Görüşürüz Türkiye
October 1, 2023 in Turkey ⋅ ☁️ 17 °C
Zwischen unserem Gepäck lassen wir uns am Morgen unser Frühstück schmecken, bevor wir um neun Uhr von unserem zuvor bestellten Flughafen-Shuttle abgeholt werden. Kurz schaut der Fahrer etwas ratlos, als er unsere (mit Foto angekündigten...) verpackten Räder sieht, verfrachtet sie dann aber doch zügig mit Hei(kos Hilfe in des Fahgastraum des Mercedes Vito. Überpünktlich erreichen wir den Flughafen, wo wir uns dank des aufmerksamen und netten Personals sehr schnell und unproblematisch unseres Gepäcks und der Räder entledigen. Während wir auf unseren mit Verspätung angezeigten Abflug warten, stolpern wir über folgende Meldung der Nachrichten: "In der türkischen Hauptstadt Ankara hat sich am Sonntagmorgen eine Explosion ereignet. Das Innenministerium sprach von zwei „Terroristen“, von denen sich einer vor einem Eingang zu dem Ministerium in die Luft gesprengt habe." Diese Zeilen lassen uns besonders angesichts der Tatsache, dass wir erst gestern noch genau an diesem Ort entlangspaziert sind, innehalten.
Mit etwa einer Stunde Verspätung heben wir schließlich ab und entschweben in strömendem Regen der türkischen Hauptstadt. Zwei wunderbare Monate des Radreisens liegen hinter uns und wir freuen uns darauf, in einigen Monaten hierher zurückzukehren, um die Fahrt fortzusetzen. In diesem Sinne: Görüşürüz Türkiye!
Tatsächlich sollen wir allerdings das Land nicht so schnell verlassen, wie es geplant war. Ein Unwetter über İstanbul ist der Grund dafür, dass der Pilot keine Landeerlaubnis erhält und wir in luftiger Höhe Kreise fliegen. Nicht die übliche eine, sondern zwei Stunden dauert es, bis wir zur Zwischenlandung in İstanbul ansetzen. Eilig verlassen wir den Flieger, um das Gate für den Anschlussflug zu ermitteln, doch leider erwartet direkt die nächste Hiobsbotschaft. Zunächst können wir die Zahlen auf der Anzeigetafel nicht richtig deuten und wollen sie dann nicht glauben. Der Start unseres Weiterfluges nach Hamburg verspätet sich von 19 Uhr auf 3:55 Uhr. Okay, nun haben wir also Zeit, viiiiel Zeit...!Wie viele andere Gestrandete erhalten am Care-Point von Turkish Airlines einen Verzehrgutschein für einen der vielen Fastfood-Anbieter vor Ort und stellen nebenbei fest, dass es uns vergleichsweise glimpflich getroffen hat: Unser Flug ist immerhin ist im Gegensatz zu diversen anderen nicht komplett gestrichen, wir haben nicht wie viele andere Reisende kleine Kinder dabei und sind grundsätzlich in einer Verfassung, die ein paar Stunden nächtliches Warten ertragen lässt. Erst gönnen wir uns Tee und Muffins, vertreiben uns danach die Zeit mit Lesen und Rumsitzen, bevor wir irgendwann unseren Verzehrgutschein gegen mittelmäßige Pide eintauschen. Den einen oder anderen Tee schlürfen wir noch, dann begeben wir uns in die "Nap-Zone", wo wir zwei Liegesessel ergattern können. Tja, und zwischendurch meldet Claudia sich schon mal vom ersten Arbeitstag nach acht Wochen Urlaub ab, ein pünktlicher Dienstbeginn um acht Uhr wird definitiv an höherer Gewalt scheitern. Unser Abflug verzögert sich weiter, so dass wir am Ende morgens um halb sechs in den Sonnenaufgang fliegen. Der weitere Verlauf gestaltet sich nun erfreulicherweise reibungslos: Nach ruhigem Flug erreichen wir und zu unserer Freude auch das Gepäck und die Fahhräder nach etwas mehr als drei Stunden Hamburg. Hier dauert es ein knappes Stündchen, bis die Räder ausgepackt, in in einen fahrtauglichen Zustand versetzt und beladen sind. Die S-Bahn bringt uns zum Hauptbahnhof, wo wir nahtlos in den Regionalexpress nach Kiel umsteigen können. Nach den allerletzten Radelkilometern erreichen wir mittags um halb eins endlich reichlich platt und müde unser Heim in Kronshagen.Read more










