• Ecolodge Poutpout

    May 23–26 in Senegal ⋅ ☀️ 31 °C

    Horrortage im Saloum-Delta !!
    Eigentlich fing alles ganz harmlos an: wir fahren zu der Ecolodge Poupout, um dort eine Nacht auf dem Parkplatz zu stehen. Von anderen Overlandern hatten wir gehört, dass der Ort wunderschön sei, man dort den Pool benutzen und richtig gut essen gehen kann. An der Lodge angekommen, meinte die Dame an der Rezeption, dass das nicht möglich ist und wir nicht dort übernachten können. Danke an den letzten Overlander, der wohl ohne zu fragen hier seinen Wassertank aufgefüllt hat - daher wollten sie uns nicht stehen lassen 😠😠! Also gut, wir drehen um, fahren 3 Kilometer weiter und wollen dort bei ein paar Bäumen stehen. Die Piste sieht stabil und gut befahren aus 😇 - wir wissen nicht, dass wir hier in einer Salzpfanne fahren ?? Plötzlich macht Henriette einen Ruck und bleibt stehen 😳. Wir steigen aus und sehen, dass das Hinterrad auf der Fahrerseite rund 10 Zentimeter eingesackt ist. Kein Problem, wir lassen Luft ab, schaufeln ein bisschen und legen die Gummimatten vor die Reifen. Henriette bewegt sich allerdings nicht vorwärts, sondern sackt noch tiefer ein. Okay, ich laufe zurück zur Lodge und frage die Arbeiter, ob sie uns mit ihrem Traktor rausholen können! Die Jungs diskutieren ein bisschen, ich fahre mit einem der Männer auf dem Moped zurück zum Auto und er schaut sich die Misere an. Eine halbe Stunde später kommen die 3 Jungs mit ihrem großen Wasserlaster, um uns zu bergen. Dummerweise sackt der Laster 50 Meter vor uns ebenfalls ein 🙈🙈 ! Nun sind die Männer natürlich erst einmal beschäftigt, ihren LKW herauszubekommen- für Henriette haben sie keine Zeit mehr. Sie bringen nun auch den Traktor - aber der schafft es nicht, den Laster herauszuziehen. Die Jungs fangen an zu graben und die Reifen mit Steinen und Brettern zu unterfüttern. Einmal macht der Traktorfahrer einen Versuch, uns herauszuholen - funktioniert leider nicht. Bis zur Dunkelheit helfen wir alle erst einmal dem Wasserlaster. Müde und erschöpft schlafen wir schließlich in unserer schrägen Wohnung! Der nächste Tag startet wieder mit Schaufeln, allerdings ist das eher kontraproduktiv, der Wagen sackt dadurch noch mehr ab. Da wir nichts anderes machen können, unterstützen wir alle die Jungs mit ihrem Laster. Gegen 11 Uhr kommen dann 10 Leute von der Lodge auf ihren Mopeds angerast, es wird laut diskutiert, telefoniert und alle rennen hektisch herum?? Eine Frau klärt uns auf: der Besitzer der Lodge kommt um 14.00 Uhr mit dem Flugzeug, er darf auf keinen Fall erfahren, dass seine Arbeiter versucht haben, uns mit dem LKW zu bergen. Es wird geschaufelt, hochgebockt, Steine geschleppt - die starken jungen Männer geben alles. Tatsächlich schaffen sie es, den Wagen rauszuziehen und er steht kurz vor der Landung des Chefs wieder auf seinem Parkplatz - puh, Glück gehabt! Die Jungs versprechen uns, sofort wieder zu kommen und uns zu helfen, wenn der Chef weg ist 😐! Der Plan geht nicht auf, der große Boss hat erfahren, dass wir dort feststecken und er schaut sich das Problem gleich selbst an. Kurze Zeit später kommt er mit seinem Traktor und einem Arbeiter angefahren, gibt Kommandos, wie und wo wir buddeln sollen und versucht uns dann rauszuziehen. Klappt nicht, wir sind nun noch viel weiter abgesackt und stehen bedenklich schief. Na ja, der Chef gibt uns den Rat, dass wir einen Bagger besorgen sollen ??? Wir könnten natürlich gerne auf seiner Lodge schlafen - in der Henriette war es nun ja nicht mehr möglich. Total fertig und frustriert versuchen wir den Baggerfahrer zu erreichen - klappt aber nicht. Dafür rufen unsere Freunde Carsten und Heike an, sofort sagen sie zu, dass sie am nächsten Morgen zu uns kommen - wir freuen uns riesig! Zu Fuß marschieren wir in der Dämmerung zur Lodge, bekommen ein leckeres Abendessen und versuchen, ein Auge in dem Luxusbett (für 120,-€/Nacht) zuzubekommen - das klappt allerdings auch nicht richtig. Montags kommen dann glücklicherweise Heike und Carsten zu uns, das hebt die Stimmung gleich richtig. Carsten und Hans-Peter buddeln mit vollem Einsatz, versuchen mit Wagenhebern, Sandblechen und Hölzern den Wagen zu stabilisieren. Heike motiviert die Mannschaft mit einem leckeren Pastagericht. Später kommen sogar Martina und Volker noch zu uns, sie haben von unserem Malheur erfahren und sich auch gleich ins Auto gesetzt - wir sind echt überwältigt von dieser Hilfsbereitschaft. Das tut so unfassbar gut, dass jemand bei einem ist, einen versteht und unterstützt! Irgendwann kommt dann endlich der Baggerführer, er inspiziert alles und sagt zu, uns später mit seinem Caterpillar herauszuziehen. Es ist schon fast 16.00 Uhr, als er endlich anrückt. Erst einmal stellt er fest, dass sein Bagger einen Platten hat, Carsten muss erst Luft reinpumpen. Dann gibt es sicher über 10 Versuche (ich kann nicht mehr hinschauen 🙈), das Seil reißt mehrfach, der Reifen muss wieder aufgepumpt werden, man versucht es mit einer Stahlkette - unser Mädchen bewegt sich einfach nicht. Irgendwann macht sie tatsächlich einen Ruck nach vorne, wir können es kaum fassen. Noch ein letzter Versuch mit roher Gewalt und endlich, endlich schafft sie es raus - sogar ohne Umzukippen ! Unsere Erleichterung ist nicht zu beschreiben, wir jubeln und fallen uns alle in die Arme !! Es scheint auch nichts kaputt gegangen zu sein - der Motor schnurrt wie immer. Dann geht alles ganz schnell und einfach: es wird zusammengepackt, der Bagger bezahlt und auf geht’s zur Lodge. Wir hüpfen unter die Dusche, entspannen uns im Pool und genießen alle zusammen ein leckeres Abendessen mit einer kühlen Gazelle !! Auch die Arbeiter der Lodge freuen sich wie verrückt, alle sind begeistert und glücklich!! Was ein Erlebnis - davon werden unsere Urenkel noch erzählen !!Read more