Nara und die verfressenen Sika-Hirsche
March 30 in Japan ⋅ ☁️ 23 °C
Gut 40 km südlich von Kyoto befindet sich eine andere bedeutende Stadt. Es ist Nara - die erste permanente Hauptstadt Japans. Damals entstanden viele bedeutende buddhistische Tempel, da der aus China eingeführte Buddhismus erstmals hier richtig Fuß fasste. Nach 35 Minuten Zugfahrt sind wir in Nara. Unser erster Weg führt uns in den Park, dort wo die Tempel stehen. Allerdings kommen wir nicht weit, denn jede Menge sehr gefräßige Sika-Hirsche überrennen uns förmlich. Es sind heilige Tiere, die im Shintoismus als Boten der Götter gelten. Über 1.400 Hirsche leben im Park. Sie gehören zur Stadt wie die historischen Denkmäler. Besucher können spezielle Hirsch-Cracker kaufen, um die Hirsche damit zu füttern. Ein Parkwächter nimmt uns die Scheu, drückt uns diese Cracker in die Hand und fordert uns auf, die Tiere damit zu füttern. In Japan sind wohl auch die Tiere höflich, denn wenn wir eine Verbeugung machen, tun sie es uns gleich und verneigen sich, um Futter zu erbitten. Sie sind durch ihre Gewöhnung an den Menschen halb zahm und können noch durch andere skurrile Verhaltensmuster beeindrucken. So warten einige Hirsche durchaus mit den Fußgängern an den Ampeln, um gemeinsam mit ihnen die Straße zu überqueren. Die Tiere können aber auch sehr fordernd sein, wenn sie Futter wittern. Allerdings dürfen nur die speziellen Hirsch-Cracker an die Tiere verfüttert werden. Alles andere könnte ihnen vermutlich auf Dauer nicht gut bekommen. Im Shinto-Schrein Himuro entdecken wir etwas anderes Skurriles – es sind 3 Eisblöcke im Eingangsbereich. Grund - der Tempel ist einer der seltenen Schreine, die dem Eisgott gewidmet sind. Im Jahr 710 wurde während der Verlegung der Hauptstadt, schaffte man es, ein Eisbecken und ein Eishaus zum Eislagern zu errichtet. Seitdem wird mit dem Eis in einem jährlichen Ritual um gutes Wetter und um eine reiche Ernte gebeten. Leckereien bietet der berühmte Mochi-Laden „Nakatanidou“ an. Aus einem grünen Haufen Klebereis wird durch kräftiges Bearbeiten weiches, zähes Yomogi-Mochi, das von Hand mit Kinako (geröstetem Sojamehl) bestäubt, bevor es den Gästen serviert wird. In jedem Mochi befindet sich eine großzügige Füllung aus roter Bohnenpaste. Sehr lecker. Überhaupt nicht lecker ist unser japanischer Lunch. Irgendwie können wir der Miso Suppe und den fermentierten und sauer eingelegten Lebensmitteln nichts abgewinnen. Auch das halb rohe Ei, dass man unter den Reis mischt, ist nicht unsere Sache.Read more



























Traveler
Ehrlich gesagt hört sich das für mich nach quietschender Tür an🤣
TravelerDu hast Recht - die haben ganz schön schräg gespielt