• Schule

    August 31, 2025 in Argentina ⋅ ☀️ 24 °C

    Die Schule in Argentinien unterscheidet sich grundlegend von der in Deutschland. Alles, was ich jetzt berichte, bezieht sich auf die Schule, die ich besuche. Ich gehen auf die E. E. S. No. 39, ausgeschrieben Escuela Educación Secundaria Número 39.

    In Argentinien unterscheidet man zwischen öffentlichen und privaten Schulen. Öffentliche Schulen sind kostenfrei, private nicht. Meine Schule ist öffentlich.
    Kinder kommen mit 6 Jahren in die Grundschule (Primaria), welche dann 7 Jahre dauert. Danach wechseln sie auf eine weiterführende Schule (Secundaria) und sind dort für 5 Jahren. Dort beginnt man das Zählen der Schuljahre auch wieder mit 1 und macht nicht bei 8 weiter. Ich bin im vierten Jahr, genauer gesagt in der 4to 3era, also der dritten Klasse in diesem Jahr. Das entspricht insgesamt dem elften Jahr. Das merkt man hier auch am Alter, denn ich bin mit die jüngste, einige sind schon oder werden bald 17. Für das letzte Jahr kann man an meiner Schule zwischen den Vertiefungen Economía (Wirtschaft) und Sociales (Sozialwissenschaften) wählen. Ich werde mich aber nicht entscheiden müssen, da das neue Schuljahr erst im März nach den Sommerferien beginnt.

    Hier gibt es einige Fächer, die wir nicht haben, und anders herum haben wir Fächer, die es hier nicht gibt. In meinem Stundenplan stehen folgende Fächer: Mathematik, Sprache und Literatur, Chemie, Geschichte, Anthropologie, argentinische Gebärdensprache, Theater, Politik, Englisch, Geografie, Sport und Educación Tecnológica, das befindet sich irgendwo zwischen Physik und Informatik.
    Theater und Gebärdensprache hatte ich is jetzt aber nur je einmal, sonst ist es immer ausgefallen. Unterrichtsausfall ist generell ein großes Problem. Eigentlich hätte ich zweimal pro Woche bis 13:00 Uhr, meisten ist aber schon 11:35 Uhr Schluss, weil einfach irgendwelche Lehrer fehlen. Zweimal hatte ich auch nur bis 10:05 Uhr.
    Allerdings endet der Unterricht nicht nur sehr früh, sondern beginnt auch dementsprechend früh. 7:15 Uhr ist Fahnenappell. Das ist bei weitem nicht so spektakulär, wie es klingt. Die Fahne wird einfach hochgezogen, dann kommen ein paar Wörter von der Direktorin und der Unterricht beginnt.
    In einigen Fächern, gibt es große Unterschied zu Deutschland, in anderen nicht. Zum Beispiel in Geschichte, geht es wie in meiner Klasse an Afra gerade um das Ende des zweiten Weltkrieges, wobei ich mir nicht sicher bin, wieviel die Schüler da wirklich gelernt haben. Ich wurde diese Woche gefragt, ob der zweite Weltkrieg auch in Deutschland war... In Mathe behandeln wir gerade Trigonometrie, also rechtwinklige Dreiecke. Das haben wir letztes Jahr gemacht, es ist also nicht so schwer für mich. In Chemie haben wir Wasser mit verschiedenen Stoffen gemischt, sowas wie Zucker, Salz und Öl.
    Ich weiß nicht, ob das der Bildungsstand an allen öffentlichen Schulen ist, denn in Argentinien gibt es laut Internet keinen einheitlichen Lehrplan. Es kann aber sein, dass das die einzelnen Provinzen entscheiden und einen Lehrplan ausarbeiten.

    Das Schulgebäude ist etwas heruntergekommen. Die Türen schließen nicht richtig und der Putz blättert ab. Und statt einer Heizung gibt es eine Klimaanlage. Es gibt Einzeltische, die am Anfang der Stunde immer erstmal wieder an ihren ursprünglichen Platz gestellt werden müssen, weil am Nachmittag und Abend andere Klassenstufen in unserem Raum sind. Allerdings sieht das Gebäude seit dieser Woche etwas netter aus, weil wir für die semana de estudiantes (Woche der Schüler) unser Zimmer und die Gänge dekorieren durften.

    Außerdem sind Handys erlaubt. Das führt natürlich nicht gerade dazu, dass die Schüler produktiver lernen. Eher im Gegenteil. Ich konnte beobachten, dass ChatGPT hier nicht so beliebt zu sein scheint, die meisten nutzen MetaAI von WhatsApp. Außerdem gibt es extrem wenige iPhones und Samsung Telefone. Sehr beliebt ist hier Motorola, Vivo, Oppo etc.

    Das war erstmal alles, wenn mir noch was einfällt, schreibe ich es dazu.
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