Wenn es Abend wird in Sukhothai ...
13 gennaio, Tailandia ⋅ ☀️ 29 °C
Im archaischen Wat Si Chum nordöstlich von Sukhothai soll seit 700 Jahren ein großer Buddha in Meditation versunken sitzen, ganz allein in einem würfelähnlichen Gemach, das eigentlich zu klein für ihn ist.
Bei unserem Besuch in der Abenddämmerung ist seine Wohnstatt eigentlich seit 17 Uhr geschlossen, aber netterweise nicht VERschlossen. Unbehelligt schlendern wir am verwaisten Tickethäuschen vorbei und haben kurz darauf unser Rendezvous mit dem Buddha-Giganten, der auf uns gewartet hat. Seine Monumentalität würde einen erschlagen, wäre sein Gesicht mit den halb geschlossenen Lidern und den geschwungenen Lippen nicht von einer anrührenden Menschlichkeit. So stelle ich mir eher den Siddharta vor, als er noch auf der Suche und längst nicht Buddha war. Dieser "Erleuchtete" hat zweifellos Gefühle, er kennt das Leiden, ebenso wie grenzenloses Glück.
Dass wir zu dieser Abendzeit allein mit ihm sind oder auch er mit uns, ist fast das Beste an unserer Begegnung, ein Kontrapunkt zu unseren Erfahrungen in Doi Suthep und anderswo. Hier traut sich ein Buddha seit Jahrhunderten, einsam zu sein, ohne Schmuck und Klunker, ohne Blumen und Anbetung, bewacht und begleitet nur von seinem Freund, dem Baum, der gemeinsam mit ihm der Vollendung entgegenwächst.
Wir wissen es längst: Überall wo in Thailand ein alter weiser Baum steht, ist ein Tempel und darin ein Buddha nicht weit. Im Fall des Wat Si Chum ist es ein 200 Jahre alter, 20 Meter hoher Mangobaum mit einem mehrere Meter dicken Stamm und einem dichten Blätterdach.
Wir verweilen lange, können uns kaum losreißen. Erst als man fast nichts mehr sieht, lassen wir den Buddha mit seinem grünblättrigen Gefährten, der Stille und der Dunkelheit allein. Morgen früh wird es sein gen Osten gewandtes Gesicht sein, auf das die ersten Strahlen der aufgehenden Sonne fallen.
Unser Erlebnis mit dem Buddha von Si Chum war ein Ereignis, besser als das ganze Wat Mahathat im Historical Park. Was kann nach so einer Sternstunde noch kommen?
Wir sind zurückgekehrt nach Alt- Sukhothai. An der Hauptstraße blüht ein lebhafter Nachtessensmarkt. Wir kaufen ein paar Leckereien als Reiseproviant für die lange Fahrt nach Süden morgen und beschließen unseren letzten Abend in Nordthailand mit einem feinen und unschlagbar günstigen Mahl im gemütlichen Restaurant Chana. Unser Fazit: Sukhothai ist super, allemal eine Reise wert.Leggi altro

























Viaggiatore
Sieht in der Tat sehr menschlich und nett aus
Viaggiatore
Sind das rechts Maden? Sieht so aus wie die Würmer in Leticia 🤔😅
ViaggiatoreJa, genau. 😁