• Hiva Oa und Paul Gauguin

    5. marts, Fransk Polynesien ⋅ ⛅ 27 °C

    Wir landen schon sehr früh in Hiva Oa an, um genau zu sein um 3:00 Uhr morgens. Seit dieser Zeit ist die Crew dabei, sich um die Ladung zu kümmern. Wir bekommen davon nicht allzu viel mit. Spätestens gegen 6:00 Uhr beginnt aber auch für uns der Tag, denn um 6:30 Uhr gibt es Frühstück und um 8:00 geht es zu einer besonderen Stelle in Atuona, dem Hauptort der 2.243 zählenden Gemeinde. Wir stehen auf dem Friedhof und schauen auf die Gräber von Paul Gaugin und Jaques Brel. Die beiden Franzosen hat es in diese abgelegene Gegend verschlagen. Jaques Brel kam krank auf die Insel. Die Marquesaner konnten mit den schwermütigen Songs des Chansonniers nicht ganz so viel anfangen, aber sie liebten ihn, denn er brachte sie in Notfällen mit seinem kleinen Flieger nach Tahiti. 70 Jahre früher verschlug es eine andere Berühmtheit auf das Marquesas Archipel – es war Paul Gauguin. Er hoffte auf fröhliche und unbeschwerte Menschen in wunderbarer Landschaft, traf aber auf traumatisierte Polynesier an, die in den vergangenen Jahren viele Verluste hinnehmen mussten. Paul Gauguin legte sich mit der katholischen Kirche und den französischen Beamten an. Mehrfach saß er deshalb im lokalen Gefängnis. Sein Haus nannte er provokativ „Freudenhaus“ und das Kolonialwarengeschäft gegenüber seinem Haus wurde sein bester Kunde, wenn es um den Kauf von Absinth ging. Zum Schluss war er schwerkrank und hatte u.a. die Syphilis. Das Morphium bekam er wieder im Kolonialwarengeschäft. Eines Tages kaufte er mehr, als nur eine Ampulle. Am nächsten Tag fand man ihn Tod in seinem Haus. In einem kleinen Museum können wir die Bilder von ihm sehen – nicht die Originale, aber gut nachgearbeitete Kopien. Auch das Gebäude des Kolonialwarengeschäfts gibt es noch, man kann allerdings hier nichts mehr kaufen. Gegen Mittag gehen wir wieder aufs Schiff und fahren eine weitere Insel an. Es ist Tahuata.Læs mere