Zelten, wenn wir oben sind - Part II
16. september 2022, Tyrkiet ⋅ ☀️ 30 °C
Der Wecker klingelt zwar um sieben, die Schlafsäcke verlassen wir aber dann doch erst gegen acht Uhr. Geschlafen haben wir sehr gut, besonders die Stille an diesem Ort hat dazu beigetragen. Zu Beginn der heutigen Etappe ernten wir die Belohnung dafür, dass wir gestern noch bis auf den Gipfel gefahren sind - es geht bergab! So kommen wir flott voran, teilweise auf kleinen Nebenstraßen, ab und zu auf schotterigem Untergrund und zu unserem Leidwesen lassen sich auch Abschnitte auf einer Schnellstraße nicht vermeiden. Eine Besonderheit erleben wir auf einer Strecke von ca. drei Kilometern. Unglaublich viele Hunde tummeln sich in den Wiesen, Hängen und Sträuchern rechts und links der Straße. An der Straße weist sogar ein Schild auf kreuzende Hunde und Katzen hin. Auffällig ist, dass die Tiere gar nicht so ungepflegt oder gar abgemagert aussehen wie es sonst bei den Straßenhunden oft der Fall ist. Was es aber mit dieser "Hundestraße" auf sich hat, hat sich uns nicht erschlossen. Wir nähern uns bald der Stadt Kütaya, wo wir einerseits einkaufen und andererseits einen neuerlichen Versuch unternehmen wollen, doch noch Gaskartuschen oder einen neuen Kocher zu ergattern. So langsam fährt täglich die Sorge mit, dass unsere Camping-Küche demnächst kalt bleiben muss. Die Suche in einem riesigen Einkaufszentrum, einem empfohlenen Baumarkt sowie einem größeren Supermarkt kostet uns am Ende zwei Stunden Zeit, bleibt aber leider erfolglos. Immerhin konnten wir unseren Einkauf erledigen, so dass wir u.a. auch für unsere Pause, die wir unmittelbar nach Verlassen der Stadt einlegen, gut ausgestattet sind. Bei gefühlt deutlich wärmeren Temperaturen als in den letzten Tagen fahren wir noch weitere 30 Kilometer durch die Sonne, wobei der Weg zum Ende des Tages dann doch nochmal bergauf führt. Es kommt die gleiche Taktik zur Anwendung wie schon am gestrigen Tag. Das heißt, wir fahren bis zum höchsten Punkt, um dort zu campieren und die morgige Etappe mit einer Abfahrt beginnen zu können. Gesagt getan, wir radeln hinauf auf etwa 1200m und lassen uns am erstbesten Ort nieder, der uns für die Nacht geeignet scheint. Einzig lästig sind die Fliegen, die es hier darauf abgesehen haben, uns den letzten Nerv zu rauben. Unser obligatorisches "Abend-Gemüse" genießen wir trotzdem und mit Einbruch der Dunkelheit verschwinden dann irgendwann sogar die Fliegen.Læs mere





