• Tag 3: auf dem Weg nach Ait Ben Haddou

    29.–30. dec. 2025, Marokko ⋅ ☁️ 12 °C

    Heute ging es früh los – zumindest marokkanisch früh. Gegen 9 Uhr verabschiedeten wir uns von Marrakesch und machten uns auf den Weg nach Aït Ben Haddou. Unser Navi hatte offenbar Großes mit uns vor, denn angekommen sind wir erst gegen 15:30 Uhr. Aber keine Sorge: Die Strecke war alles andere als langweilig.

    Schon zu Beginn begrüßte uns etwas, das ich in Marokko nach unserem ersten Tag ehrlich gesagt nicht erwartet hatte – blauer Himmel! Nach einem kurzen Stopp im Supermarkt, um uns mit den nötigsten Kleinigkeiten (und vermutlich ein paar unnötigen Snacks) einzudecken, fuhren wir Richtung Atlasgebirge. Und dort kam der Moment, der mein Weltbild kurz ins Wanken brachte: Schnee. Ja, echter Schnee. In Afrika. In Marokko. Auf dem Gipfel des Tizi n‘ Tichka lagen weiße Schneedecken und ich fragte mich ernsthaft, ob ich mich nicht doch heimlich nach Österreich verirrt hatte. Natürlich wurden fleißig Fotos gemacht, bevor wir weiterfuhren – und der Schnee sich genauso schnell wieder verabschiedete, wie er aufgetaucht war.

    Die Landschaft wechselte anschließend dramatisch: tiefe Täler, Lehmhäuser und zahlreiche Kasbahs säumten unseren Weg. Eine Kasbah ist übrigens eine traditionelle Festungsanlage aus Lehm, die früher als Wohn- und Schutzort diente – heute vor allem wunderschön anzusehen und sehr fotogen.

    Zur Mittagszeit machten wir Halt in einem kleinen Ort und teilten uns mehrere Tajinen mit Couscous. Besonders lecker war die Kombination aus herzhaftem Essen mit süßen Früchten wie Feigen und Datteln – eine Mischung, die mich definitiv überzeugt hat.

    Nach dem Essen ging es weiter zu unserer Unterkunft in der Nähe von Aït Ben Haddou. Nachdem wir unser Gepäck abgeladen hatten, fuhren wir relativ bald weiter, um den Ort selbst zu erkunden. Aït Ben Haddou ist ein historisches Lehmdorf (Ksar), das zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört und schon als Filmkulisse für zahlreiche Hollywoodproduktionen diente. Obwohl sich die Sonne leider hinter den Wolken versteckte, hat mich dieser Ort sehr positiv beeindruckt. Die Weite, der Blick in die Ferne und die besondere Atmosphäre wirkten auch ohne perfektes Licht überwältigend.

    Nach einem gemütlichen Tee vor Ort wartete ein weiteres Tageshighlight auf uns: ein Kochkurs. Wir lernten, unsere eigene Tajine zuzubereiten und backten Brot im traditionellen Lehmofen. Das Ganze machte nicht nur großen Spaß, sondern schweißte uns als Gruppe noch einmal richtig zusammen – und lecker war es obendrein.

    Ich freue mich schon sehr auf morgen, denn dann geht es weiter in Richtung Sahara. Dort wird es vermutlich keinen Tagesbericht geben, da Internet eher ein Gerücht als Realität sein wird. Der Bericht folgt also – irgendwann zwischen Sand, Sternenhimmel und Kamelen. 🐪🌵
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