• Eine Königin und Surfer

    21. februar, New Zealand ⋅ ☀️ 19 °C

    Die letzten Tage mit unserem Camper brechen an. Wir sind in der Nähe von Hamilton, um genau zu sein in Ngāruawāhia am heiligen Mount Taupiri. In diesem fast unaussprechlichen Ort gibt es ein Parlamentsgebäude - unscheinbar, aber für die meisten Maori wichtig. Es ist das Tūrangawaewae-Haus. Maorische, parlamentarische Versammlungen fanden hier allerdings selten statt. Heute beherbergt es stattdessen eine Gesundheitsklinik und das lokale Māori Grundbuchamt. Wir erfahren, dass die Maori eine Königin haben. Es ist die 29 Jahre alte Ngā Wai Hono i te Pō. Sie ist das achte Oberhaupt der indigenen Bevölkerung des Pazifikstaats, seit im Jahr 1858 die Kiingitanga, die Königsbewegung, mit dem Ziel gegründet wurde, die verschiedenen Stammesgruppen, zu vereinen. Das Amt ist zwar generell nicht vererbbar, aber alle bisherigen Oberhäupter sind direkte Nachkommen ihrer Vorgänger. Ngā Wai hat einen Abschluss in den Studien von Grundsätzen, Recht und Brauchtum der Māori. Etwas mehr als 17 Prozent der Bevölkerung gehören zu der Volksgruppe. An vielen Stellen im Land sehen wir ihre Symbole, wie zum Beispiel bei einer Umrandung an einem Supermarkteingang. Viele Ortsnamen oder Landschaftsbezeichnungen sind in der Sprache der Maori. Die Maori-Königin hat zwar auf staatlicher Ebene keine Macht, hat aber durchaus gesellschaftlichen Einfluss. So vertrat sie Neuseeland bei repräsentativen Terminen im Ausland wie der Krönung von König Charles III. und bei den Olympischen Spielen in Paris. Zu tun hat die Königin genug, denn ihre Volksgruppe leidet unter Arbeitslosigkeit und diversen Suchtproblemen. Es ist Samstag und das Wetter perfekt für einen ausgelassenen Strandaufenthalt in Raglan – einem Surfhotspot. Wir sind immer wieder begeistert von diesem Sport. Bei den kleinen Wellen sind die Surfanfänger aktiv, die größeren Wellen nehmen die Fortgeschrittenen in Angriff. Im kleinen Städtchen selber ist jede Menge los – Shops und Cafés sind gut gefüllt.Læs mere