• Die Marqueses – Nuku Hiva

    3. marts, Fransk Polynesien ⋅ ☀️ 27 °C

    Wir sind in den Marquesas angekommen. Am frühen Morgen, bei Sonnenaufgang, laufen wir in den Hafen von Nuku Hiva ein. Die größte Insel und gleichzeitig die Hauptinsel des Archipels liegt ca. 1400 km von Tahiti entfernt. Wie alle Inseln des Marquesas Archipels ist Nuku Hiva vulkanisch und wurde durch die entstandenen Kämme von Vulkanen gebildet, die jedoch schon seit 2 Millionen Jahren erloschen sind. Der höchste Gipfel von Nuku Hiva ist der Mount Tekao mit 1223 m. Auf der Insel leben 2951 Menschen, nur ein Bruchteil der Bevölkerung, die hier noch vor 150 Jahren lebten. Sklaverei, eingeschleppte Seuchen und Krankheiten durch Walfänger und anderen Europäern sorgten für eine Kahlschlag bei der Bevölkerung. Die geliebten Familienverbände zerbrachen, weil zu viele starben. Traditionen konnten nicht mehr weitergegeben werden, das Wissen ging verloren. Die Missionare der Katholische Kirche tat dann ihr Übriges, verbaten Tänze, Tattoos und den Kannibalismus. Seit gut 30 Jahren besinnt sich die Bevölkerung auf ihre Traditionen und pflegt sie - nur nicht den Kanibalismus. Schon in der Grundschule werden Kinder an die Musik und die Tänze herangeführt. Tattoos sind bei vielen Marquesanern wieder zu sehen. Wir sind auf der Insel mit Christina in ihrem SUV unterwegs. Nach dem Besuch der Kathedrale Notre-Dame de Taihoae des gleichnamigen Hauptortes fahren wir ins Taipivai Tal. Das Tal ist berühmt durch das Buch „Taipi“ des amerikanischen Schriftstellers Hermann Melville im Jahr 1842 berühmt geworden. In diesem Buch beschrieb er seine Flucht von einem Walfängerschiff und sein Aufenthalt danach in genau diesem Tal. Dies und vieles mehr erfahren wir von Jörg. Jörg ist unser Guide auf dem Schiff, der die deutschsprachigen Gruppen mit seinem großen Wissen begleitet. Er lebt seit 20 Jahren auf Tahiti. Wir besuchen Opferstätten der früheren Stämme der Inseln im dichten Grün – große Steinaltare - dessen Zugang damals nur für Priester erlaubt war. Unter dem großen Banyanbaum, wo heute Marquesaner für uns ihre sehr martialisch wirkenden Tänze vorführen, wurden früher Menschenknochen deponiert, nachdem sie geopfert und deren Mana einverleibt wurde. Am Nachmittag kehren wir wieder auf das Schiff zurück. Die Mannschaft war während unserer Abwesenheit fleißig, hat Waren entladen und Waren entgegengenommen. Die mitgebachten Gabelstapler schieben Container über die Anlegestelle und ein Hubschrauber wird vom Schiff geholt – ein anderer aufgeladen. Auf dem Archipel gibt es insgesamt 2 Hubschrauber – für Notfälle, denn auf Nuku Hiva befindet sich das Krankenhaus für diese Region.Læs mere