Tag 5: Agdz
31. dec.–1. jan. 2026, Marokko ⋅ ☀️ 17 °C
Der Tag begann zu einer Uhrzeit, die man eigentlich nur aus Erzählungen kennt: kurz nach sechs klingelte der Wecker. Ziel der frühen Tortur war der klare Nachthimmel der Wüste – wir wollten die Sterne fotografieren. Die Milchstraße hatte allerdings andere Pläne und befand sich praktischerweise auf der anderen Seite der Erdkugel. Trotzdem war es ein ganz besonderer Moment, mitten in der Wüste zu stehen, fernab von jeglicher Lichtverschmutzung, und in einen Himmel zu schauen, der vor Sternen nur so explodierte. So viele Sterne habe ich in meinem Leben noch nie gesehen.
Nach dem Sterneschauen ging es direkt sportlich weiter: Sandboarding bei Sonnenaufgang. Die Vorstellung war spektakulärer als die Realität. Der Sonnenaufgang versteckte sich schüchtern hinter leichtem Dunst, und das Sandboarding entpuppte sich als gemütliches Hinunterrutschen eines kleinen Hügels – ohne Guide, ohne Anleitung und ohne den einen perfekten Spot. Aber gut, wir haben es versucht und können es jetzt von unserer Bucket List streichen.
Danach hieß es auch schon wieder Abschied nehmen vom Camp. Gegen 8:30 Uhr machten wir uns auf den Rückweg Richtung Zivilisation. Da wir Mitleid mit den Dromedaren hatten – und der Ritt ohnehin nicht als Wellness-Anwendung durchgeht – entschieden wir uns größtenteils fürs Laufen. Einige testeten die Dromedare trotzdem noch, stellten aber recht schnell fest: Die Idee war auf dem Papier besser. Nach etwa 70 Minuten Fußmarsch durch die wunderschöne Wüstenlandschaft waren wir froh, uns bewegt zu haben, und stiegen motiviert wieder ins Auto.
Nächster Stopp: Agdz, inklusive eines wunderbaren Lunch-Zwischenstopps. Die Umgebung dort war atemberaubend, das Essen hervorragend – genau das, was wir gebraucht hatten. Unsere neue Unterkunft toppte das Ganze noch: schön, warm, Sonne satt. Die marokkanische Sonne hielt wieder einmal, was sie versprach. Kurzerhand schnappten wir uns die Badesachen und sprangen in den Pool. Dieser hatte gefühlt die Temperatur von Gletscherwasser, brachte dafür aber unseren Kreislauf zuverlässig auf Trab und sorgte für viel Gelächter.
Nach mehreren freiwilligen Kälteschocks war die warme Dusche ein echtes Highlight – Luxus, den wir in den letzten Tagen schmerzlich vermisst hatten. Später erkundeten wir einen Hügel mit einer alten, verlassenen Burg: ein echter Lost Place, übersät mit Malereien (Graffiti). Wir genossen die Aussicht, die Ruhe und einfach den Moment.
Zurück in der Unterkunft spielten wir Karten, saßen gemütlich beisammen und ließen den Tag entspannt ausklingen. Am Abend starteten wir schließlich gut gelaunt, satt und zufrieden in den Silvesterabend. Der Abend wurde begleitet durch ein „4 Gänge Menü“ der marokkanischen Art. Zwischen jedem Gericht wurde ein Lied lang gemeinsam getanzt - doch niemand hat im Vorfeld erwähnt, dass ein Lied 15-20 Minuten dauert. Mitgemacht und gelacht haben wir trotzdem. Es war neu, es war lustig, es war interessant. Eben ein Silvester auf marokkanische Art!
Dankbar zu Silvester an einem solchen Ort zu sein und diese Erfahrung mit wundervollen Menschen machen zu dürfen!
So darf ein Jahr beginnen. Happy New Year! 🎉✨Læs mere

























