• Kyoto – Sakura + Stadt der 1000 Tempel

    27. März in Japan ⋅ ☀️ 20 °C

    Kyoto ist anders als Tokio – ganz anders. Und - das Wetter ist perfekt – Sonne bei rund 20 Grad. In Kyoto spürt man, dass der Ort auf eine lange Geschichte zurückblicken kann. Es ist eine der ältesten Städte des Landes und war zeitweise auch die Hauptstadt des Staates. In kaum einer anderen Stadt sind traditionelle Lebensweisen und Bauwerke so gut erhalten geblieben wie hier. Dass Kyoto so viele historische Schätze zu bieten hat, hat es auch vor der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg bewahrt: Kyoto wurde explizit von der Liste der Zielorte für die amerikanische Atombombe gestrichen, weil es als wertvolles, kulturelles Denkmal für die Menschheit anerkannt wurde. 17 Bauwerke in der Präfektur Kyoto wurden bereits zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt – damit hat die Stadt eine der weltweit größten Sammlungen an diesen Sehenswürdigkeiten. Kyoto wird auch als „Stadt der tausend Tempel“ bezeichnet, wobei es eher 2000 sind. Es gibt also viel zu sehen. Zu allem Überfluss blühen die Kirschbäume. Es ist Sakura. Die pink-weiße Welle hat Kyoto erreicht. Die Kirschblüte „wandert“ von Südwesten nach Nordosten, bis sie etwa Anfang Mai in Hokkaidō ankommt. Wir beginnen unsere Tour an der stillgelegten Keage Incline. Sie ist das Überbleibsel einer Schrägbahn im Stadtbezirk Higashiyama in Kyoto. Die Bahnlinie wurde während der Meiji-Zeit (1868–1912) als Teil des Projekts „Biwako-Kanal“, das Wasser vom Biwa-See nach Kyoto leitete, erbaut. Die Bahn diente dazu, Boote auf Wagen zwischen Wasserwegen mit Höhenunterschieden zu transportieren. Auf der 582 Meter langen Schrägstrecke hat man etwa 90 Somei-Yoshino-Kirschbäume gepflanzt. Sie sind noch nicht alle in Vollblüte, sieht aber schon mal schön aus. Weiter geht es zum Chion-in Temple. Von hier aus ist der Weg in die Altstadt nicht mehr weit. Alles wirkt sehr beschaulich, fast dörflich. Am Shirakawa Canal wird es dann romantisch. Der Kanal schlängelt sich durch die Altstadt Gion, vorbei an Weiden, Teehäusern und Steingassen. Pärchen in traditioneller Kleidung posieren für Fotos unter blühenden Kirschbäumen. Das Paar, bei der die Frau einen weißen Kopfschmuck, den „Tsunokakushi“ aus weißer Seide, trägt, bereitet sich vermutlich auf ihre Shinto-Hochzeitszeremonie vor. Die Kleidung ist bestimmt nicht bequem, aber die schönen, edlen Kimons sehen einfach wunderbar aus und passen perfekt zu den Japanerinnen. Am Abend schlendern wir durch den nahen Higashi Honganji-Tempel, einem der großen beliebten Zentren des Buddhismus in Kyoto.Weiterlesen