• Bohol, Dschungelhütte

    Feb 9–13, 2025 on the Philippines ⋅ ☁️ 27 °C

    Was für eine Traumunterkunft auf Bohol! Natürlich hat sich wieder Annette durch die Reisebücher gelesen und das Nuts Huts entdeckt. Zu erreichen am besten per Boot auf dem grünen Lobocfluss, in dessen tief eingeschnittenes Tal uns die Hütten auf Stelzen entgegenblicken. Weit ab von Straßenlärm setzt sofort eine tiefe Entspannung ein. Wenn nachmittags das letzte Ausflugsboot verschwunden ist, gibt es nur noch den Sound des Dschungels.

    Wir gehen stromaufwärts und müssen die letzten 200m zu kleinen Wasserfällen schwimmen, ist ja kein Problem.
    Oh, doch ein Problem! Die Strömung ist so stark wie im Duderstädter Pool und völlig erschöpft kommen wir an. Zurück easy floating. Per Kajak kommt man noch etwas weiter gegen die Strömung und vorher an einer schwimmenden Bühne vorbei, wo mindestens das ganze Dorf mit Gesang und Ukulelen von den Touribooten profitieren möchte.
    Wir lassen uns von der guten Küche des Nuts Huts verwöhnen und starten verschiedene Tagetouren von hier.

    Eine Berühmtheit auf Bohol sind die "Chocolate-Hills", genau 1773 Minivulkane, die mit Cogongras bewachsen sind, das sich zum Ende der Trockenzeit braun färbt, jetzt also grün ist.
    Hier war mal Ozean und wahrscheinlich rührt ihre geschmeidige Form vom Ausbruch unter Wasser her, ist unklar. Oder es stimmt die Sage dazu, dass ein Riese weinen musste aus Liebeskummer... Alte Geschichte das... aber noch heute jammern in jedem zweiten Popsong Männer wegen unerwiderter Gefühle. (Immerhin ist es besser einfältige Lieder zu schreiben, als die unwilligen Frauen zu ermorden, was bekanntlich jeden 3. Tag in Deutschland passiert)
    Die Touribusse entladen sich alle auf einem Schokohügel, doch wir finden einen alternativen Pfad und haben 3km weiter einen Hügel für uns.

    Per Scooter besuchen wir 3 Wasserfälle, auch kleine Straßen sind überwiegend mit Asphalt, so dass wir sicher unterwegs sind; Moritz (das ist der von uns ohne Motorradführerschein) darf hier aber auch die 125er fahren. Viele Treppenstufen, natürliche Schwallduschen und Pools!

    Das Nuts Huts verlassen wir wieder auf dem Loboc-River und bevor aus der übersichtlichen Hauptstadt Tagbilaran das Boot von Bohol nach Siquijor ablegt, besuchen wir Koboldmakis, (Familie der Primaten) eine endemische Art, kurz vorm Aussterben. Der Guide entdeckt 3 von ca. 200 Exemplaren, die hier in einem 1996 eröffneten Schutzgebiet offen leben und unglaubliche Dinge können, z.B. 5 Meter springen mit 100g Körpergewicht. Das liegt u.a. am Tarsus (=Fußwurzel), siehe Sklettfoto. Daher heißen die Tiere offiziell Tarsier.

    Unser Verkehrsmittelmix zur nächsten Insel gefällt uns:
    Boot, Tuktuk, Fähre, Pedicab (auch Tricycal), Jeepneys (Danke Amerika).

    Exkurs "Essen":
    Es war Philipp, der so etwas sagte wie: "kennt ihr ein philippinisches Restaurant in Hannover? Nein? Das hat seinen Grund."
    In den Garküchen gibt es tatsächlich viel grobes Fleisch, gern etwas zu schwarz vom Grill, Soßen haben etwas Säuerliches und Nudeln wären schöner aldente, so wie das Gemüse ist.
    Zum Frühstück Fisch und Reis ist OK, es gibt aber immer Alternativen. Insgesamt sind wir jedoch angenehm überrascht, was nach Taiwan leicht fällt.
    Nur die Stäbchen vermissen wir - wie soll man denn Nudelsuppe ohne essen? Das hatten wir gerade so gut drauf.
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