• Ua Huka – die letzte Insel im Archipel

    7 de marzo, Polinesia francés ⋅ ⛅ 27 °C

    Ua Huka gehört ebenfalls zu den kleineren Inseln der Marquesas, liegt allerdings etwas nördlicher. Es geht also noch einmal Richtung Norden. Grund dafür ist Samstag. Am Wochenende wird sich auf den größeren Inseln niemand für das Abladen der Waren finden, auf den kleineren dagegen schon, sagt Jörg. Also machen wir den Umweg. Auf Ua Huka gibt es am Pier eine Besonderheit. Es ist ein gut trainierter Hund, der alles durchschnüffelt. 20 000 € war der Schnüffler aus Australien der Regierung wert. Ua Huka ist die einzige Insel, auf der es noch keine Ratten gibt. Dass das auch so bleibt, dafür sorgt der Kleine. Die weiten Flächen der Insel sind die Heimat von Ziegen und etwa 1500 Wildpferden. Missionare hatten sie vor über 100 Jahren mitgebracht. Sie vermehrten sich und bewegen sich bis heute frei auf der Insel . Die Landschaft sieht mit ihren rotbraunen Felsen ganz anders aus, als auf den anderen Inseln. Wir besuchen einen botanischen Garten, bekommen Pflanzen vorgestellt, ebenso diverse Projekte, die von Frankreich aus finanziert werden. Und überhaupt investiert Frankreich in sein Überseedepartement sehr viel Geld. Die wenigsten Menschen zahlen Steuern und die sozialen Leistungen sind mit den Leistungen des Mutterlandes identisch. Auch wenn man nicht berufstätig war, steht jedem Marquesaner ab 63 Jahren eine Rente von 800 € zur Verfügung zu. Ist man krank, wird man kostenfrei nach Papeete geflogen, bekommt dort solange eine Unterkunft gestellt, bis man wieder gesund ist. Das gilt selbstverständlich auch für Zahnbehandlungen. Niemand zahlt dafür. Eine schwangere Frau wird ab dem 6 Monat der Schwangerschaft in eine Krankenstation gebracht, bis sie das Kind entbunden hat, außer es steht eine Hebamme auf ihrer Insel zur Verfügung. Der Verkauf von Kokosnüssen wird so stark subventioniert, dass nur Frankreich selber die Produkte abnimmt, weil sich sonst kein Käufer dafür findet. Die Liste ist sehr lang und es stellt sich die Frage – warum das alles? Geopolitische Gründe stehen sicher im Vordergrund und wo kann man schon, weit weg von allem, atomare Versuche starten? Die riesigen und zum Teil unbewohnten Atolle Franz. Polynesiens boten sich dafür förmlich an. Unser Mittagessen bekommen wir heute nicht an Bord, sondern in einem marquesanischen Restaurant. Es gibt Schwein und Ziege, sowie diverses Gemüse aus dem Erdofen. Am Abend legen wir wieder ab und verabschieden uns von diesem unglaublichen Archipel. Jeder wirft dazu eine Blume oder einen Zweig ins Meer – ein Symbol dafür, wieder zurück zu kommen. Der kommende Tag wird ein langer Seetag sein, bevor wir zum Atoll Rangiroa gelangen.Leer más