Ein Fluss, ein Markt und Sprachprobleme
15 gennaio, Tailandia ⋅ ☀️ 31 °C
Am River Kwai ist tote Hose. Das ist unser erster Eindruck nach unserer Ankunft im Kanton Kanchanaburi, der sich in den beiden Tagen unseres Aufenthalts bestätigt. Eigentlich waren wir davon ausgegangen, dass die Berglandschaft nordwestlich von Bangkok mit Glanzlichtern punkten kann, die ihre düstere Vergangenheit im Indochinakrieg ein bisschen aufwiegen kann.
Die "Brücke am Kwai", bekannt geworden durch den gleichnamigen Film, war 1943 Teil eines gigantischen Verkehrsprojekts der Japaner, die hier unter Inkaufnahme enormer menschlicher Verluste die 415 Kilometer lange Eisenbahn des Todes bauen ließen; am Fluss entlang und dann über den Three Pagoda Pass führte sie bis nach Birma.
Von Sukhothai sind wir in knapp sieben Stunden über Land 580 Kilometer nach Süden gefahren. In den Zuckerrohranbaugebieten südlich von Uthai Thani war die Ernte in vollem Gang und wurde mit überladenen Lastwagen in die Verarbeitungszentren und Raffinerien transportiert. Die trockene warme Luft schwirrte von Spelsenstaub, und von Frieren konnte keine Rede mehr sein.
In Kanchanaburi haben wir um die Soldatenfriedhöfe, die an die fast 100000 ums Leben gekommenen Kriegsgefangenen und Zwangsarbeiter erinnern, einen Bogen gemacht. Unsere Lodge liegt abseits des blutgetränkten Gebiets hoch über dem Flussbett, das sich der fluchbeladene River gegraben hat. Von der Aussichtsterrasse unseres Hotels "Rimwang the river life" eröffnen sich spektakuläre Flussblicke. Die Umgebung erinnert mich sofort an Leticia am Amazonas vor zwei Jahren mit Julian. Auch wenn das Gewässer nicht annähernd an die Ausmaße des Flussgiganten in Kolumbien herankommt. Das gegenüberliegende Ufer sieht aus wie eine Spielzeuglandschaft, in der sich ein Konstrukteur an verschiedensten Arten von Feriendomizilen verlustiert hat - Domizilen, die allesamt verwaist sind. Wir sind in der Nebensaison gelandet, wobei wir daran zweifeln, ob es in diesem verschlafenen Landstrich überhaupt so etwas wie eine Hauptsaison gibt. In unserer Lodge sind wir, ebenso wie im Restaurant, die einzigen Gäste. Das 39 Grad warme Wasserbecken der Hot Springs weiter landauswärts teilen wir uns mit Einheimischen. Auch auf dem kleinen Gemüsemarkt entlang der großen Überlandstraße ist die Bevölkerung, mit Ausnahme von uns Reingeschmeckten, unter sich.
Man kann hier gut Menschen beobachten, eingesponnen in ihre alltäglichen Beschäftigungen, die genügsamen sich jeden Tag wiederholenden Arbeiten. Die Einwohner verkaufen ihr selbstgezogenes Gemüse, beackern einen kleinen Flecken dieser Erde, fegen, schneiden Bäume, wässern Felder und Gärten. Ob sie damit zufrieden sind? Oder sich diese Frage gar nicht stellen? Bei einem Erkundungsgang um die Lodge stoße ich auf geschlossene Tempeltüren, auf Schulkinder hinter Gittern in einem Hof, während die Hunde frei herumlaufen. Es gibt sie hier im Dorf und auch sonstwo in Thailand wie Sand am Meer. Sie sehen alle gleich aus und sind weder niedlich noch nett, sondern machen auf "ganz gefährlicher Hund", fletschen die Zähne und veranstalten ein absonderliches Gekläff, wenn man sich dazu versteigt, an ihnen vorbei zu gehen.
Abends gibt es Zikaden, die genauso tönen wie ihre Cousinen in der Toskana. Auch das morgendliche Krähen der Hähne und das Taubengegurr ist Esperanto, das man überall auf der Welt versteht. Ganz anders unter den Menschen - hier bildet die Sprache eine Grenze, die trennt, insbesondere wenn Deutsche kein Thai und Thais kein oder kaum Englisch sprechen. In einem Kramladen kaufen wir Apfelsaft, der sich später als Palmöl enttarnt. Im Restaurant genügen drei um unseren Tisch herumstehende Kellner nicht, um in Schwerstarbeit unsere Bestellung aufzunehmen. Die Kommunikation scheitert schon bei den Getränken. Saft? Gibt es nicht. Shakes, Wein? Kopfschütteln und "mai, mai". Deutsche haben Biertrinker zu sein, haben allenfalls auf Fanta, Cola, oder Cola light auszuweichen, die in Flaschen auf dem Tisch landen, ohne Glas, aber mit dem unvermeidlichen Trinkhalm, selbstverständlich aus Plastik. Wie schafft es diese Restaurant-Belegschaft, mit ihren nicht vorhandenen Sprachkenntnissen in ihren Räumlichkeiten eine Busladung von Touristen zu verköstigen, womöglich noch in einem angemessenen geologischen Zeitfenster?
Auf dem Gemüsemarkt verlegen wir uns von Anfang an auf Zeichen- und Körpersprache. Die Sushis, die zwei junge Leute verkaufen, munden ausgezeichnet, ebenso wie frischer Mandarinenjus und süße Gebäckteilchen. Beladen mit Mandarinen, Bananen und Trauben kehren wir zum Auto zurück.
Zuckerrohrsaft, den eine Bäuerin aus Stangen in einer Maschine presst, werden wir bestimmt auch noch probieren.Leggi altro


























ViaggiatoreIch bin ja gespannt wie dir der Zuckerrohr Saft schmeckt fangt die neue Woche gut an
ViaggiatoreBis jetzt keine Gelegenheit mehr gehabt ...
Viaggiatore
Was ein Ausblick!