• Finale georgische Etappe

    October 14 in Georgia ⛅ 26 °C

    Das ist er also, der letzte Tag im Radsattel. Wir haben eine sehr gute Nacht am Ende eines Feldes verbracht und am heutigen Morgen scheint die Sonne auf unser Zelt. Wir immer lassen wir uns viel Zeit und gerade heute spekulieren wir darauf, dass die Sonne es noch schafft, dem Zelt die nächtliche Feuchtigkeit zu entziehen. Es wäre doch zu schön, unsere kleine Behausung trocken einpacken zu können. Der Plan geht auf und obwohl wir an diesem herrlichen Sommertag sehr gut noch am diesem Plätzchen hätten verweilen können, sind wir am späten Vormittag startklar. Nach knapp 1000 geradelten Kilometern, 10400 erstrampelten Höhenmetern und vielen wunderbaren Eindrücken und Erlebnissen liegt nun also die finale Etappe in die georgische Hauptstadt Tblisi vor uns. Etwa 60 Kilometer sind es bis zum Ziel, als erstes dürfen wir den letzten Gipfel der diesjährigen Tour erklimmen. Die Straße führt durch eine hügelige, trockene Steppenlandschaft und theoretisch könnte es eine angenehme Fahrt sein. Leider können wir aber nicht von einem entspannten Ausrollen reden und wir haben auch kaum einen Blick für die Landschaft übrig, vielmehr fordert die Straße unsere volle Konzentration. Der Verkehr macht uns mürbe: Es ist laut, es ist hektisch, und es riecht nach Abgasen. Marshrutkas (Minibusse) und Lkw ziehen an uns vorbei und Autos setzen zu haarsträubenden Überholmanövern an. Unser Motto auf der engen Straße ohne Seitenstreifen lautet: Ruhig bleiben, Augen auf, Spur halten. Am höchsten Punkt der Etappe machen wir im seltenen Schatten eines Baumes ein kurze Pause. Eine Tasse Tee, etwas Schokolade, dann geht es auf die letzten Kilometer. Nach gut der Hälfte der Strecke taucht die industrielle Kulisse von Rustavi, einem Vorort von Tblisi, am Horizont auf. Statt den großen Highway zu nutzen, schlagen wir uns über die Zubringer- und Nebenstraßen durch. Lange rollen wir über eine wie mit dem Lineal gezogene Straße durch die Peripherie der Hauptstadt. In Tblisi angekommen können wir uns auf einer Busspur in Richtung der Altstadt durchschlagen und schließlich lotst uns das Navigationsgerät in die Aleksandre Tsurtsumia Street. Und dann stehen wir vor dem Hotel "Ramada by Wyndham Tbilisi Old City", wo wir bis Samstag residieren werden. Seitens der Rezeption wird der "Boy" gerufen, der kurz darauf unser Equipment im goldenen Gepäckwagen ins Zimmer transportiert, was für ein Luxus. In den kommenden Tagen steht für uns die Vorbereitung der Räder für den Heimflug sowie Sightseeing an. Heute wird aber nur noch geduscht, um Staub und Schweiß der letzten Tage abzuwaschen, um dann zum Abschluss des Tages einigermaßen vorzeig- und riechbar ein Restaurant in der Umgebung aufzusuchen.Read more