Tempeleuphorie in Chiang Mai
6 gennaio, Tailandia ⋅ 🌙 18 °C
Fünf Wochen Zeit haben wir, um Thailand einmal von Norden nach Süden zu durchqueren oder vielmehr zu durch“längsen“. Wie kriegen wir es hin, dass diese Reise zugleich auch Urlaub ist? Nach unserer Ankunft in Bangkok haben wir uns nach und nach aus unserer Winterkleidung geschält und sind am gleichen Morgen weiter nach Chiang Mai geflogen, Kultur- und Tempelmetropole des Thailändischen Nordens. Vielleicht nicht der beste Ort, um nach den Strapazen der Anreise erstmal zur Ruhe zu kommen. Das Baan Chai Thung Resort in Doisaket, unsere erste Unterkunft, liegt etwa 30 Kilometer westlich von Chiang Mai und entpuppt sich als charmante Oase mit Patina. Die weitläufige Anlage mit mehreren kleinen Seen, Pool und Restaurant ist ein bisschen in die Jahre gekommen, aber doch so gepflegt, dass man sich wohlfühlen kann. Unser Bungalow hat bunte Glasfenster und schaut auf einen Seerosenteich mit vielen verdorrten Blättern, die jemand vergessen hat, abzuschneiden.
Wir sind in eine andere Jahreszeit geflogen - und sehr erstaunt, dass sie auch hier Winter heißt. Anfühlen tut sie sich ein bisschen wie vertrockneter Spätsommer, in dem die Natur durstig nach Wasser lechzt, und es wohl auch bald bekommen wird. Die Regenzeit steht - naja, nicht vor der Tür, aber am Gartentörchen von Nordthailand. Tagsüber hat es hier im Norden angenehme 25 Grad. Zwischen unserer Ankunft und der ersten Stippvisite nach Chiang Mai liegt allerdings eine sehr kühle Nacht, in der ich am Ende alle verfügbaren warmen Klamotten übereinander anhabe. In Michelinmännchenmontur, bestehend aus Pullover, Strumpfhose, Überstrümpfen und Daunenjacke liege ich in meinem neuen Daunenschlafsack, den ich mir gekauft habe, um in thailändischen Doppelbetten nicht auf kommunistische Zudecken angewiesen zu sein. Ich friere. Offenbar schwappt gerade wieder ein Kältehoch zu uns her, das, wie fast alles in der Welt, aus China kommt.
Nachmittags in Chiang Mai herrscht dagegen die erwartete tropische Hitze. 200000 Einwohner hat die Stadt - und in ihrer Mitte ein pochendes Herz, einen Altstadtkern, der gerade mal 1,5 mal 1,5 Kilometer misst und von Wasser und Resten einer Stadtmauer umgeben ist. Die Parkplatzsuche mit dem Mietwagen ist eine kleine Tortur. Glücklicherweise kann man sich in der Altstadt, in der es fast so viele Wats wie Restaurants gibt, per Tuktuk oder TikTok (Robert) von A nach B chauffieren lassen. So gelangen wir in der Dämmerung zum Wat Chedi Luang, einem ersten Superlativ auf dieser Reise. Der Torso des alten Chedi erinnert noch an die Bauzeit im 15. Jahrhundert und korrespondiert mit den neuen Gebäuden, in denen einem Buddha in den verschiedensten Körperhaltungen begegnet. Schlief der Erleuchtete mit offenen Augen? Und war sein Bauch, den er sich beim Lachen oft hält, tatsächlich dick? Jasminduft betört die Nase, Mönchsgesang das Ohr, der Reigen der im Abendwind tanzenden farbigen Lampions ist ein Fest für die Augen. Wie sind die Elefanten, die auf der Brüstung der alten Chedi trohnen, dort hinauf gekommen? Und werden die drei archaischen Yangbäume mit gigantischem Stamm-Durchmesser, die die Tempelanlage überragen, am Ende in den Himmel wachsen?
Ich bin angekommen, antwortet es in mir.Leggi altro



























Viaggiatore
Hier sieht er aber garnicht dick aus 🤔
ViaggiatoreEs gibt noch eine andere Statue.
ViaggiatoreHabe den dicken Buddha bei den Fotos ergänzt, er war allerdings golden, nicht blau