• Kurzer Abstecher nach Estepona

    January 15 in Spain ⋅ ☁️ 12 °C

    Der Himmel zeigte sich gestern eher trüb und grau, also entschieden wir uns spontan für einen kurzen Ausflug in den nur 15 Kilometer entfernten Nachbarort Estepona. Perfekt, für einen halben Tag - und überraschend vielseitig. Besonders die Altstadt hatte es uns angetan.
    Am Plaza del Torre del Reloj herrschte reges Treiben: lachende Schüler, die sich nach Schulschluss über den Platz verteilten, sorgten für eine wunderbar lebendige Atmosphäre. Der markante Uhrturm ist dabei mehr als nur ein Fotomotiv. Er ist der letzte Überrest einer Kirche, die beim verheerenden Erdbeben von Lissabon im Jahr 1755 zerstört wurde. Nun befindet sich an der Stelle wo einst die Kirche stand eine Schulanlage hinter neuen Mauern. Der Turm blieb stehen - und ist heute eines der historischen Wahrzeichen der Stadt.
    Nur wenige Schritte entfernt stehen die Überresten der alten Burg San Luis. Sie stammt aus dem 16. Jahrhundert und erinnert daran, dass Estepona einst strategisch wichtig war, um die Küste gegen Piraten zu schützen.
    Kulturell Interessierte kommen ebenfalls auf ihre Kosten. Das Museo Arqueológico gibt einen kompakten Einblick in die römische und maurische Vergangenheit der Region. Wer moderne Kunst bevorzugt , sollte das Orquidario und die wechselnden Ausstellungen im Centro Cultural Mirador del Carmen im Blick behalten - weniger überlaufen als in Marbella, aber durchaus sehenswert. Vielleicht verirren wir uns noch in nächster Zeit hierher...
    Estepona war früher tatsächlich ein klassisches Fischerdorf. Heute zählt die Stadt rund 75.000 Einwohner und hat sich in den letzten Jahren bewusst als gepflegte, authentische Alternative zu den mondäneren Nachbarn positioniert. Die Nähe zu Marbella (ca 25 km) und Málaga (knapp 80 km) macht Estepona zu einem idealen Ausgangspunkt, ohne selbst überlaufen zu wirken.
    Ein Spaziergang entlang der Promenade rundet den Besuch ab. Sie zieht sich kilometerlang dem Meer entlang, gesäumt von modernen Neubauten, in denen viele Touristen untergebracht sind. Dahinter blitzt immer wieder das ursprüngliche Andalusien hervor - genau diese Mischung macht Estepona so sympathisch.
    Zum Abschluss gönnten wir uns noch eine kleine Pause: einen Kaffee und einen Apfelkrapfen im verkehrsfreien, modernen Einkaufsviertel der Stadt. Zwischen Boutiquen, Cafés und entspannt flanierenden Besuchern liess sich der Nachmittag wunderbar ausklingen. Genau diese ruhigen, alltäglichen Momente machen einen Ort oft besonders sympathisch.
    Gestärkt und zufrieden machten wir uns schliesslich wieder auf den Rückweg nach Puerto de la Duquesa - mit dem Gefühl, dass sich selbst ein kurzer Abstecher nach Estepona lohnt, ganz besonders an Tagen, an denen sich das Wetter nicht nach unseren Wünschen verhält. 😉
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