Kipepeo
Aug 30–Sep 4, 2024 in Tanzania ⋅ ☀️ 27 °C
Nur 12 km weiter südwestlich von Dar tut sich eine andere Welt auf.
Nach dem Trubel genau die richtige Entscheidung: Türkise See, weißer Strand mit toller Brandung, Ruhe.
Die Hütte direkt hinter dem Strand ist spartanisch eingerichtet, aber das Moskitonetz dicht. 150m von der Wasserkante entfernt schlafen wir mit Wellenrauschen entspannt ein, kein Hupen, Rattern oder Megaphon.
Die Empfehlung, den bewachten Strandabschnitt nicht zu verlassen ignorieren wir natürlich und finden nur wenige hundert Meter weiter bei den Fischern alternative, leckere und natürlich deutlich günstigere kulinarische Angebote als im Bungalow-Restaurant. So verzichten wir auf kontinentales Frühstück und starten den Tag mit den typischen frisch gebackenen Fladen, Omelett und - Fischsuppe!
Die Begegnungen mit den local people (ausnahmslos männlich) sind von gegenseitigem Interesse und Respekt geprägt. Es kommen Fragen zur Familie, zu Jahreszeiten aber auch zu Werten und Politik. Wie wir in Deutschland Menschen mit dunkler Haut benennen? Geht es bei einen solchen Frage um Sprache oder Ausschluss des N-Wortes? Wie finden wir eigentlich Adolf Hitler? Warum haben Menschen auf der Welt keine gleichen Rechte? Warum laufen Touristen mit freiem Oberkörper im Dorf oder sogar im Restaurant herum und missachten dadurch die hiesige Kultur?
Die Gegend ist unter der Woche ruhig, aber am Wochenende wird es von den flüchteten Städtern richtig voll. Super, hier baden auch Frauen und Mädchen ohne volle Montur! Lachende Kinder, zuzwinkernde Eltern, verstohlene Blicke von Jugendlichen (und das liegt nicht daran, dass Moritz einen seiner komischen Hüte trägt). Sogar ein Selfie mit uns ist gewünscht, einfach weil wir fremd sind. Diese Willkommenskultur fühlt sich toll an und das an einem Tag, wo in Thüringen rechtsextrem gewählt wird.
Damit wir nicht nur auf der Liege faulenzen, buchen wir kurzentschlossen einen Katamaranausflug. Den Strand und die vorgelagerten Inseln mal aus einer anderen Perspektive zu sehen und nochmal mit Schnorcheln schwimmen zu können, freut uns. Leider spielt das Wetter nicht mit, es wird sogar so stürmisch, dass wir abbrechen müssen und durch den strömenden Regen und hohen Wellen schnell zurück an den Strand fahren. Unser Skipper ist einer der besten Segler von Tansania und erzählt uns begeistert von den Rennen, die er fährt. Leider ist wohl Segeln als Sport hier nicht so populär, und so mangelt es natürlich mal wieder an Geld und Support.
Am letzten Tag leihen wir ein Kajak, um in den Mangroven zu paddeln. Das geht auch nicht auf eigene Faust, und so lassen wir uns gerne 2 Stunden durch die Wasserwege zwischen den Bäumen hindurch führen.Read more






















