• Tag 4 - Kolasin nach Ulcinj

    25.–26. sep., Montenegro ⋅ ⛅ 24 °C

    Nachdem unser heutiges Ziel war, den Koman-Stausee mit der Fähre (einen anderen Weg gibt es nicht) zu befahren und die einzige Fähre um 13:00 Uhr startet, machten wir uns rechtzeitig, bei 11 Grad C. und wolkenverhangenem Himmel auf die Reise. Nachdem hier auch langsam der Herbst einzog, war die Straße, insbesondere auch wegen dem nächtlichen Regen, von nassem Laub geprägt, was uns natürlich etwas vorsichtig machte. Auch hier Berge, Schluchten und Wald, soweit das Auge reicht. Aber das Wetter wurde immer besser und so erreichten wir irgendwann die kosovarische Grenze.
    Ganz „balkanstyle“ genügte den Kosovaren die grüne Versicherungskarte natürlich nicht und wir mussten eine Zusatzversicherung für unsere Bikes abschließen. 6 € pro Fahrzeug, das ging. Was wirklich lustig war, waren die weidenden Kühe vor der Grenzstation.
    Kurz darauf, es sind ja immer zwei Grenzen, ging`s echt heftig, über viele Serpentinen hinab, aus den Bergen heraus ins Tiefland. Was bereits kurz nach der Grenze offensichtlich war, war die Tatsache, dass die Kosovaren die Mülltrennung vervollkommt haben, d.h. dieser landet nicht im Hausmüll, sondern neben der Straße. Einfach clever, finde ich. Und das blieb auch dann so!
    Unsere Route führte uns dann durchs pittoreske Örtchen „Peja“. Spaß beiseite, wie würde mein Freund Dieter sagen „stoascheiße“ der Ort. Man kann es gar nicht beschreiben, ungemütlich, unsympathische Menschen, aggressive Autofahrer usw. Da möchte man nicht tot über den Zaun hängen! Der absolute Höhepunkt war allerdings, dass ein Mercedes vor uns einen Wandspiegel im Kofferraum beförderte und dieser, nach einem kleinen Huckel auf der Fahrbahn – was nicht anders zu erwarten war – auf die Fahrbahn viel und in 1000 Stücke zerbrach. Dummheit hat ihren Preis.
    Gott sei Dank zentrierte sich alles Schlechte auf diese Stadt, bis auf den Müll am Wegesrand natürlich, und so entpuppte sich die Straße nach Albanien als fahrerisches Highlight. Auch hier natürlich wieder zwei Grenzkontrollen.
    In „Fierze“ gings dann auch die kleine Fähre, welche uns pünktlich in 2 ½ Stunden ans Ziel brachte, einem Loch im Felsen. Man glaubt es kaum, aber die Ausfahrt von der Fähre führt tatsächlich direkt in einen Tunnel. Für uns Kfz-Reisende kein Problem, aber die Fußgänger und Radfahrer, Respekt!
    Die Fahrt über den Koman-Stausee war tatsächlich eines der Highlights der Reise. Landschaftlich traumhaft und alles noch sehr ursprünglich. Und nicht zu vergessen, unsere Gespräche mit den Mitgliedern des „Enduro Adventure Clubs Dubai“ (oder so ähnlich); eine muntere multikulti und gemischte Gruppe aus Motorradenthusiastinnen und -enthusiasten, welche mal was anders als Sanddünen fahren wollten, und sich dort ein paar Bikes für mehrere Tage Urlaub ausgeliehen haben.
    Kaum über die Drin, so heißt dieser Fluss, erwiesen sich die nächsten 30 Minuten als Schotterpiste vom Feinsten. Da hatte wohl das österreichische Pärchen, was uns vorgewarnt hatte, Recht behalten. Der Dreck auf diesem Abschnitt, welcher sich bei unseren Bikes anhaftete, ging auch bis zum Ende der Reise, nie wieder weg.
    Nachdem eine Übernachtung in Meeresnähe angesagt war (Ulcinj) mussten wir wieder die Grenze nach Montenegro überqueren und dieses Mal dauerte es echt lange, was in Anbetracht der wartenden Albaner aber durchaus nachvollziehbar war.
    Das – auf die Schnelle – gewählte Hotel Blue Star war „navitechnisch“ wieder nicht zum Finden, Gott sei Dank rief ein Hilfe anbietender Taxifahrer aber unseren Hotelmanager an, welcher uns zum Hotel lotste. Dieses war zwar sehr schön, aber zum einen nicht am Meer, zum anderen direkt neben einer stark befahrenen Brücke. Zudem war die ganze Nacht lautes Hundegebell angesagt. Wieder mal nicht der „Burner“, aber das empfohlenen Restaurant Lovac war klasse und der Hotelier sehr nett.
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