• 15 Slo. Kletterei

    June 9, 2025 in Slovenia ⋅ ☀️ 10 °C

    Spontan buche ich mich in einen Canyoning-Trip ein, es scheint mir interessanter als Rafting, auch wenn die Soča dazu mehr bietet, als meine letzte Erfahrung dazu in der kroatischen Zirmanja.
    Außerdem: noch nie vorher gemacht!
    Das slowenisch-brasilianische Pärchen hat ebenfalls Klettererfahrung, so können wir eine etwas anspruchsvollere Tour machen. Scheißtreibend aber richtig gut ist, parallel zu den Wasserfällen die Schlucht hochzulaufen, natürlich die Ausrüstung schleppend. Wir klettern dann im Flusslauf der Fratarica runter, es ist eine neue Perspektive und Erfahrung die Kraft des Wassers so unmittelbar zu spüren. Je nach Möglichkeit überwinden wir die 7 Stufen mit verschiedenen Techniken, großer Spaß und Profianleitung vom Guide Petr.

    Springen ist für mich am aufregensten, ab 7 Metern bekomme ich Schiss. Beim Abseilen hingegen (bis 18m!) freue ich mich über viele Jahre Erlebnispädagogik und Schwindelfreiheit.
    Trotzdem: das Adrenalin hält noch bis in den Abend!

    Nach einem Besuch im Infocenter Trenta (tolle Fotoausstellung) ist dann der Vršič-Pass dran, wegen Bauarbeiten bis 17h gesprerrt, Radler dürfen immer, ergo autofrei die Serpentinen hochquälen!
    Der Gipfel ist nah (30 Fußminuten vom Pass), das berümte Gesicht im Stein ("Pagan-girl") könnte auch Theo Weigel sein. Die sagenhaften Eigenschaften dieser Frau sind zu dämlich um sie zu erwähnen - was sich eben so Männer ausdenken, die auf Steine starren.

    Ich nehme Kontakt zu Hüttenfamilie auf, es wird ein lustiger Abend, ich schaffe nur bei ein paar Schnäpsen nicht, sie abzulehnen. Es verbinden uns pädagogische Themen und der abwesende Mostarer Freund Teo, den sie als Sänger aus ihrem Hauptwohnsitz Ljubljana kennen und wir singen "Slavenska" von Balasević, den Text hab ich natürlich dabei 😉.
    Warum ich über Hitlerwitze aber nicht über Judenwitze lache, ist auf englisch nicht soo einfach artizukulieren, aber muss sein. (ja, das Wort gibt es, frag Die Ärzte)

    Dass ich mich wegen hoher technischer Anforderung, unpassender Trackingsandalen und überraschender Schneefelder (die nicht ungefährlich sind) überfordere, wird in den Fotos vllt. deutlich, auf jeden Fall hab ich noch 2 Tage schlimm Muskelkater.
    Kennst du das? Plötzlich schlägt das Gefühl von "toll, wie abenteuerlich" um in ein "scheiße, Hauptsache wieder ankommen".
    Erholung finde ich 1200m tiefer auf einem überaus schnuckeligen Naturcampingplatz, der mit viel Liebe gestaltet ist. Die Passabfahrt vorher war wenig geil, aufgrund schlechten Belages, aber zur nächsten Saison sind die Bauarbeiten durch.
    Kranjska Gora ist ein hübscher Ort mit übersichtlichen Skiliften, See und stets die Julischen Alpen vor Augen.

    Adijo Slovenija!
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