1. Etappe: Bamberg - Sand am Main
May 15 in Germany ⋅ ☁️ 11 °C
Ruderstrecke 30.5 km, 4 Schleusen
Unsere Ruderfahrt beginnt beim Steg der Bamberger Rudergesellschaft. Wir haben uns um 8 Uhr mit den beiden Kontaktpersonen des Clubs verabredet. Sie werden für uns die beiden ersten Schleusen bedienen. Zuerst geht es auf dem linken Regnitz-Arm flussabwärts in Richtung Bischberg, wo die Regnitz in den Main mündet. Die Ruderstrecke dahin führt uns durch die ersten zwei von total 29 Schleusen. Unsere erste Schleuse, die "Schleuse 100" ist die letzte Schleuse des historischen Ludwigkanals und wird noch heute von Hand bedient. Wir haben sie gestern bereits besichtigt. Die Einfahrt ist eng, die Sandsteinwände stehen nah. Trotzdem passen unsere 3 Boote hinein. Der alte Ludwig-Donau-Main-Kanal zwischen der Donau in Kelheim und dem Main in Bamberg wurde unter König Ludwig I. von Bayern 1846 vollendet und hatte 100 Schleusen, um den Höhenunterschied zwischen Main und Donau auszugleichen. Der heutige Main-Donau-Kanal wurde 1960-1964 erbaut und verbindet auf 171 Kilometern die gleichen Start- und Endpunkte. Er ist Teil der Grossschifffahrtsstrasse Rhein-Main-Donau von der Nordsee bei Rotterdam zum Schwarzen Meer bei Costantia in Rumänien.
Nach der oberen und unteren Brücke passieren wir das historische Klein-Venedig, wie die ehemalige Fischereisiedlung in der Bamberger Inselstadt liebevoll genannt wird. Dicht gedrängte Fachwerkbauten und winzige Gärten bestimmen das Bild dieses Stadtteils. Beim Vorbeirudern an der schmucken Häuserzeile fühlen wir uns fast etwas in eine andere Zeit versetzt. Wir sind jedoch bald wieder im "Jetzt", denn noch bevor die Regnitz bei Bischberg in den Main mündet erwartet uns die zweite Schleuse bei Gaustadt, auch bekannt als ERBA-Schleuse. Erneut kein Problem für uns. Danach gleiten wir flussabwärts durch ein weit geöffnetes Tal, vorbei an stillen Uferlandschaften. Wir folgen weiter westwärts dem Main in sanften Bögen zur Schleuse Viereth. Es ist die erste Mainstaustufe. Ruderboote schleusen hier gemeinsam mit der Grossschiffahrt. Und genau so erleben wir es: Zuerst kommt die Viking Tir, ein 135 m langes Flusskreuzfahrtschiff, das Platz für bis zu 190 Passagiere in 95 eleganten Kabinen bietet, dann ein grösserer Kutter, viele kleine Motorboote und schliesslich wir. Die Schleusenkammer hat eine lange Länge von ca. 300 m. Der ganze Schleusenvorgang dauert fast 1 Std. Dann sind wir jedoch gleich beim Mittagshalt. Es ist 11:30 Uhr. Unser Landteam hat frisch gemachte Sandwiches eingekauft und verwöhnt uns.
Danach prägen breite Mainauen, ruhige Altarmreste und weite Wasserflächen die Landschaft. Hinter Viereth-Trunstadt öffnet sich das Maintal erneut, bevor wir die Schleuse Limbach passieren. Hier werden wir von einem veritablen Hagelregen erfasst, durchnässt und runtergekühlt. Nun fliesst der Fluss ruhig auf Sand am Main zu. Um dahin zu gelangen, verlassen wir den Main beim Sander Baggersee und rudern südwärts durch das beliebte Erholungsgebiet ans Ufer. Unsere Boote sind voll mit Regenwasser, wir müssen Pumpen. Wir frieren, zittern vor Kälte und wollen nur noch an die Wärme. Nach dem Versorgen der Boote und allem Material fahren wir zu unserem Hotel Goger.
Sand am Main ist ein kleiner Weinort und wirkt wie ein kleines Tor zum Weinland. Es ist ein ruhiger Ort am breiten Mainbogen, geprägt von fränkischen Winzerhöfen und sonnenverwöhnten Hängen. Diese Sonne zeigt sich dann später sogar wieder. Und Weine von diesen Hängen erwärmen unsere Seele bei einer Verkostung. Erklärt von Stephan Goger vom Weingut Goger.Read more


























