• Pugu Kazimzumbwi

    Sep 4–7, 2024 in Tanzania ⋅ ☀️ 29 °C

    Etwas wehmütig verabschieden wir uns vom indischen Ozean, lassen uns dafür am Abreisetag aber bis in den Nachmittag Zeit. Unser privater Host in Flughafennähe entpuppt sich als Horst: kurzfristige Absage, unerfülltes Alternativversprechen, abgebrochene Kommunikation. Air-bnb ist eh doof, nervige App, Textbaustein-Bot statt Hilfe. Ab zur Konkurrenz!

    Die 20km durch die Peripherie der Großtadt legen wir in der erprobten Kombi aus Tuktuk und Daladala zurück, es fühlt sich inzwischen gut an, einfach einzusteigen, Hauptsache die Richtung stimmt - alles andere klärt sich auf der Fahrt. Zum absurden Verkehrsaufkommen bringt eine kilometerlange Baustelle das Chaos auf ein für uns vorher nicht vorstellbares Level mit Popup-Matschpisten und Verkehr von allen Seiten entsprechend der Hackordnung. Wir im Tuktuk also unteres Viertel. 😬

    In diesem Stil finden wir am nächsten Tag auch das Naturreservat "Pugu Kazimzumbwi Forest", das schon seit Dar es Salam auf unserer Wunschliste steht. Also kein Nationalpark, keine Raubtiere oder horrende Gebühren, einfach Wandern.
    Natürlich niemals ohne Guide und Steuern, aber Glücksfall Benjamin ist studierter Landwirt und saunett, irgendwie ist das immer so.
    Wir lernen bspw. die für das Gebiet namensgebende Pflanze Pugu (einer endemischen Parasitenschlingpflanze) kennen und welcher Baum für Papierherstellung oder für Ballaphone oder für Gummi ist. Eine Rinde, aus der täuschend echtes Blut austritt wird gern von Theatern genutzt.
    Das Gebiet mit Wald, anspruchsvollen Pfaden, See, Höhle und Aussichtspunkt auf Dar es Salam macht schweiß- und regennass aber glücklich.

    Die Angst vor Moskitos und der Tse-Tse-Fliege erweist sich sogar hier im feuchtwarmen Wald als unbegründet und entsprechend bleibt unsere Profischutzausrüstung abermals quasi unbenutzt.

    Mit einem Schreib- und Planungstag im Hotel und an einem einfachen Draußenrestaurant mit Pflanzen und Pool klingt unsere Zeit in Tansania aus, denn Museum o.ä. ist auch hier Fehlanzeige oder zu weit entfernt.

    Unsere Vorstellung von Tansania aus Reiseführern und Recherche stimmt nur teilweise mit der von uns erlebten Realität überein: Beschränkung in der Bewegungsfreiheit gibt es nur in der Natur und die Sicherheitbedenken lösen sich bei vorausschauendem Verhalten auf, und wie schade wäre es, aus Angst und Unsicherheit auf die Kontakte zu verzichten. In Tansania bist du immer und überall willkommen. Karibu!
    Klaus zitiert seinen Vater in einer Memo: "schafft euch Erinnerungen". Das ist mit den ersten knapp 6 Wochen gelungen! Auf ins nächste Abenteuer, der Flieger nach Blantyre braucht nur zwei Stunden.
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