• Ein kranker Buddha an der Himmelsleiter

    7 gennaio, Tailandia ⋅ 🌙 17 °C

    Wer sagt denn, dass es nur in Chiang Mai schöne Tempel gibt?  Der Chedi des Tempels von Doisaket auf der Anhöhe lockt mich und ist von der Lodge aus fußläufig zu erreichen. Ich muss mich bewegen und das tue ich. Zunächst an der Straße entlang und dann über einen von ärmlichen Häusern gesäumten Steig nach oben. Es riecht nach Hühnern und anderem Getier, nach Müll, nach Suppenküche, nach süßen Blüten, die sich erst bei Sonnenuntergang an ihren Duft erinnern. Eine Frau mit sehr wenigen Zähnen sitzt auf der Schwelle ihrer Haustür und lacht mich an.

    Am Fuß der Freitreppe, die zur Tempelanlage führt, liegt ein riesiger gesichtskranker Buddha. Sein gesunder Bruder thront oben auf der Anhöhe, die über unzählige Treppenstufen des „Skyways“ erklommen werden muss. Eine Erziehungsmethode, die daran erinnern soll, dass das Leben Leiden ist, wie es der erste Leitsatz des Buddhismus behauptet? Wäre sie eine, fände ich sie nicht besonders drastisch. Zumal man oben nicht nur mit dem Anblick der cremefarbenen Chedi, sondern auch mit schönstem Abendrot und Rundum-Panorama in die Ebene belohnt . Wenn man den Gebetsraum des Klosters betritt, scheint sich gar nach oben der Himmel zu öffnen, ehe einem klar wird, dass die blaue Kuppel in einem genialen Kunstgriff gemalt ist.

    Alles hat eine Kehrseite. So sakral der Hinweg, so weltlich der Rückweg. Beim Drunterweglaufen unter dem Skyway ist dieser eine höchst profane unansehnliche lange Betonplatte. Danach gestaltet sich der Heimweg an der dunklen, unbelebten aber stark befahrenen Straße auch nicht so lustig. Viele Töffs und manche Autos sind genauso unbeleuchtet wie ich. Schön wars trotzdem, und am sicheren Ende wartet die „Oase“.
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