee eine echte Wohltat sind. Beim Essen bekommen wir plötzlich Gesellschaft, hinter uns taucht eine riesige Ziegenherde auf und zeigt sich sehr interessiert an uns. Kurz darauf erscheint auch die Ziegenhirtin und verweilt für den Versuch einer Unterhaltung kurz bei uns. Das sprachliche Verständnis auf beiden Seiten ist leider nicht sehr groß, sie ist uns aber auf jeden Fall wohlgesonnen. Die Warnung vor wilden Tieren in dieser Gegend, die sie möglicherweise ausgesprochen hat, lassen wir einfach mal so stehen und gehen von einer friedlichen Nacht aus. Als die Hirtin mit ihrer Herde weiterzieht, leistet ihr Hund uns zunächst noch ein Weilchen Gesellschaft, bevor er dann auch irgendwann von dannen trottet.Read more

  • Sep27

    Egal, hier bleiben wir jetzt...

    September 27 in Turkey ⋅ ⛅ 16 °C

    Einer sternenklaren Nacht folgt am Morgen ein herrlicher Sonnenaufgang, den wir an diesem wunderbaren Zeltplatz erleben. Nach dem Frühstück steht noch die Reparatur von Claudias Hinterrad an, welches inzwischen dann doch merklich an Luft verloren hat. Im Anschluss räumen wir routiniert unser Lager und schwingen uns wieder in den Sattel. Eine Abfahrt auf staubigem, schotterigem Untergrund liegt vor uns, die Berglandschaft um uns herum ist mal ein Traum. Die einzige Einschränkung sind die doch sehr vielen Eingriffe durch Menschenhand. Überall an den Bergen sind Steinbrüche auszumachen, bisweilen fahren wir auch an den riesigen Marmorblöcken vorbei, die in dieser Gegend abgebaut werden. In einem kleinen, ärmlich und zumindest teilweise verlassen wirkenden Dorf, nutzen wir eine Wasserstelle, um die Löcher in den inzwischen zwei defekten und lediglich durch neue ausgetauschten Fahrradschläuche zu lokalisieren und zu flicken. Nachdem wir in diesem Zuge auch gleich unsere Wasservorräte aufgefüllt haben, geht die Fahrt weiter. Wir radeln gerade auf einer staubigen Piste vor uns hin, als Heiko angehalten und mit reichlich Äpfeln beschenkt wird. Wie es der Zufall will, hatten wir ausgerechnet heute morgen zum Frühstück unsere letzten Äpfel gegessen. Nach gut dreißig zurückgelegten Kilometern suchen wir uns ein Plätzchen im Schatten, um Pause zu machen und reichlich Kekse zu vernichten. Diese kleine Auszeit geht einher mit einem Schreckmoment. Heiko stellt fest, dass sein gutes Messer, welches mittlerweile seit über zwanzig Jahren jede Reise begleitet, nicht an seinem Platz im "Küchensack" ist. Auch die erste Durchsicht der Taschen bleibt erfolglos, so dass sich die Frage stellt: Was tun? Den Verlust hinnehmen? Dreißig Kilometer zurückradeln zum letzten Zeltplatz? Per Anhalter dorthin durchschlagen? Als erste Maßnahme stellen wir alle Taschen auf den Kopf und sind dann seeehr erleichtert, als Heiko feststellt, dass das Messer im "Techniksack" statt im "Küchensack" gelandet ist. Wir atmen auf, denn der Verlust des einstigen Geschenks von Claudia wäre sehr schade gewesen, und setzen unsere Fahrt fort. Etwa zwanzig Kilometer haben wir noch vor uns, die mal wieder bergauf führen. Auf einer von Nadelbäumen gesäumten Straße geht es langsam aber sicher hinauf auf den Gipfel, der bei ca. 1400m erreicht ist. Kurz hinter dem höchsten Punkt bietet sich auch ein Platz zum Zelten an, der allerdings augenscheinlich auf privatem Grund liegt. Die auserkorene Fläche ist umgeben von Obstbäumen, in unmittelbarer Nähe steht ein Wohnhaus. Der Versuch, um Erlaubnis für die Übernachtung zu fragen, klappt leider nicht. An dem betreffenden Haus ist niemand zu sehen und bei Betreten des Grundstückes melden sich lautstark Hunde. Also sagen wir uns: "Egal, hier bleiben wir jetzt...". Und wenn noch jemand auftaucht, wovon wir fest ausgehen, können wir die Situation immer noch klären. Tatsächlich kommt aber niemand mehr, so dass wir nach unserem aus Mantı bestehenden Abendessen im letzten Tageslicht das Zelt aufbauen und Feierabend machen.Read more

  • Sep26

    Verlängerte Pause 2.0

    September 26 in Turkey ⋅ ☀️ 26 °C

    3,6 Grad zeigt das Thermometer, als heute unser Wecker klingelt. Das Verlassen der wärmenden Schlafsäcke zögern wir so lange wie möglich hinaus, selbst während des Frühstücks verharren wir wie Mumien in unseren Kokons. Als dann aber die ersten Sonnenstrahlen über die Berggipfel kriechen, wird es sofort merklich wärmer und angenehmer. Still ist es noch, in der Ferne sind lediglich die Stimme eines Hirten, das Gebell seines Hundes und das Glockenläuten seiner Ziegen oder Schafe zu hören. Zu unserer Überraschung und gleichzeitig Freude hat der Hinterreifen von Claudia nach der gestrigen Kompressor-Aktion nach wie vor ausreichend Luft, so dass dem Beginn der neuen Etappe nichts im Wege steht. Wir radeln los und genießen einen herrlichen Morgen. Unser Weg führt durch eine traumhaft schöne Landschaft, Greifvögel gleiten über uns durch die Luft, kaum ein Auto ist in dieser Gegend unterwegs. Vorbei am trocken liegenden Akgöl radeln wir voller Euphorie weiter, unterbrochen nur für Foto-, Film- und Drohnenaufnahmen. Es passt zu diesem guten Tag, dass wir ausgerechnet zu einem Zeitpunkt eine Wasserstelle entdecken, als wir gerade den entsprechenden Bedarf thematisiert haben. Und es kommt noch besser. Während wir an der Wasserstelle unsere Flaschen und Wassersäcke auffüllen, kommt zuerst ein Bauer und schenkt uns eine Melone, danach kommt seine Frau dazu und überreicht uns frisch geerntete Tomaten. Stand uns etwa auf der Stirn geschrieben, dass wir erstens sehr gerne Melonen essen und zweitens das einzig fehlende Gemüse für unser heutiges Abendessen Tomaten sind? Wir bedanken uns, verstauen Melone und Tomaten in unseren Taschen und winken dem freundlichen Paar bei unserer Abfahrt zum Abschied. Die Landschaft bleibt weiterhin spektakulär schön, so dass wir schon jetzt einig sind, dass diese Etappe zu den schönsten der diesjährigen Tour zählt. Ein steilerer Anstieg steht uns laut Profil noch bevor und passenderweise erwartet uns kurz vor ebendiesem die nächste Überraschung. Wir fahren wir an einem Feld vorbei, auf dem ein Bauer gerade Melonen erntet. "Yemek yemek" ruft er, gestikuliert wild und winkt uns heran. Er zückt sein Messer und schneidet uns zwei kleine Melonen in mundgerechte Stücke, herrlich. Nach dieser unerwarten, aber sehr willkommenen Pause nehmen wir nun den recht fiesen Anstieg auf einigermaßen grobem Schotter in Angriff. Die steilsten Abschnitte bewältigen wir, indem wir unsere Räder jeweils zu zweit hinaufschieben. Entsprechend lange dauert es, bis wir die vier Restkilometer bis zum höchsten Punkt hinter uns gebracht haben. Im Schatten eines Baumes lassen wir uns am Wegesrand zur Pause nieder, von wo wir eine herrliche Aussicht auf das weite Tal, die umliegenden Berge und den Yarışlı Gölü haben. Und schließlich handhaben wir es wie schon am gestrigen Tag und verlängern die Pause einfach bis morgen. Unseren Standort verlagern wir noch um wenige Meter, nämlich etwas das abfallende Feld auf der anderen Straßenseite hinunter. Hier stellen wir neben einem Baum das Zelt auf, nachdem wir in mühevoller Kleinarbeit die nötige Bodenfläche von kleinen, stacheligen Pflanzenteilen befreit haben. Wir genießen die fantastische Aussicht beim Abendessen und als in den Dörfern im Tal die Lichter angehen, ist es für uns bald an der Zeit, die Nachtruhe einzuläuten.Read more

    Traveler

    Liebe Claudia zu deinem Geburtstag heute wünschen wir dir alles erdenklich Gute. Wir sind immer total begeistert von deinen Reiseberichten .

    9/27/22Reply
    Claudia

    Vielen lieben Dank 😀

    9/27/22Reply
     
  • Sep25

    Verlängerte Pause

    September 25 in Turkey ⋅ 🌙 16 °C

    Wir starten wieder um halb sieben in den Tag und nicht viel später erscheint auch der Bauer wieder, um seine Bäume zu bewässern. Nach einem Gang durch die Plantage zaubert er Walnüsse, Pflaumen sowie Früchte, die wir nicht kennen, aus seinen Taschen und schenkt sie uns. Heiko fragt ihn, wie die uns unbekannten Früchte heißen, aber leider finden wir für das von uns verstandene Wort "Künap" keine passende Übersetzungen. Glücklicherweise isst der Bauer auch selbst eine Frucht, so dass wir zumindest wissen, dass man diese nicht schälen muss, sondern einfach reinbeißen kann. Gegen 9 Uhr verabschieden wir uns und freuen sehr darüber, dass sowohl unser Befinden als auch die uns umgebene Landschaft im Vergleich zu gestern auf dem Wege der Besserung sind. Weiterhin arbeiten wir uns langsam aber stetig bergauf, unser Weg verläuft parallel zur Schnellstraße. Phasenweise müssen wir auch auf der Straße fahren, diese ist aber am heutigen Sonntagvormittag erfreulich wenig befahren. In dem etwas größeren Ort Bozkurt schwenken wir dann von der Straße weg in Richtung der Berge. Wir erledigen einen umfangreichen Einkauf, da wir nicht wissen, wie sich die Versorgungssituation in den kommenden Tagen in eher dünn bis gar nicht besiedelten Gegenden darstellen wird. Fern der großen Straße ist das Radeln gleich deutlich attraktiver, inzwischen haben wir auch deutlich an Höhe gewonnen und bewegen uns auf einem Niveau von etwa 900m. Claudia bemerkt einen Platten am Hinterrad, was auch direkt ein Anwohner des gerade erreichten Dorfes mitbekommt. Er will sofort helfen und präsentiert seinen Kompressor in der Garage. Wir nehmen das Angebot gerne an und der freundliche Herr pumpt den Reifen wieder fahrtauglich, ohne dass die Taschen abgeladen werden müssen. Wir bedanken uns und fahren in der Hoffnung weiter, dass der Reifen eine Weile hält. Nachdem wir beim Radeln auf der sehr langen geraden Straße bereits die schön anzusehenden Berge immer im Blick hatten, bekommen wir sie nun auch zu spüren. Es geht über ca. 4km steil bergauf, bei Erreichen des höchsten Punktes haben wir uns dann die Pause auch verdient. Den Salz- und Flüssigkeitsverlust, den unsere Körper erfahren haben, gleichen wir sehr gerne durch Chips und Melone wieder aus. Die Pause zieht sich in die Länge und nachdem Heiko die Gegend erkundet hat, beschließen wir sogar, sie soweit auszudehnen, dass sie erst morgen endet. An einem Berghang hat Heiko ein ebenes Plätzchen ausgemacht, welches sich als Nachtlager eignet. Und so machen wir heute früh Radel-Feierabend und verbringen des Rest des Tages mit Lesen, Drohne fliegen und Seele baumeln lassen. Am Abend gibt es Gemüse vom Gaskocher, welches heute angesichts erstmalig zugefügter grüner Pepperoni feurig scharf ausfällt. Ausgerechnet heute haben wir uns zudem gegen Nudeln als Beilage entschieden, die das Ganze möglicherweise noch etwas abgemildert hätten, da wir zur Vorspeise bereits gefüllte Weinblätter verputzt haben. Kekse und Tee passen am Ende noch, dann bricht auch schon die Dunkelheit über uns herein und wir verkriechen uns ins Zelt. Nicht unerwähnt bleiben darf abschließend noch der wahrlich atemberaubende Sternenhimmel, der sich über uns aufspannt.Read more

    Werner Schierloh

    Hat er vielleicht HÜNNAP gesagt?

    9/26/22Reply
    Claudia

    Möglich..., und um was für eine Frucht handelt es sich dann???

    9/26/22Reply
    Werner Schierloh

    Beobachten Bearbeiten Die Chinesische Jujube (Ziziphus jujuba Mill.; Synonym: Ziziphus vulgaris Lam.), auch Chinesische Dattel (oder Kumul-Dattel), Rote Dattel, Azufaifa oder (rote) Brustbeere genannt, ist eine Pflanzenart aus der Familie der Kreuzdorngewächse (Rhamnaceae). Sie stammt aus Nord- und Nordostchina und wird heute weltweit kultiviert.

    9/26/22Reply
    Claudia

    Auf jeden Fall ist sie lecker 😋

    9/27/22Reply
     
  • Sep25

    Zeltplatz mit Verpflegung

    September 25 in Turkey ⋅ ☀️ 8 °C

    Am heutigen Morgen ist uns beiden etwas flau im Magen, wir sind nicht wirklich auf der Höhe. Es soll aber heute wieder geradelt werden, also starten wir wie üblich in dem Tag. Das Frühstück im Hotel verbringen wir mit Helene und Malte, die sich nach unserem Tag erkundigen und von ihrem Ausflug nach Denizli berichten. Die beiden werden heute Richtung Griechenland weiterreisen und auf ihrem Weg zu einem Treffen mit Freunden auf unseren Tipp hin noch nach Kalambaka fahren und die Meteora-Klöster besichtigen. Auch wir machen uns fertig für die Weiterreise, vor dem Hotel bittet unser Gastgeber noch um ein Foto, welches er auf der Instagram-Seite des Hotels veröffentlichen möchte. Nach einem kurzen Stop beim Supermarkt folgen wir dann wieder radelnd den Anweisungen unserer Navigationsgeräte. Leider geht es uns weiterhin nicht besonders gut, wir fühlen uns schlapp und auch die Magenprobleme sind eher schlechter als besser geworden. Da es uns beide betrifft, haben wir als ursächlichen Übeltäter ganz stark das seltsam schmeckende Baklava vom gestrigen Tag in Verdacht. Neben unserer mittelprächtigen Verfassung zeigt sich auch die Strecke heute leider alles andere als attraktiv. Die kurzen Passagen auf unbefestigten Wegen durch Obstplantagen sind noch das Beste, was diese Etappe zu bieten hat. Darüber hinaus konnten wir lediglich aussuchen, ob wir durch große Industriegebiete oder auf einer stark befahrenen Schnellstraße radeln. Es ist insgesamt ein eher spaßfreier Tag, schlapp spulen wir unsere Kilometer ab, meistens dezent bergauf. Passend zum Tag und zur Stimmung gestaltet sich dann zu allem Überfluss auch noch die Schlafplatzsuche schwierig. Rechts und links der Straße liegen meist eingezäunte Obstplantagen und die offenen Abschnitte sind weit einsehbar. Schließlich soll der Tag aber doch noch ein gutes Ende nehmen. Heiko sieht einen Bauern auf dessen Obstplantage und fragt, ob wir auf seinem Grundstück übernachten dürfen. Der freundliche Mann willigt ein und beschenkt und darüber hinaus noch mit Walnüssen und reichlich köstlichen Weintrauben, die er extra für uns erntet. Später gesellen sich noch Tomaten dazu. Mit der Bitte, bei unserer Abreise das Tor zu verschließen, verabschiedet sich der Bauer irgendwann und fährt wirkend in seinem Auto von dannen. Wir freuen uns über einen wunderbaren Übernachtungsplatz und eine weitere sehr nette Begegnung.Read more

    Traveler

    Chapeaut ,was ihr in eurer nicht so ganz fitten Situation noch leistet, super.

    9/26/22Reply
    Claudia

    Wir fahren einfach langsam 😉

    9/27/22Reply
     
  • Sep23

    Kalksteinterrassen und Hierapolis

    September 23 in Turkey ⋅ ☀️ 24 °C

    Nach dem Frühstück im Hotel packen wir direkt unsere Rucksäcke und starten das heutige Sightseeing-Programm. Es sind nur ein paar Schritte bis zum Eingang eines der bekanntesten Naturphänome der Türkei, den berühmten Kalksinterterrassen mit jahrtausende alten Thermalquellen, die auf der Liste des Weltkulturerbes der UNESCO stehen. Die Terrassen entstanden durch die Verdunstung des heißen, kalkhaltigen Wassers der Thermalquellen. Aus ihnen fließen immer noch 250 Liter kohlensäurehaltiges und mineralhaltiges Thermalwasser pro Sekunde. Die watteähnlichen Ablagerungen geben der Stadt Pamukkale, was übersetzt "Baumwollburg" heißt, ihren Namen sowie den Terrassen ihren schneeweißen Anblick. Kurz nach Ticketerwerb und Betreten der Anlage geht es barfuß weiter, das Tragen von Schuhen ist auf den Kalkwegen untersagt. Nach wenigen Metern sehen wir dann auch schon das türkisfarbende Wasser in den schneeweißen Becken, die an dieser Stelle allerdings künstlich angelegt sind, schimmern. Neben vielen anderen Menschen waten wir auf den vorgegebenen Pfaden durch das warme Wasser, dass über die weißen Kalkwege fließt, nach oben und blicken immer wieder fasziniert über diese bizarre Landschaft. Auf dem Gipfel des Kalkberges angekommen lassen wir uns auf einer Bank nieder, genießen Snacks und Tee und schauen dabei auf den unterhalb der Terrassen gelegenen Ortsteil Pamukkale Köy und die weite Ebene herab. Oberhalb des Kalkberges liegt die antike griechisch-römische Stadt Hierapolis mit zahlreichen erhaltenen Bauwerken. Da wir keinerlei Zeitdruck haben, erkunden wir in aller Ruhe und sehr ausgiebig das weitläufige Gelände. Als sehr angenehm empfinden wir, dass in diesem Bereich deutlich weniger Menschen unterwegs sind als noch auf den Kalkterassen. Die ältesten Gebäude in den Ruinen sind um die 2.200 Jahre alt. Viele dieser archäologischen Stücke von Pamukkale sind noch sehr gut erhalten, vor allem das große Amphitheater mit Platz für etwa 15.000 Menschen beeindruckt uns sehr. Auf ein Bad im "antiken" Pool (die Recherche ergibt, dass es sich vielmehr um die Reste eines Hotelpools handelt) verzichten wir und machen uns statt dessen zum Sonnenuntergang barfuß auf den Rückweg. Gerade jetzt, wo der Kalk die warmen Farben der Sonne auffängt, bietet sich ein herrliches Naturschauspiel. Zurück im Ort ist es bereits dunkel, im Hotelzimmer gibt es für Heiko eine wärmende Dusche angesichts der doch recht frischen Temperaturen in den letzten Stunden. Im Anschluss besuchen wir ein Restaurant am äußersten Rand des Ortes, wo wir sehr lecker zu Abend essen, Claudia bekommt sogar endlich die ersehnten Mantı. Da dieses Lokal aber keine Nachspeisen im Angebot hat, ziehen wir noch ein paar Schritte weiter in ein Café, dass mit typisch türkischen Süßspeisen wirbt. Auf dem kurzen Weg dorthin treffen wir Ali und seine aus Stuttgart stammende Frau, die wir in Afyonkarahisar kennengelernt haben. Verrückt! Im Café sind wir die einzigen Gäste und werden sehr freundlich in Empfang genommen. Sehr routiniert scheinen die Betreiber allerdings (noch) nicht zu sein. Die Bestellung eines Cappuccino überfordert das Paar, die Benutzung der entsprechenden Maschine stellt die beiden vor Schwierigkeiten. Heikos Tee wird indes vom Nachbargeschäft organisiert und unser geordertes Baklava serviert. Während an der Kaffeemaschine immer noch emsig geübt wird, fällt uns beiden ein unangenehmer Geschmack bei je einem unserer Baklava-Teile auf. Was soll's, denken wir und essen artig weiter. Irgendwann ist dann auch so etwas ähnliches wie ein Cappuccino hergestellt, das Üben mit der Kaffeemaschine geht dennoch im Hintergrund in die nächste Runde. Die gesamte Situation wirkt etwas schräg, was aber das Betreiberpaar durch ihre sehr sympathische Art wieder ausgleicht. Satt, müde und den Kopf voll mit den Eindrücken des Tages steuern wir das Hotel und vor allem unser Bett an.Read more