2 Albanien: Start Tiranë
April 30, 2025 in Albania ⋅ ☀️ 25 °C
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Schon der nächtliche Fußweg vom Citystop des Flughafenbusses führt mich über den Skandebeg-Platz, an dem quasi sämtliche Sehenswürdigkeiten liegen.
Das Reiterdenkmal dieses Volxhelden ist dann wohl doch nicht der olle Ernst-August vom Hannover Hbf, sondern Fürst Katrioti, der vor 600 Jahren erfolgreich gegen die Osmanen war.
In Tiranë leben 600.000 Menschen von nur 2,9 Mio. in Albanien insgesamt, irgendwie interessiert mich die Stadt wenig, ich will ja Natur, Einsamkeit und körperliche Ertüchtigung, vielleicht hilft es ja gegen das asiatische "3x täglich-Essengehen-Hüftgold"?
Mein Interesse ist der "Bikepoint Tirana", das Zimmer hatte ich extra in unmittelbarer Nähe gewählt.
Die Auswahl an Rädern, die zu mir passen ist dann doch kleiner, als das volle Lager suggerierte und ich nehme das vorab kommunizierte Gravelbike aus 2. Hand - die Bedenken der Rahmengröße lösen sich nach erster Probefahrt auf. Ich gebe noch einen anderen Sattel, frisches Lenkerband, Klickpedalen und breitere Reifen in Auftrag und fahre nachmittags vom Hof.
An nächsten Tag verlasse ich Tiranë wieder über den Skandebeg-Platz, schaue ein paar der Kulturgüter an.
Das riesiges Mosaik von 1981 im realsozialistischen Stil interpretiere ich mal lieber als Teil des Nationalmuseums dahinter.
Kurz (!) zur Einordnung, dass Albanien 40 Jahre Kommunismus hatte: Envar Hoxha führte die Partisanen erfolgreich gegen erst italienische später deutsche Faschisten an, rief '44 Albaniens Unabhängigkeit aus und regierte als kommunistischer Diktator bis '85 zunehmend unberechenbar und brutal im Stalinstyle, wodurch Albanien komplett isoliert wurde und (obwohl seit '92 Demokratie) noch heute, etwas bös' gesagt, ein Bauernstaat mit wenig entwickelter Industrie ist.
Mit Kommunismus sind die Albaner überwiegend durch und der Kosovokrieg '99 mit der albanischen paramilitärischen UÇK, der Nato und KFOR-Einsatz um serbischen Aggressionen standzuhalten auch, obwohl es ja erst letztes Jahr in Den Haag weitere Prozesse dazu gab.
So, nun los - aber durch ein Land radeln und Menschen begegnen ohne Geschichte im Gepäck geht nicht, das wird sich schon bald bestätigen...Read more







