• Blühender Zeltplatz

    April 24, 2024 in Turkey ⋅ ☁️ 23 °C

    Erneut lassen wir uns um acht Uhr das köstliche Frühstück des urigen Hotels schmecken. Bereits zuvor haben wir unser Hab und Gut in die diversen Packtaschen verstaut, so dass wir einigermaßen früh in die heutige, sehr höhenmeterreiche Etappe starten. Wir verabschieden uns von unserer freundlichen Gastgaberfamilie, steuern zum Zwecke der Verproviantierung noch kurz einen nahegelegenen Supermarkt an und dann schickt das Navigationsgerät uns auch schon bergauf. Etwa 300hm haben wir in den Beinen, als wir wenige Kilometer später den ersten Gipfel des Tages auf einer Höhe von 1770m erreichen. Eine Weile radeln wir noch, bevor wir uns die erste Pause gönnen. Im zugegebenermaßen winzigen Schatten eines kleinen Bäumchens stärken wir uns für den nächsten, ungefähr 20km langen Anstieg. Früher als gedacht erreichen wir am Nachmittag die Passhöhe auf 2180m. Das Erreichen dieses Punktes muss natürlich mit Erinnerungsfoto und Kekspause zelebriert werden, die just erradelte Marke stellt schließlich einen neuen Höhenrekord auf unserer Reise dar. Tadaaaa!!!! Kurz hinter der Kuppe füllen wir an einer Wasserstelle unsere Flaschen auf, dann dürfen wir ziemlich lange rollen. Zwanzig Abwärtskilometer sind es bis zur nächsten größeren Stadt namens Niğde, die wir allerdings erst morgen erreichen wollen. So halten wir also während der Abfahrt aufmerksam Ausschau nach einem potentiellen Schlafplatz. Die Suche gestaltet sich nicht einfach: Mal geht es rechts steil rauf und links steil runter, mal finden wir die Gegend aus unerklärlichen Gründen unheimlich. Und als sich perfekte Plätze in terrassenartig angelegten Obstplantagen anbieten, ist kein Mensch in Sicht, den man um Erlaubnis fragen könnte. Das Areal erscheint uns aber doch zu privat und kultiviert, um einfach eigenmächtig dort das Zelt aufzuschlagen. So rollen wir noch ein Stück weiter, bis wir schließlich einen Platz entdecken, mit dem wir zumindest "halbzufrieden" sind. Zwischen blühenden Obstbäumen und Feldern lassen wir uns nieder. Von der nahen kleinen Straße sind wir zwar gut sichtbar, aber es hat sich ja auch bisher noch nie jemand an unseren Lagerplätzen gestört, ganz im Gegenteil. Auf dem Gaskocher brutzelt Heiko Gemüse, vom gegenüberliegenden Hang sind das Mähen und das Glockengeläute einer Schafherde sowie das dazugehörige Hundegebell zu hören. Von uns nimmt an diesem Abend niemand mehr Notiz, also schließen wir die Zeltreißverschlüsse und sagen: İyi geceler!Read more