Die erste Zeltnacht am İznik Gölü
12. september 2022, Tyrkiet ⋅ ⛅ 19 °C
Am heutigen Morgen erwartet uns zum Frühstück ein Buffet, was seit Beginn der Corona-Pandemie eher Seltenheitswert hat. Als wir anschließend einkaufen gehen bereitet uns die Tatsache etwas Sorge, dass in sämtlichen Läden vor Ort keine Gaskartuschen für unseren Campingkocher erhältlich sind. Es bleibt also unklar, wie wir am heutigen Abend Gemüse, Nudeln und Teebeutel in einen verzehrfähigen Zustand bekommen. Zu dumm, dass wir uns nicht mit den notwendigen Dingen eingedeckt haben, als wir noch in İstanbul waren. Nun bleibt zu hoffen, dass wir unterwegs noch fündig werden. Als wir zurück im Hotelzimmer unseren Hausstand wieder in den Packtaschen verstaut haben, müssen wir leider feststellen, dass es inzwischen zu regnen angefangen hat. Da es sich auch nicht nur um Nieselregen handelt, vertreiben wir uns noch eine Weile die Zeit auf der Terrasse vor dem Hotel. Tatsächlich reißt am (sehr) späten Vormittag der Himmel auf und wir verlassen den Ort Yalova bei Sonnenschein. An jedem Geschäft halten wir in der Hoffnung an, noch Gaskartuschen zu bekommen, haben jedoch keinen Erfolg. Schon bald lassen wir den Ort hinter uns und es wird ruhiger und landschaftlich schöner. Gleichzeitig wird es aber auch schweißtreibender: Auf den ersten 20km der heutigen Etappe sind 600 Höhenmeter zu bewältigen und die Anstiege sind teilweise biestig steil. In einem kleinen Ort pausieren wir zwischendurch vor einer Moschee und genießen kalte Cola und Sigara Börek. Nach einer steilen Abfahrt erreichen wir schließlich den Ort Orhangazi, der größer und quirliger ist als vermutet. Es keimt direkt wieder die Hoffnung in uns auf, hier vielleicht doch noch die ersehnten Kartuschen zu bekommen. Wir fragen in diversen Geschäften, werden von einem Laden in den nächsten geschickt, ohne Erfolg. Schließlich wird Claudia von einem jungen Mann zu einem kleinen Geschäft geführt, wo zwar keine einzelnen Kartuschen erhältlich sind, wir aber einen kompletten Kocher kaufen können. Juhuuu, wir werden unser Gemüse nicht als Rohkost verzehren müssen und einen Tee wird es auch geben. Nach Verlassen der Stadt führt unser Weg zum İznik Gölü ("İznik-See"), dem fünftgrößten See der Türkei und dem größten in der Marmararegion. Die Dunkelheit naht und so fragt Heiko einen älteren Herrn, der an einem Gebäude, dass vielleicht einmal eine Gaststätte werden möchte, den Rasen mäht, ob wir auf dem Grundstück unser Zelt aufschlagen dürfen. Er und zwei weitere Herren heißen uns willkommen, machen uns vor ihrer Abfahrt noch das Licht am Gebäude an und stellen uns Tisch und Stühle für unser Abendessen zur Verfügung. Um acht Uhr ist es bereits stockfinster, so dass wir uns recht bald im Zelt auf unsere Isomatten begeben.Læs mere









