Acker-Camping
13. september 2022, Tyrkiet ⋅ ⛅ 20 °C
Der erste morgendliche Blick aus dem Zelt offenbart einen ziemlich großen Hund, der auf der Zufahrt zu unserem "Camping-Spot" in der Sonne liegt. Er ist glücklicherweise völlig harmlos und beobachtet uns nur aus der Ferne. Später stellen wir fest, dass der Hund zu einem der älteren Herren gehört, die uns gestern das Übernachten auf diesem Grundstück erlaubt haben. Er begrüßt uns freundlich und schenkt uns einige Walnüsse, danach widmet er sich seiner kleinen Ziegenherde (+ 1 Schaf). Wir genießen derweil unser Frühstück und räumen anschließend unseren Lagerplatz. Ein paar Kilometer radeln wir noch am İznik Gölü entlang, bevor wir uns von diesem abwenden und den ersten Anstieg des Tages in Angriff nehmen. Auf 400m geht es hinauf, unterwegs passieren wir das eine oder andere kleine Dorf. Die Einkaufsmöglichkeiten sind allerdings eher dürftig, in den kleinen Läden gibt es weder Obst noch Gemüse (dafür Chips und Kekse...). Schön ist es, abseits der Stadt auf kleinen Straßen mit kaum Verkehr zu radeln. Je höher wir kommen, desto schöner präsentiert sich die schluchartige Landschaft mit ihren Felsformationen. Am höchsten Punkt angekommen gönnen wir uns eine Pause: Heiko lässt die Drohne für eine Flugrunde aus dem Koffer, Claudia liest, dazu gibt's Tee und Kekse. Die ganze Zeit werden wir dabei neugierig beäugt und umrundet von einem sehr ängstlich und schreckhaft wirkenden Hund. Ein paar Tropfen Regen bekommen wir ab, als wir unsere Pause beenden und die Abfahrt in Angriff nehmen wollen, glücklicherweise hat sich aber das Anziehen der Regenjacken kaum gelohnt, so schnell war es wieder trocken und sonnig. Wir finden im Verlauf des Tages tatsächlich noch einen kleinen Laden, der zumindest Dosenbohnen in Tomatensauce im Regal hat, so dass wir unsere Nudeln heute Abend nicht mit Salz und Olivenöl essen müssen. Weiterhin sieht es aber so aus, dass auf den Feldern unglaublich viel Paprika angebaut wird, käuflich zu erwerben ist sie aber nirgends. Eine kalte Cola und etwas dröges Gebäck können wir noch ergattern, so dass wir für die nächste Pause verpflegt sind. Als würde unser Wunsch nach Obst und Gemüse uns auf der Stirn geschrieben stehen, hält plötzlich ein Auto vor uns an und der Fahrer überreicht uns aus dem Fenster zwei köstlich aussehende Äpfel. Wie nett! Morgen soll es hinauf auf 1000m gehen, mit dem ersten Teil des Anstieges beginnen wir am heutigen späten Nachmittag. Da es stets früh und auch schnell dunkel wird, beginnen wir ab halb sechs damit, nach einem Schlafplatz Ausschau zu halten. Auf einer Höhe von etwa 430m finden wir schließlich nach 52 Radelkilometern und knapp 700 erklommenen Höhenmetern am Rande eines Ackers ein Plätzchen für die Nacht. Noch vor dem Zeltaufbau gibt es ein 3-Gänge-Menü im Abendlicht: Geschenkte Walnüsse zur Vorspeise, Nudeln mit Dosenbohnen als Hauptgang und Kekse mit Tee zum Nachtisch. Es könnte uns schlechter gehen!Læs mere










