Erst die Arbeit, dann der Zeltplatz...
15. september 2022, Tyrkiet ⋅ ☀️ 25 °C
Als wir um viertel vor acht aufstehen, herrscht bereits reges Treiben in der Wohnung. Yılmaz, Çiğdem und Ayberk erwarten uns bereits in der Küche mit einem Frühstück bestehend aus Sımıt (Sesamkringeln), Pogaca Teigtaschen) mit zweierlei Füllungen, Käse, Wurst, Oliven und natürlich reichlich Çay. Von Çiğdem und Ayberk müssen wir uns bald verabschieden, die beiden müssen zur Arbeit. Schnell noch ein gemeinsames Foto gemacht und schon sind wir mit Yılmaz, der aufgrund einer Herzerkrankung bereits berentet ist, allein. Zwei bis drei Tee später fangen wir an, unsere Sachen für die Abreise zu packen, Yılmaz verstaut uns noch die Reste vom Frühstück als Proviant in einer Tüte. Anschließend begleitet er uns noch nach unten und wartet, bis wir unsere Räder beladen haben, um zum Abschied zu winken. Wir erledigen noch schnell unseren üblichen Einkauf, dann verlassen wir den Ort Bozüyük. Erneut warten heute wieder viele Höhenmeter darauf, von uns bezwungen zu werden. Bei sonnigem Wetter arbeiten wir uns nach oben, eine Wasserquelle am Wegesrand bietet eine willkommene Abkühlung während der ansonsten recht schweißtreibenden Fahrt. Nach gut 25km haben wir den ersten Gipfel des Tages auf etwa 1200m erreicht, 5 weitere Kilometer später lassen wir uns im Schatten eines Baumes neben einer Wasserquelle zur Pause nieder. Inzwischen ist es fast so etwas wie Routine geworden: Nach erklommenem Gipfel belohnen wir uns mit salzigen Chips. Ein älteres Ehepaar hält mit dem Auto an und bedient sich an der Wasserquelle, der Fahrer des Autos begrüßt uns und zaubert sechs Tomaten aus seinem Kofferraum und schenkt sie uns. Zu dem Frühstücksresten, die Yılmaz uns eingepackt hat, passen sie hervorragend, werden also direkt vertilgt. Während unserer Pause entdeckt Heiko ein scheinbar vergessenes Handy an der Wasserquelle, nicht viel später fährt erneut das Auto mit dem älteren Ehepaar vor und der Fahrer freut sich sehr darüber, sein Telefon zu sehen. Die beiden setzen sich kurzerhand zu uns auf den Boden, nehmen unser Keksangebot an und plaudern, so gut es eben geht, mit uns. Wir beschließen, dass wir auch die kommenden beiden Steigungen heute noch in unser Radelprogramm aufnehmen und uns dann einen Schlafplatz suchen. Das bedeutet zwar noch etwas Anstrengung, hat aber den charmanten Nebeneffekt, dass wir morgen fast nur bergab fahren müssen. So strampeln wir also in der immer karger werdenden Landschaft Meter um Meter nach oben. Gegen 18 Uhr haben wir es nach knapp 1000 erradelten Höhenmetern für heute geschafft. Wie geplant erklären wir die nächste geeignete Stelle zu unserem Nachlager. Im letzten Tageslicht gibt es Tee und gekochtes Gemüse mit Nudeln, dann zwingt uns auch bereits die wie immer sehr schnell hereinbrechende Dunkelheit ins Zelt. Gute Nacht!Læs mere








