• neuneinhalber

Balkantour mit Markus

Wo kann man Ende September noch Biken, ohne sich den A… abzufrieren. Frankreich? Maximal im Süden. Italien ähnlich. Was tun? Da spross in mir der Gedanke, es doch mal mit dem Balkan zu versuchen. Read more
  • Trip start
    September 22, 2025

    Tag 1 - München/Zadar nach Knin

    Sep 22–23 in Croatia ⋅ ☀️ 29 °C

    Nachdem das schlechte Spätsommerwetter im Balkan anscheinend vorbei war und alle Vorhersagen positiv ausfielen, ließ ich den Gedanken Taten folgen und erstelle eine durchaus interessante Route bis nach Albanien (und wieder zurück).
    Trotzdem erschien uns die Aussicht auf möglichen Schneefall, bei der Überfahrt mit den Bikes über die Tauern, doch ein wenig „rustikal“. Aber der Motorrad-Tausendsassa Markus war nicht um eine Möglichkeit verlegen: „Fahren wir doch mit dem Hänger über die Alpen! Mein Hausmeister hat ein Haus in Zadar und dort können wir diesen auch abstellen“.
    Gesagt getan. Nach 3 Stunden mühseliges verzurren der Motorräder am 16.09. auf dem etwas kleinen Hänger (zumindest für 2 GSen) gings am darauffolgenden Montag schon um 05:00 Uhr bei mir los, was auch gut war, denn die Anreise nach Zadar dauerte dann doch 9 Stunden.
    Was sich am Zielort (der Villa von Tommy - dem kroatischen Hausmeister aus München/Giesing) als etwas tricky herausstelle war die Tatsache, dass alles, bis auf das Haus, schief war, was das Abladen unserer zwei „Gummikühe“ dann doch wieder sportlich machte.
    Aber, man glaubt es kaum, gegen 15.30 Uhr konnten wir dann tatsächlich noch losfahren und uns durch das dalmatinische Hinterland gen Südosten „arbeiten“. Im Gegensatz zur malerischen Küstenregion ist dieses eher monoton/unspektakulär und von nicht endenden Heckenbewuchs gesäumt.
    Auch die oftmals verlassenen bzw. zerstörten Höfe trugen sicherlich zum nicht vorhandenen Charme der Gegend bei. Was aber wirklich bemerkenswert war, war die Tatsache, dass irgendwo immer ein Haus steht, wo dann doch Menschen wohnen, egal wie abgeschieden. Weiss der Geier wieso!
    Diese Beobachtung zog sich über die gesamte Motorradreise entlang und nicht nur einmal war ich mehr als verblüfft, in welchen entlegenen Ecken sich Menschen wohlfühlen (oder vielleicht auch nicht - man weiß es ja nicht!).
    Irgendwann muss aber auch Schluss ein, wir waren ja schon ewig unterwegs, und so wählten wir als Übernachtungsort Knin, einem kleinen Städtchen unterhalb der wirklich imposanten Festung mit gleichem Namen, für welche wir aber leider keine Zeit hatten. Der einzig schöne Fotohotspot (Wasserfall Brljan) auf der Anfahrt (s.o) erwies sich leider von einer Gruppe von ca. 20 italienischen Motorradfahrern „besetzt“, so dass dieser Tag fotografisch eher eine Nullnummer war.
    Knin selbst ist touristisch eher unerschlossen, aber „booking.com“ sei Dank, konnten wir die günstige Ferienwohnung „Apartman Noa“, mit dem unglaublich netten Gastgeber Josip, auftun. Auch die Suche nach einem Abendessen blieb nicht erfolglos und im Bistro Ivandro (Gotovčeva ul. 2, 22300, Knin, Kroatien) gabs „lecker“ Grillplatte, also was Leichtes zum Abschluss. O.K. ein kleines Bierchen war auch drin.
    Obwohl die Ferienwohnung alles bot, was man so braucht, eins gab es nicht – Ruhe! Direkt vor dem Fenster war die "Grizzly Bar", sozusagen ein kroatischen „Schani-Garten“ und dementsprechend ausgelassen war auch die Stimmung bis in die späten Abendstunden. Aber das war, wie ich letztendlich leider feststellen musste, nur das „warm up“ auf die nächsten Tage.
    Aber man war ja müde und irgendwann kam dann doch der Sandmann.
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  • Tag 2 - Knin nach Sarajevo

    Sep 23–24 in Bosnia and Herzegovina ⋅ ⛅ 21 °C

    Zu Fuß „ausgerückt“ um 8 kauften wir erstmal beim Bäcker um die Ecke frische Backwaren und machten uns im - wie gesagt - gut ausgestatteten „Apartman Neo“ ein Frühstück.
    Solchermaßen gestärkt ging`s weiter in Richtung Süden, wobei mich meine geschätzte Calimoto-Routen-App erstmal in die Pampa durch kleine Dörfer und über Schotterstraßen führte, nicht wirklich zielführend bei unserem Programm! Auf der eilends aufgesuchten Landstraße ging`s dann aber, auf sehr gut ausgebauten Straßen, weiter Richtung Süden am See Perucko Jezero vorbei. Wie leider im Balkan so üblich waren hier nicht ansatzweise Aussichtspunkte vorhanden. Einen Fotostopp auf der Straße hätten wir vermutlich mit unserem Leben bezahlt.
    Die Landschaft wurde aber immer malerischer und auch der Verkehr lies merklich nach. Der geplante Grenzübertritt nach Bosnien-Herzegowina bei Arzano war dann allerdings nur für Einheimische möglich, was infolge des kurzen Umweges kein Problem war.
    War in Bosnien-Herzegowina, nach dem Grenzübertritt, kaum eine Änderung des Landschaftsbildes feststellbar, war doch ein auffälliger Unterschied in der Bebauung feststellbar. War Kroatien im Grenzgebiet eher ärmlich, waren viele Häuser in Bosnien fast schon als Villen zu bezeichnen und der parkende Mercedes Standard. An so manchen Häusern standen auch eine Unmenge in Deutschland zugelassener „Schlitten“. Na ja, irgendwo muss die bosnische Mafia ja auch leben; da wollen wir mal ein Auge zudrücken.
    Etwas wirr am Busko See entlang, der leider wirklich sehr stark bebaut ist, fuhren wir dann in die Berge und später am wunderschönen Blidinje See, welcher mich ein bisschen an Kanada erinnert hat, vorbei. Trotz der sehr abgeschiedenen Lage waren auch hier deutscher Radfahrer, welche ich auf allen meinen Motorradreisen begegne, unterwegs. Infolge der Sprachbarriere konnte ich leider keine Einheimischen, welche zu 100% auf eine benzingetriebene Motorisierung setzen, fragen, was diese davon halten.
    Kurz darauf erreichten wir eine Hochebene, welche durch die Einheimischen als Ski- und Wintersportregion genutzt wird. Im Gegensatz zu Mitteleuropa setzt man hier überwiegend auf Bungalows/Holzhütten und allenfalls kleine Hotels. Unsere europäischen Bausünden, insbesondere die der Franzosen und Italiener sind hier – momentan – Gott sei Dank noch nicht vorhanden.
    Im kleinen Weiler Risovac war dann erstmal eine Pause im gleichlautenden Hotelgasthof auf der Terrasse angesagt. Hier wurde die bestellte Tomatensuppe noch aus einer Terrine serviert und der Fleischspieß war ausgezeichnet.
    Was lustig war, ist die Tatsache, dass die Währung in Bosnien die sog. „Konvertible Mark“ ist, welche bis 2001 an die Deutsche Mark und nunmehr an den Euro im Verhältnis 1:2 gekoppelt ist. Echt schräg, wenn man wieder in Mark zahlt, und das zu fairen Preisen.
    Am Ende des Jablanicko-Stausees sollte uns der Weg letztendlich nach Kalinovic führen. Nach einem kleinen Fotoshooting am wirklich pittoresken Boracko-Bergsee, bei welchem man sich allerdings gefragt hat, wer sich die wirklich lange und kurvige Anfahrt ins „Nirgendwo“ antut, führte uns der Weg stramm in die Berge und letztendlich zum Weiler Argud (Anm.: da möchte man tatsächlich nicht mal tot über dem Zaun hängen), bei welchem - Surprise Surprise - eine Schotterpiste begann. Aber auch im tiefsten bosnischen Hinterland spricht man Deutsch und so konnte uns der dort wohnende „Local“, ein Schafhirte, welcher früher mal in Deutschland gelebt hat, vor der weiteren 8km langen Abfahrt warnen.
    Da es tatsächlich keine Alternative gab, weiter in Richtung Süden zu kommen, wählten wir die asphaltierte aber auch extrem enge Route über das Hochtal bei Luk (selbst da wohnen Menschen!), welches wirklich wunderschön war, und landeten nach 60 km schließlich in Sarajevo, der ehemaligen Olympiastadt aus 1984.
    Die Prachtallee und die einhergehende Bebauung aus den vermutlich „guten alten Zeiten“ erwies sich als so schrecklich (auch, was den ständig vorherrschenden Smog betraf), dass wir davon Abstand nahmen uns eine Unterkunft in der Altstadt zu nehmen. Stattdessen wählten wir ein Hotel im Äquivalent zu Neuperlach, nur noch etwas schlimmer (Hotel Imzit). Direkt an einer Ausfallstraße gelegen, davor eine Tankstelle und kein Restaurant in der Nähe, eine Empfehlung sage ich mal. Auch die Tatsache, dass das Zimmer keine einzige funktionierende Steckdose hatte und Markus kalt duschen musste, war eher „semi“.
    Durch zwei Polizisten, welche sich in der Bar vor Ort eine kleine Pause gönnten, konnten wir uns dann zu mindestens einen Tipp für ein Lokal in der Nähe abholen. Das Bosanska Kraljica erwies sich als nettes kleinen Restaurant, wo, mangels Personals, die Bedienung auch das einzig verfügbare Gericht – Forelle – „zauberte“. Aber war echt lecker.
    Die Nacht war dann – was sonst 😏 - wieder laut.
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  • Tag 3 - Sarajevo nach Kolasin

    Sep 24–25 in Montenegro ⋅ ☁️ 21 °C

    Das gebuchte Frühstück, wir waren in dem Hotel mit ca. 200 Betten die einzigen Gäste, war eher spartanisch, der angebotene Kaffee eine Plörre! Aber egal!
    Schon nach 15 Minuten Fahrt konnten wir das eher ungastliche Sarajevo hinter uns lassen und auf großartigen Straßen in malerischer Landschaft unsere Reise fortsetzen. Wie üblich ging es „stramm“ gegen Süden und so gelangten wir alsbald nach Brod, einem kleinen Weiler an einer Biegung des Flusses „Drina“. Die anschließende Fahrt entlang der Tara-Schlucht war wild, da die Bosnier zwar jede Ecke mit zum Teil doch einladenden Rafting-Camps verbaut haben, entsprechendes Budget aber nicht in den Straßenbau eingeflossen ist. Somit würde ich hier eher von einer Piste sprechen. Aber die Einheimischen wissen das, auch auf zwei Rädern, stets zu meistern.
    Bei Scepan Polje überquerten wir dann die Grenze nach Montenegro und – siehe da – die Straßen entlang des Flusses „Piva“, dieser hatte sich zuvor von der Tara abgezweigt, waren top.
    Die folgende Strecke entlang der wunderschönen Piva-Schlucht erwies sich als traumhaft und so war es auch nicht verwunderlich, dass Markus die Abzweigung in den Durmitor-Nationalpark, diese führt direkt in den Felsen, übersah.
    Über mehrere, in den Felsen eingesprengte, Serpentinen ging es immer höher und so änderte sich auch das Landschaftsbild von südländisch in eher Mischwald in letztendlich Hochebene.
    Auf dieser, im Knotenpunkt Trsa, war dann ein Päuschen bei einer warmen Suppe angesagt.
    Wie vorab recherchiert muss man den Durmitor-Nationalpark entgegen dem Uhrzeigersinn befahren, wir hielten uns natürlich daran. Final kann man sagen, dass dieser wirklich atemberaubend ist. Das Wissen natürlich auch andere, und so war auch das Fahren auf der engen Straße, mit reichlich Gegenverkehr, sogar mit einem Motorrad zuweilen abenteuerlich. Wunderschöne Ausblicke und wilde Pferde auf der Fahrbahn entschädigten uns aber dafür zur Gänze.
    Obwohl eigentlich eine Umrundung angedacht war, entschieden wir uns letztendlich dagegen, da eine Durchschnittgeschwindigkeit von 25 km/h uns nicht wirklich weiterbrachte. Somit brachen wir den Rundkurs kurz vor Zabljak ab und wählten, am Anfang durch ein malerisches Tal, den Weg nach Kolasin.
    Am Anfang noch einem Flusslauf (Tusinja) folgend war uns irgendwann klar, wieso die Italiener das Land „Schwarze Berge“ genannt haben. Alter Schwede, nur Berge und Wald um uns rum. Dazu noch 1000 Kurven, „Bikerherz“ was willst du mehr? Ja, vielleicht die letzten 10 km auf der Hauptstraße (M – 2) bis Kolasin. Das war „Fahrerlebnis“ pur!
    Dort angekommen war uns das Glück hold und wir konnten zwei wirklich großartige Zimmer im Hotel Cile ergattern. Der Empfehlung für das Abendessen im „Restauran VODENICA“ (RGGF+85R, Kolasin, Montenegro) kamen wir nach und wir wurden nicht enttäuscht. Als Herausforderung stellte sich das von mir bestellte „Kacamak“ heraus. Eine montenegrinische Spezialität mit Kartoffeln, Käse und Rahm, halt ganz was Leichtes.
    Wirklich wohl gesättigt, sprich überfressen, konnten wir dann, zum wirklich ersten Mal, eine ruhige Nacht verleben.
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  • Tag 4 - Kolasin nach Ulcinj

    Sep 25–26 in Montenegro ⋅ ⛅ 24 °C

    Nachdem unser heutiges Ziel war, den Koman-Stausee mit der Fähre (einen anderen Weg gibt es nicht) zu befahren und die einzige Fähre um 13:00 Uhr startet, machten wir uns rechtzeitig, bei 11 Grad C. und wolkenverhangenem Himmel auf die Reise. Nachdem hier auch langsam der Herbst einzog, war die Straße, insbesondere auch wegen dem nächtlichen Regen, von nassem Laub geprägt, was uns natürlich etwas vorsichtig machte. Auch hier Berge, Schluchten und Wald, soweit das Auge reicht. Aber das Wetter wurde immer besser und so erreichten wir irgendwann die kosovarische Grenze.
    Ganz „balkanstyle“ genügte den Kosovaren die grüne Versicherungskarte natürlich nicht und wir mussten eine Zusatzversicherung für unsere Bikes abschließen. 6 € pro Fahrzeug, das ging. Was wirklich lustig war, waren die weidenden Kühe vor der Grenzstation.
    Kurz darauf, es sind ja immer zwei Grenzen, ging`s echt heftig, über viele Serpentinen hinab, aus den Bergen heraus ins Tiefland. Was bereits kurz nach der Grenze offensichtlich war, war die Tatsache, dass die Kosovaren die Mülltrennung vervollkommt haben, d.h. dieser landet nicht im Hausmüll, sondern neben der Straße. Einfach clever, finde ich. Und das blieb auch dann so!
    Unsere Route führte uns dann durchs pittoreske Örtchen „Peja“. Spaß beiseite, wie würde mein Freund Dieter sagen „stoascheiße“ der Ort. Man kann es gar nicht beschreiben, ungemütlich, unsympathische Menschen, aggressive Autofahrer usw. Da möchte man nicht tot über den Zaun hängen! Der absolute Höhepunkt war allerdings, dass ein Mercedes vor uns einen Wandspiegel im Kofferraum beförderte und dieser, nach einem kleinen Huckel auf der Fahrbahn – was nicht anders zu erwarten war – auf die Fahrbahn viel und in 1000 Stücke zerbrach. Dummheit hat ihren Preis.
    Gott sei Dank zentrierte sich alles Schlechte auf diese Stadt, bis auf den Müll am Wegesrand natürlich, und so entpuppte sich die Straße nach Albanien als fahrerisches Highlight. Auch hier natürlich wieder zwei Grenzkontrollen.
    In „Fierze“ gings dann auch die kleine Fähre, welche uns pünktlich in 2 ½ Stunden ans Ziel brachte, einem Loch im Felsen. Man glaubt es kaum, aber die Ausfahrt von der Fähre führt tatsächlich direkt in einen Tunnel. Für uns Kfz-Reisende kein Problem, aber die Fußgänger und Radfahrer, Respekt!
    Die Fahrt über den Koman-Stausee war tatsächlich eines der Highlights der Reise. Landschaftlich traumhaft und alles noch sehr ursprünglich. Und nicht zu vergessen, unsere Gespräche mit den Mitgliedern des „Enduro Adventure Clubs Dubai“ (oder so ähnlich); eine muntere multikulti und gemischte Gruppe aus Motorradenthusiastinnen und -enthusiasten, welche mal was anders als Sanddünen fahren wollten, und sich dort ein paar Bikes für mehrere Tage Urlaub ausgeliehen haben.
    Kaum über die Drin, so heißt dieser Fluss, erwiesen sich die nächsten 30 Minuten als Schotterpiste vom Feinsten. Da hatte wohl das österreichische Pärchen, was uns vorgewarnt hatte, Recht behalten. Der Dreck auf diesem Abschnitt, welcher sich bei unseren Bikes anhaftete, ging auch bis zum Ende der Reise, nie wieder weg.
    Nachdem eine Übernachtung in Meeresnähe angesagt war (Ulcinj) mussten wir wieder die Grenze nach Montenegro überqueren und dieses Mal dauerte es echt lange, was in Anbetracht der wartenden Albaner aber durchaus nachvollziehbar war.
    Das – auf die Schnelle – gewählte Hotel Blue Star war „navitechnisch“ wieder nicht zum Finden, Gott sei Dank rief ein Hilfe anbietender Taxifahrer aber unseren Hotelmanager an, welcher uns zum Hotel lotste. Dieses war zwar sehr schön, aber zum einen nicht am Meer, zum anderen direkt neben einer stark befahrenen Brücke. Zudem war die ganze Nacht lautes Hundegebell angesagt. Wieder mal nicht der „Burner“, aber das empfohlenen Restaurant Lovac war klasse und der Hotelier sehr nett.
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  • Tag 5 - Ulcinj nach Tucepi

    Sep 26–27 in Croatia ⋅ ⛅ 22 °C

    Nach einem sehr guten Frühstück mussten wir erstmal feststellen, dass die gewünschte Route gesperrt war. Egal, so ging es straff in Richtung Zadar auf der Küstenstraße. Optisch schön, aber halt viele Autos. Wegbegleiter war, bereits ab Ulcinj, aber ein permanenter Geruch nach Unrat, und das über zig Kilometer. Etwas seltsam fanden wir!
    Nach Budva dann der volle 💩💩💩. Ich weiß nicht wie lange, aber ein Megastau auf einer Baustellen-Schotterpiste. Heiß, dreckig, Smog, keine Möglichkeit zum Überholen usw. – das war heftig. Irgendwann, wir waren schon gar, kam ein Notarzt von hinten und wir schlossen uns diesem – aus Verzweiflung, obwohl verboten – an.
    Kotor, und die dazugehörige Bucht, ließ das Ganze aber dann – fast – wieder vergessen. Kotor ist zwar heillos durch Touristen aller Herrenländer bevölkert, trotzdem alles in allem unglaublich schön, pittoresk und definitiv (noch) eine Reise wert. Auch die Bucht war sagenhaft schön und so machte es auch nichts, dass der Verkehr etwas intensiver war.
    Über einen kleinen „Schlenker“ ins Hinterland, und natürlich einem weiteren Grenzübertritt, erreichten wir Dubrovnik und fuhren weiter in Richtung Norden. Auch das von Markus hochgeschätzte BMW-Navigationssystem ist nicht unfehlbar und somit befuhren wir nicht die Schnellstraße über die Insel Peljesac, welche mittlerweile durch eine Brücke mit dem kroatischen Festland verbunden ist, sondern die alte Route über Bosnien-Herzegowina, mit zwei Grenzübergängen innerhalb von 20 Minuten. Aber die Straßenführung war spitze und nicht befahren, was auch wieder seinen Vorteil hatte.
    Auf der Suche nach einer kleinen Erfrischung kehrten wir kurz im „Rizman Rest Stop“ (XG89+43 Slivno Ravno, Kroatien) ein, welcher zwar eine wunderbare Aussicht bietet, aber nur noch 10 Minuten offen hatte. Es kam, wie es kommen musste. Um die Kurve rum, genau nach 60 Sekunden Fahrt, befand sich der noch geöffnete „Deak Wines Rest Stop“. Aber wir mussten ja weiter. Vielleicht eine kleine Genugtuung war, dass Markus die Toilette (NICHT SCHULDIG!) im Rizman zum Überlaufen brachte 😂
    Der weitere Verlauf führte noch am Anbaugebiet bei Opuzen, wo am Straßenrand das beste und frischeste Gemüse angeboten wird, vorbei.
    Kurz darauf erreichten wir die wunderschönen und malerischen Bacina-Seen (3CHC+XR Ploče, Kroatien) welche bei Markus aber leider keinen nachhaltigen Eindruck machten, was bedeutete, dass wir dran vorbeisausten.
    Wir erreichten somit zügig auch unser Ziel Tucepi. Die Pension „Villa Bougainvillea Tomaz“ (73F3+7J Tučepi, Kroatien) lag natürlich direkt an der Hauptstraße. Unten am Meer war dann der Ausklang im Restaurant Gusari angesagt.
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  • Tag 6 - Tucepi nach Zadar

    September 27 in Croatia ⋅ ☀️ 25 °C

    Nachdem langsam, aber sicher doch ein wenig die Luft raus war, sollte es weitestgehend zügig nach Zadar weitergehen.
    Entlang der Makarska-Küste, definitiv immer ein Highlight, führte uns unser Routing dann ins Hinterland, da die Küstenstraße doch sehr befahren war. Zugegebenermaßen wurde es wieder sehr kurvig und wild, so dass unsere anvisierte Ankunft immer mehr unrealistisch wurde. Gott sei Dank erwiesen sich die nachfolgenden Strecken im Hinterland schon fast als Autobahnen, und das ohne nennenswerten Verkehr.
    Nach einem kleinen Abstecher nach Pakostane erreichten wir letztendlich unsere Gastgebervilla in Zadar.
    Schweißtreibende 2 Stunden später konnten wir dann auch unseren Gastgeber Tomazs begrüßen, welcher uns gleich eine Hausführung gab.
    Am Abend war dann eine Rundtour, mit anschließendem Essen im Restoran Bruschetta, durch Zadar angesagt. Trotz der durchaus malerischen Lage der Altstadt auf einer Halbinsel, welche schon durch die Römer und später die Venezianer erschlossen wurde, definitiv kein Highlight meiner Reisen.
    Nach einer mehr als kurzen Nacht, Tomazs wolle uns noch mit seinem Hauswein (aus eigen Anbau) abfüllen, hier lag der Verdacht nahe, dass ein Übermaß eine kurzzeitige Blindheit verursacht, ging`s um 06:00 Uhr in Richtung Heimat. Im Gepäck 20 l Hauswein 😂 und 1 l selbstgemachtes Olivenöl.
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  • Fazit/Resümee

    September 28 in Germany ⋅ ⛅ 16 °C

    • Routing im Balkan ist, wegen der Namensschreibweisen aber auch den unzähligen Weilern, sehr schwierig, viele Orte können in den Navigationsgeräten nicht eingegeben werden. Manchmal streikt sogar Google
    • Sarajevo hatte für uns definitiv nichts, was ein neuerlicher Besuch erstrebenswert macht. Eventuell ist es in der Altstadt anders. Was erschwerend dazu kommt ist die Tatsache, dass viele Gebäude noch die Beschädigungen, resultierend aus dem Balkankrieg in den 90er-Jahren, aufweisen. Könnte man mal, wenn man Lust hat, reparieren.
    • E-Mobilität ist im Balkan tatsächlich mehr als eine Ausnahme. Der offensichtliche Trend sind definitiv große, PS-starke Limousinen renommierter deutscher Hersteller. Der Rest fährt mit alten stinkenden Rostlauben. Das Bewusstsein, die Welt retten zu müssen, scheint dort also noch nicht mal ansatzweise angekommen zu sein.
    • Dafür spricht auch die rudimentäre Entsorgung jedwelchen Abfalls am Straßenrand
    • Der Balkan boomt! Insbesondere im Bereich von Motocrossern und Jeep-Offroad-Fahrern scheint dies (noch) ein Eldorado für Abenteurer zu sein.
    • Montenegro ist für mich DER Tipp für eine Reise. Alles vergleichsweise sauber, freundliche Menschen und noch faire Preise.

    Die Krux an einer Motorradreise ist ja, dass gerade hier die Reise das Ziel ist (um meinen alten Spezi Johann Wolfgang von Goethe zu zitieren), d.h. wenn möglich viele Kurven, etwas Abenteuer und letztendlich ein wohlbehaltenes Ankommen zu Hause. Die vielfältigen Eindrücke arbeitet man dann am Abend, bei einem gepflegten landestypischen Essen, auf. Und wer Glück hat, kann sogar schlafen 😂😂😂😂
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    Trip end
    September 28, 2025