Sicht wäre schön...
25–30 apr 2024, Turchia ⋅ ☁️ 22 °C
Um halb sieben beginnt unser Tag mitten im Obstbaumblütenmeer. Wie immer lassen wir es gemütlich angehen und sitzen letztendlich um kurz nach zehn auf den Rädern. Die ersten zehn Kilometer bis in die etwas größere Stadt Niğde sind zügig absolviert, geht es doch ausschließlich bergab. Wir nutzen die Gelegenheit der guten Infrastruktur und füllen bei einem Optiker Claudias Kontaktlinsenlösungsvorrat und in einem Turkcell-Laden unser Datenvolumen auf. Durch Zufall finden wir uns auf der Weiterfahrt mitten im Marktgetümmel wieder, so dass auch gleich etwas Obst und Gemüse in unseren Taschen landet. Auf schnurgerader Straße verlassen wir Niğde, der Wind weht mal wieder mächtig von vorne, die unmittelbare Umgebung ist alles andere als attraktiv. Viel Müll liegt überall verstreut herum, dazwischen tummeln sich reichlich Hunde. Wir treffen auf einen Mann, der mit seinem Auto diese Straße entlangfährt und regelmäßig hält, um die Hunde mit Wasser und Futter zu versorgen. Nach Überqueren einer Hauptstraße erreichen wir bald das Dorf
Sazlıca. Schon vorher hatten wir uns gedacht, dass es schön wäre, wenn wir noch irgendwo ein Brot ergattern könnten. Und tatsächlich kommt es noch besser! Zu unserer Linken entdecken wir eine Backstube, die sehr vielversprechend aussieht. Neben dem üblichen Brot werden auch gefüllte Poğaca und andere Backwaren angeboten. Vor allem lacht Claudia ein köstlich aussehendes flaches Gebäck an, welches laut Bäcker mit dem süß schmeckenden Tahini zubereitet wird. Wir werden von den Mitarbeitern zum Tee eingeladen und dazu wird uns eine in Häppchen geschnittene Hälfte des blätterteigartigen Tahini-Brotes serviert. In der Backstube herrscht reges Treiben, unsere Räder vor der Tür erregen interessierte Aufmerksamkeit. Mit einer Tüte voll Backwaren verlassen wir schließlich den Laden und verabschieden uns, vorher werden wir aber noch um ein gemeinsames Foto und unseren Instagram-Kontakt gebeten. Als wir ein halbe Stunde später noch einmal die Campingstühle aufstellen, um nach dem Tee vom Bäcker noch einen weiteren zu trinken, stellt Heiko fest, dass das eben erstellte Foto bereits mit Hinweis auf uns Touristen in Sazlıca auf Instagram gepostet wurde. Die weitere Fahrt führt uns mal wieder bergauf, etwas höher als 1600m liegt unser heutiges Zielgebiet. Unterwegs widerfährt uns noch ein Erlebnis der besonderen Art: Zwei riesige Schwärme Weißstörche fliegen direkt über unsere Köpfe hinweg. Staunend blicken wir in den Himmel und schauen den Vögeln fasziniert zu, wie sie elegant durch die Lüfte gleiten. In knapp über 1600m Höhe, also noch etwas unterhalb des Gipfels, spricht uns eine Wiese als Übernachtungsort an. Hinter einem Felshaufen erhoffen wir uns ein kleines bisschen Windschutz, hier richten wir uns häuslich ein. Leider ist der Himmel wolkenverhangen und sehr dunstig, so dass die Aussicht für uns sehr beschränkt bleibt. Die schneebedeckten Berge am Horizont lassen sich allenfalls erahnen. Diverse Schaf- und Ziegenherden sind noch unterwegs, die Glocken sind in unterschiedlicher Lautstärke aus allen Richtungen zu hören. Wir genießen diesen herrlichen Platz, sitzen bei Salat mit Poğaca vor dem Zelt und schlürfen den einen oder anderen Tee. Außerdem gibt es zum Nachtisch das köstliche Tahini-Brot, das vor allem Claudia hellauf begeistert. Es ist am ehesten beschreibbar als flaches Franzbrötchen mit Sesam- statt Zimtgeschmack und laut Claudia rangiert es unter den türkischen Delikatessen ab jetzt gaaaanz weit oben. Als irgendwann die Dunkelheit hereinbricht, wird es Zeit, die Campingstühle abzubauen und gegen Isomatte und Schlafsack einzutauschen.Leggi altro











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ViaggiatoreGute Nacht 🌙