• 3 Alb: an der Grenze zu N-Mazedonien

    May 2, 2025 in Albania ⋅ ☀️ 24 °C

    Herrlich! Ich trage das Gefühl von "Albanien - Land der Freiheit" mit in die ersten Stunden allein auf dem Sattel. Mal schauen, wie lange mir (insbesondere meinem Gemüt und Gesäß) das wohl bekommt. Ich fahre aus Tirana gen Osten, um mich dann parallel zur nordmazedonischen Grenze durch die Berge zu arbeiten. Noch sind die Straßen in Topqualität, entsprechend gut komme ich voran aber teile den Asphalt mit Autos. Der erste von 5 Tunneln ist, als einziger (!), für Radler verboten, weil eng und lang. Der Bypass ist unwegsam, seeehr weit und mit krassen Höhenmetern.
    10min später nimmt ein türkischer Pickupfahrer mich samt Rad mit, erst als er nach dem Tunnel wendet wird mir bewusst, WIE nett das war.

    Schon an diesem ersten Tag wird klar, dass "Hauptstraßen vermeiden" direkt in unbefestigte Wege oder auch ins Nirvana führen, das ist woanders anders!
    Ja, ich will mit einem Gravelbike auch schottern aber bitte nicht zu viel, puh so anstrengend! Asphalt ist schließlich eine geile Erfindung! Der Algorithmus "Nebenstrecken bevorzugen" schon besser, aber das Auf und Ab ist in den Bergen krass aus Hannoveraner Sicht. So lege ich mehr Pausen ein als gedacht, alle Stunde steht eine Kaffebude am Straßenrand bereit.
    Dort ergeben sich die typischen Gespräche ("mein Onkel arbeitet in Dortmund" bis "Du musst unbedingt meinen Selbstgebrannten probieren").

    Gleich in der ersten Zeltnacht lungern knurrende Hunde ums Zelt, unsere Köpfe trennen nur 20cm und 2 dünne Zeltplanen. Ich verhalte mich lange absolut still, das wissen auch die Hunde. Irgendwann wird's ihnen langweilig, sie markieren aber vorher das Zelt. Etwas angepisst wasche ich es morgens wieder ab. Die 2. Nacht gleicht das wieder aus, es ist ein tolles Gefühl, alles dabei zu haben, keine Absprachen oder Menschen oder Hunde zu treffen.
    Für mich persönlich wirklich eine fast neue Erfahrung, denn die Nächte in der Natur hab ich doch eher zusammen mit Freunden genossen.
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