• Fakarava – sie nannte sie auch Wittgenstein

    1 maart, Frans-Polynesië ⋅ ☁️ 27 °C

    Wie sind die Nacht durchgefahren. Erst um 6 Uhr geht es mit der Aranui durch eine der beiden Fahrrinnen des Atolls Fakakara. Es ist eines der ältesten und größten Atolle franz. Polynesiens – nur der Ring ist vom vulkanischen Ursprung erhalten geblieben – und der gestaltet sich flach. In der Lagune des Atolls schimmert das glasklare Wasser türkis. Weiße Sandstrände, dann ein grüner Streifen mit Kokosnusspalmen und tropischen Bäumen und Büsche. Nur ein Teil des Atollrings ist bewohnbar. Die Aranui ankert vor dem kleinen Hauptort Rotoava in der Lagune. Hier gibt keine Möglichkeit an einem Pier anzulegen. Mit Bargen werden wir nacheinander an Land gebracht. Fakarava ist die einzige Insel, die von der Aranui nicht beliefert wird. Sie ist einfach zu schön, um nur vorbeizufahren. Und – ganz wichtig – die Crew überprüft die Rettungsbote in der Lagune – lässt sie zu Wasser und testet alles. Wir können uns währenddessen umsehen. Es ist Sonntagvormittag und das Leben scheint noch geruhsamer als sonst zu sein. Aus der kleinen Kirche erklingt Musik und die Menschen haben sich für den Gottesdienst fein gemacht. Kleine Zitronen- und Ammenhaie tummeln sich ungeniert im flachen Wasser der Lagune, etwas weiter lassen es sich Schwimmer gut gehen. Irgendwie mischten die Deutschen auf diesem kleinen Atoll mit, denn Fakarava wurde 1820 vom deutschen Offizier Fabian Gottlieb von Bellinghausen für Europa entdeckt. Er nannte das Atoll zu Ehren des russischen Generalfeldmarschalls Ludwig Adolf Peter zu Wittgenstein. Heute – keine Spuren mehr davon und alles vergessen. Die Menschen leben vom Tourismus und von den Kokosnüssen. Gegen Mittag geht es wieder auf das Schiff. Nun haben wir eine lange Strecke vor uns. Wir werden mit 13 Knoten ~ 25 Std/ km zwei Nächte und 1 ½ Tage durchfahren, um zu den abgelegenen Marquesas Inseln zu gelangen.Meer informatie