14 Slovenija Wald & Soča
June 5, 2025 in Slovenia ⋅ ☀️ 19 °C
Meine Reise führt von Istrien an der Grenze zu Italien nach Nordwest, Schönwetterwind weht aus Südost, Startbahn 03, also perfekt im Rücken.
Nach dem touristisch durchgestylten Kroatien ist es sofort sympathisch ruhig und ländlich, auch freies Zelten kein Problem. Zwei Tage quasi nur bergauf, hier muss ich wieder die Versorgungslage im Blick behalten, Läden nicht in jedem Ort...
Die Höhlenburg Predjama ist dann doch ein Publikumsmagnet wie auch Postojna mit einer 24km Höhle, damit weltweit zweitgrößte, die für Besucher erschlossen ist.
Überhaupt hat Slowenien so Vieles auf engstem Raum, ist ja kleiner als Hessen.
Von knapp 50km Adriaküste bis zum Gipfel Triglav mit 2864m Höhe in den Julische Alpen (also dem Cäsar ihm seine).
Den Triglav-NP erreiche ich bei Tolmin, nachdem ich 30km rollen konnte ohne Stress mit Bremsen! Von "Most na Soči" an wird mich der Fluss bis zur Abzweigung über den Predel oder Vršič-Pass (mal schauen) eine Woche führen.
Hier entlang der Soča (ital. = Isonzo) ergab sich eine der blutigsten Frontlinien mit über 1 Mio. toten Soldaten, nachdem 1915 Italien den Krieg gegenüber Österreich erklärte (die 12 Isonzoschlachten).
Slowenien war jedoch ab 1918 Teil (des später so benannten) Jugoslawiens, wurde '41 von Deutschland/Italien eingenommen bis zur bekannten Befreiung.
Das sozialistische Jugoslawien mit klar serbischer Dominanz begann mit Titos Tod 1980 zu zerfallen, überall im Land wurde stetig mehr für Unabhängigkeit demonstriert. 1992 trat diese ein und konnte im 10-Tage-Krieg gegen jugoslawische (serbische) Truppen standhalten, also im Verlauf ganz anders als z.B. in Bosnien.
So war der Weg zur Nato- und EU-Mitgliedsschaft schon 2004 frei, es folgte Schengen, Euro, OECD.
In Slowenien gibt es eine stabile Wirtschaft, etwas dünne Pressefreiheit und wirklich dicke Natur: 40% der Landesfläche stehen unter Schutz, 60% sind Wald (in Deutschland die Hälfte davon, was immernoch viel ist)
Alter, ist dieser Fluss schön, das Türkis ist unschlagbar (sorry, Neretva!).
Ich fühle schon den Wetterumschwung (ganz die Mutter!) und tatsächlich kommen unglaubliche Wassermassen nachts vom Himmel, aber natürlich nicht durch das Hillebergzelt.
Die Sicht ist am nächsten Tag entsprechend super und die Wassersportler*innen freuen sich über kräftige Stromschnellen. Ich unternehme täglich kleine Ausflüge zu Fuß, um noch tiefere Einblicke in die Nebenschluchten zu bekommen wie Tominka, Kozjak, Koritnica und Lepenjica (letzte eine Empfehlung von Achim!).
Etwas neidvoll schaue ich auf die Paddelboote, aber nicht mehr lange!Read more
























TravelerHerrliche Bilder, mein Lieber - und weiter gute Reise!