• Brillenlanguren im Kaeng Krachan

    19 gennaio, Tailandia ⋅ ☀️ 31 °C

    Der Kaeng Krachan ist Thailands größter Nationalpark - und der am wenigsten Erforschte. Asiatische Elefanten, Bären und Tapire sollen dort ebenso ihr Zuhause haben wie Languren, Gibbons und sogar Tiger und Leoparden. Natürlich ist uns klar, dass unsere Chance, auch nur ein Fitzelchen der proklamierten Artenvielfalt  zu Gesicht zu bekommen, äußerst gering ist, zumal ohne Guide. Aber erstens täuschen sich Menschen gern, zweitens ist allein die Möglichkeit verlockend, und drittens ist der Kaeng Krachan nur einen Katzensprung von unserem derzeitigen Domizil entfernt. Und so verbringen wir während unseres Aufenthalts im Wildlife Rescue Center einen halben Tag auf dem Campground des Nationalparks - und haben Glück. Mit einigen wenigen anderen Besuchern freuen wir uns lange am Treiben einer Großfamilie von Brillenlanguren, die rund um das Camp von Baum zu Baum zieht und dabei unfassbare Kletter- und Sprungkünste zum Besten gibt. Brillenlanguren sind scheu und legen Wert auf ihre Privatsphäre. Sie haben die Angewohnheit, sich sofort umzuwenden und einem die kalte Schulter zu zeigen, wenn Mensch sie fixiert. So bedarf es einiger Ausdauer und Geduld, ihre Gesichter mit den riesigen von einem weißen Ring umgebenen Pupillen bei Gegenlicht vor die Linse zu bekommen. Zwei Mütter tragen Babys mit sich herum, die mit ihrem leuchtend orangefarbenen Flaum aus der Sippe herausstechen und von weitem den Eindruck hervorrufen, die Äffinnen hätten Spielzeugpuppen aus Gummi unter den Arm geklemmt.
    Der Campverwalter meldet eine Attraktion, und alles rennt hin. In seinem Garten tut sich ein malaiischer Schwarzbär an Melonen aus eine Tonne gütlich.
    Auf der Rückfahrt kreuzt ein schwerfälliger halbmeterlanger Waran unseren Weg. Und zu guter Letzt treffen wir am Straßenrand noch einen interessanten Zweibeiner. Ranchan, der indische Fotograf, arbeitet für die BBC  und hat das auf volle Länge ausgefahrene 1200-Millimeter-Objektiv seiner Kamera auf einen riesigen sehr fernen Yangbaum ausgerichtet, in dessen Stamm sich ein ovales Loch befindet. In der Nisthöhle brütet ein Hornbill- Weibchen, und Ranchan wartet seit drei Stunden auf das Männchen.
    Da stelle ich mich doch glatt dazu.
    Dass ich zur Tagesausbeute des heutigen Animalwatchings mit etwas Langmut noch einen Nashornvogel addieren könnte, habe ich ja nicht zu hoffen gewagt. Auch wenn mein 50-Millimeter-Apparat nicht mit Ranchans Kameramonster mithalten kann, und die geschossenen Vogelfotos nur ein schaler Abglanz seiner makellosen gestochen scharfen Aufnahmen sind. Der dem brütenden Weibchen zugehörige  Kindsvater hat sich am Ende nicht blicken lassen. Aber die paar Schnappschüsse von einem kleinen Hornbill-Pärchen waren das halbstündige Warten in angenehmer Gesellschaft wert.
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