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Ruderwanderfahrt Main 2026

Reisetagebuch von Thomas Vonesch:
Auf dem Main in Deutschland mit dem Ruderboot von Bamberg bis Aschaffenburg. Von Auffahrt bis Pfingsten 2026. Mit 3 gesteuerten C-Gig Doppelvierer vom See-Club Zug.
Organisiert von Vreni und René Fasan.
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  • Trip start
    May 14, 2026

    Informationen zur Ruderwanderfahrt

    May 14 in Switzerland ⋅ ⛅ 9 °C

    Die Wanderfahrt wurde im Vorfeld von René und Vreni Fasan sorgfältig rekognosziert und vorbereitet. Dafür gilt Ihnen der grosse Dank unseres ganzen Teams.

    Gemäss Ankündigung erwartet uns folgendes Rudererlebnis: "Wir werden unterwegs sein auf dem Main entlang von schönen Landschaften und reizvollen Städten wie Würzburg, Wertheim und Miltenberg. Wir rudern mit unseren gesteuerten C-Gig Booten. Der Main hat viele Staustufen, somit haben wir auf dieser Tour wieder einmal etliche Schleusen zu passieren. Gemäss Plan werden es 29 sein. Ein- und Ausstiege sind teilweise bei Rudervereinen, d.h. am Ponton oder Steg. Aber auch nass, im Kies, Sand, Rasen bei Campingplätzen oder Motorboot-Slipanlagen. Es erwartet uns eine abwechslungsreiche Fahrt von Bamberg bis Aschaffenburg. Total werden wir ca. 300 km rudern, mit teilweiser Unterstützung der Strömung des Mains. Wir rudern in 10 Etappen, meistens 2 Teilstrecken pro Tag."

    Der Main in Deutschland ist ein ca. 527 km langer Fluss, der aus dem Zusammenfluss von Weissem und Rotem Main bei Kulmbach entsteht und bei Mainz-Kostheim in den Rhein mündet. Er durchquert Bayern und Hessen und prägt dabei eine der vielfältigsten Kulturlandschaften des Landes. Entlang seines Laufs liegen bedeutende Städte wie Bayreuth, Bamberg, Würzburg, Aschaffenburg, Offenbach und Frankfurt am Main, das wirtschaftliche Zentrum der Region. Als längster rechter Nebenfluss des Rheins besitzt der Main grosse Bedeutung für Schifffahrt, Handel und Industrie, aber auch für den Weinbau und den Tourismus in Franken und im Rhein-Main-Gebiet. Seine Wasserstrasse verbindet Süddeutschland über den Main-Donau-Kanal sogar mit der Donau und damit dem Schwarzen Meer, was ihn zu einer wichtigen europäischen Verkehrsachse macht.

    Wir rudern in den Doppelvierer Booten "Chriesi", "Flaneuse" und "Take Five", die wir auch für unsere Ausfahrten auf dem Zugersee benutzen. In jedem Boot sitzen je 4 Ruderer/innen und ein/e Steuermann/frau. Das sind 15 Personen. Dazu kommen 2 Personen im Landdienst mit den Aufgaben: Transport des Gepäcks mit dem Minibus, Organisation des Picknicks und Rekognoszierung der Landungsstellen. Die Boot-Teams werden von René jeden Tag neu zusammengestellt. Er verteilt die Aufgaben: Rudern, steuern oder Landdienst. Unsere Chauffeurin Vreni ist fix, sie rudert nicht.

    Vor jeder Etappe findet ein Briefing statt, bei dem jeweils Karten, Infomaterial und Funkgeräte an die Steuerleute abgegeben werden. Besondere Erwähnung finden auch Schleusen, Fähren oder Hindernisse. Auf dem Main passieren wir einige kleine Sportbootschleusen die nur 12 m lang und 2.5 m breit sind. Da müssen wir Boot um Boot schleusen. Ein Ruderer muss jeweils aussteigen, oben die Schleusen bedienen und danach über die Leiter wieder ins Boot einsteigen. Alle Teilnehmenden haben ihre persönliche Schwimmweste dabei und im Vorfeld eine umfassende Zusammenstellung mit den wichtigsten Regeln und Eigenheiten für das Flussrudern studiert. Genauso wie Tipps für die Aufgabe am Bootssteuer. Auf einem Fluss zu rudern ist nämlich schon etwas anderes als auf dem Zugersee. An den rekognoszierten Ein- und Auswasserungsstellen werden die Boote jeweils sicher über Nacht gelagert.

    An den Etappenzielen übernachten wir in vorreservierten einfachen Hotels. Möglichst nahe bei den Einwasserungsstellen. Auch wenn es keine ruderfreie Tage gibt, sollen Kultur und Kulinarik nicht zu kurz kommen. Kürzere Etappen bieten Gelegenheit für die Besichtigung der schmucken Städtchen entlang des Main. In diesen Erholungspausen geniessen wir etwa einen Stadtbummel in Bamberg, eine Stadtbesichtigung in Würzburg, Wertheim oder Miltenberg. Beim gemeinsamen Abendessen, das immer ein Highlight darstellt, wird nicht nur die Freundschaft vertieft, sondern auch Tageserlebnisse ausgetauscht oder einfach gefachsimpelt. Gesprächsstoff ist meistens genügend vorhanden.
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  • Anreise zum Start der Ruderwanderfahrt

    May 14 in Germany ⋅ ⛅ 19 °C

    Um 7 Uhr morgens geht es heute beim Bootshaus des See-Club Zug los. Es ist sehr kühl. Die Boote und alles Material haben wir schon gestern auf den Anhänger geladen. Jetzt kommt nur noch das persönliche Gepäck dazu. Weil der Minibus nur 14 Plätze hat, sind Hanna, Pesche, Chris und Ulrike mit dem ÖV nach Bamberg gereist.

    Unser ganzes Team besteht aus 18 Personen, wobei zwei jeweils nur auf einer Hälfte der Tour dabei sind. Zum Main 2026 Team gehören: Anna Baumeler, Ulrike Bayer (Etappe 1-5), Ruth Berchtold, Astrid Estermann, Vreni und René Fasan, Regula Fehr (Etappe 6-10), Gregor Hotz, Chris King, Hanna und Pesche Moser, Alexander Rübensaal, Regula Schärer, Christian Steiger, Liselotte Vetter, Thomas Vonesch, Hans-Jörg Weber und Jörg Winkelmann.

    Unsere Fahrt geht zuerst über das Limmattalerkreuz via Schaffhausen zur Zollstelle Thayngen. Dann über das Kreuz Hegau und grossräumig vorbei an Stuttgart. Wir kommen gut voran. Mittagshalt gibt es im Da Pino Restaurant im Vereinsheim des TSV Neuenstadt bei Neuenstadt am Kocher. In Vorfreude auf unsere künftigen sportlichen Leistungen gönnen wir uns leckere Pizzas. Das letzte Teilstück führt uns vorbei an Würzburg. Zwischen Randersacker und Eibelstadt sehen wir erstmals den Main. Nun ist Bamberg nicht mehr weit. Dort angekommen laden wir unsere Boote bei der Bamberger Rudergesellschaft ab. Jetzt regnet es. Anschliessend fahren wir zu den Hotels und treffen gleich auf Hanna und Pesche. Nach dem einchecken ist eine kleine Tour durchs Städtchen angesagt. Die Gassen sind rappelvoll. Auffahrt ist hier auch Vatertag. Wir stehen an für ein Rauchbier, die Spezialität hier.

    Weiter geht es zur Besichtigung der ersten Schleuse. Die Einfahrt soll nicht ganz einfach sein. René, der den Anhänger in der Zwischenzeit nach Würzburg fährt, hat neben sich selbst, Pesche und Thomas als Steuermänner für morgen bestimmt. Die beiden schauen sich die Situation also besonders gut an. Nach besonderen Herausforderungen sieht es jedoch nicht aus.

    Bamberg ist eine UNESCO‑Welterbestadt im Norden des Bundeslandes Bayern und gehört zum Regierungsbezirk Oberfranken. Die Altstadt zählt zu den besterhaltenen historischen Stadtkernen Deutschlands. Die Stadt begeistert mit mittelalterlichem Flair, malerischen Gassen und Wahrzeichen wie dem Bamberger Dom und Klein Venedig an der Regnitz. Nun doch etwas hungrig, freuen wir uns auf das Nachtessen im Kachelofen. Es gibt Bamberger und Fränkische Kost. Z.B. Bamberger Krustbraten mit Kloss und Sauerkraut. Das ist ein guter Start!
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  • 1. Etappe: Bamberg - Sand am Main

    May 15 in Germany ⋅ ☁️ 11 °C

    Ruderstrecke 30.5 km, 4 Schleusen

    Unsere Ruderfahrt beginnt beim Steg der Bamberger Rudergesellschaft. Wir haben uns um 8 Uhr mit den beiden Kontaktpersonen des Clubs verabredet. Sie werden für uns die beiden ersten Schleusen bedienen. Zuerst geht es auf dem linken Regnitz-Arm flussabwärts in Richtung Bischberg, wo die Regnitz in den Main mündet. Die Ruderstrecke dahin führt uns durch die ersten zwei von total 29 Schleusen. Unsere erste Schleuse, die "Schleuse 100" ist die letzte Schleuse des historischen Ludwigkanals und wird noch heute von Hand bedient. Wir haben sie gestern bereits besichtigt. Die Einfahrt ist eng, die Sandsteinwände stehen nah. Trotzdem passen unsere 3 Boote hinein. Der alte Ludwig-Donau-Main-Kanal zwischen der Donau in Kelheim und dem Main in Bamberg wurde unter König Ludwig I. von Bayern 1846 vollendet und hatte 100 Schleusen, um den Höhenunterschied zwischen Main und Donau auszugleichen. Der heutige Main-Donau-Kanal wurde 1960-1964 erbaut und verbindet auf 171 Kilometern die gleichen Start- und Endpunkte. Er ist Teil der Grossschifffahrtsstrasse Rhein-Main-Donau von der Nordsee bei Rotterdam zum Schwarzen Meer bei Costantia in Rumänien.

    Nach der oberen und unteren Brücke passieren wir das historische Klein-Venedig, wie die ehemalige Fischereisiedlung in der Bamberger Inselstadt liebevoll genannt wird. Dicht gedrängte Fachwerkbauten und winzige Gärten bestimmen das Bild dieses Stadtteils. Beim Vorbeirudern an der schmucken Häuserzeile fühlen wir uns fast etwas in eine andere Zeit versetzt. Wir sind jedoch bald wieder im "Jetzt", denn noch bevor die Regnitz bei Bischberg in den Main mündet erwartet uns die zweite Schleuse bei Gaustadt, auch bekannt als ERBA-Schleuse. Erneut kein Problem für uns. Danach gleiten wir flussabwärts durch ein weit geöffnetes Tal, vorbei an stillen Uferlandschaften. Wir folgen weiter westwärts dem Main in sanften Bögen zur Schleuse Viereth. Es ist die erste Mainstaustufe. Ruderboote schleusen hier gemeinsam mit der Grossschiffahrt. Und genau so erleben wir es: Zuerst kommt die Viking Tir, ein 135 m langes Flusskreuzfahrtschiff, das Platz für bis zu 190 Passagiere in 95 eleganten Kabinen bietet, dann ein grösserer Kutter, viele kleine Motorboote und schliesslich wir. Die Schleusenkammer hat eine lange Länge von ca. 300 m. Der ganze Schleusenvorgang dauert fast 1 Std. Dann sind wir jedoch gleich beim Mittagshalt. Es ist 11:30 Uhr. Unser Landteam hat frisch gemachte Sandwiches eingekauft und verwöhnt uns.

    Danach prägen breite Mainauen, ruhige Altarmreste und weite Wasserflächen die Landschaft. Hinter Viereth-Trunstadt öffnet sich das Maintal erneut, bevor wir die Schleuse Limbach passieren. Hier werden wir von einem veritablen Hagelregen erfasst, durchnässt und runtergekühlt. Nun fliesst der Fluss ruhig auf Sand am Main zu. Um dahin zu gelangen, verlassen wir den Main beim Sander Baggersee und rudern südwärts durch das beliebte Erholungsgebiet ans Ufer. Unsere Boote sind voll mit Regenwasser, wir müssen Pumpen. Wir frieren, zittern vor Kälte und wollen nur noch an die Wärme. Nach dem Versorgen der Boote und allem Material fahren wir zu unserem Hotel Goger.

    Sand am Main ist ein kleiner Weinort und wirkt wie ein kleines Tor zum Weinland. Es ist ein ruhiger Ort am breiten Mainbogen, geprägt von fränkischen Winzerhöfen und sonnenverwöhnten Hängen. Diese Sonne zeigt sich dann später sogar wieder. Und Weine von diesen Hängen erwärmen unsere Seele bei einer Verkostung. Erklärt von Stephan Goger vom Weingut Goger.
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  • 2. Etappe: Sand am Main - Schweinfurt

    May 16 in Germany ⋅ ⛅ 12 °C

    Ruderstrecke 31 km, 2 Schleusen

    Heute beginnt die Ruderstrecke in Sand am Main und führt nach Schweinfurt. René macht zu Beginn das tägliche Briefing. Es ist klar, dass wir zwei Schleusen passieren werden. Noch offen ist, ob es die Sportschleusen sein werden. Dann würde jedes Boot einzeln geschleust und jemand müsste jeweils die Leiter rauf- und runter klettern und die Schleusentore bedienen. Kurz vor Abfahrt erfahren wir, dass wir die Grossbootschleuse in ca. 25 Min. befahren können. Also nichts wie los! Zunächst rudern wir durch den Sander Baggersee zurück auf den Main. Dann geht es weiter westwärts durch die offene Flusslandschaft des Obermains und wir erreichen bald die erste Schleuse Knetzgau. Der Schleusenvorgang ist einfach und schnell. Nun fliesst der Main weiter nach Hassfurt. Dessen zwei historische Stadttürme rücken früh ins Blickfeld, wenn auch vorerst nur für die Steuerleute sichtbar. Hinter Hassfurt folgt die Schleuse Ottendorf. Auch hier können wir die Grossbootschleuse benutzen. Kurz darauf, aber mit viel Gegenwind, sind wir schon beim Mittagshalt in Untereuerheim. Es ist ein nasser Ausstieg ins kalte Wasser. Der Wind bläst jetzt recht stark. Unser Landteam hat aber alles für uns vorbereitet. Gestärkt klettern wir bald wieder in die Boote und steuern unser Etappenziel Schweinfurt an. Vorerst kämpfen wir jedoch mit Gegenwind und Wellen. Hier gibt es schöne Auenlandschaften, sogar ein Reh steht im hohen Gras am Ufer. Eindrücklich thront das Schloss Mainberg über dem Main. Es zählt zu den grössten und besterhaltenen mittelalterlichen Burganlagen Unterfrankens. Nach dessen Passage wird der Fluss zunehmend urbaner und geht schliesslich in die Stadtlandschaft Schweinfurts über. Wir landen mit unseren Booten sicher am Steg des Schweinfurter Ruderclub Franken. Anschliessend fahren wir zu unserem Hotel Panorama.
    Wir haben etwas Zeit um auszuruhen bevor wir auf dem Weg zum Brauhaus am Markt einen kurzen Stadtrundgang machen.

    Schweinfurt ist eine fränkische Industriestadt am Main mit Kugellager‑Tradition. Die Altstadt und der Marktplatz geben ihr ein kompaktes, lebendiges Flair.
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  • 3. Etappe: Schweinfurt - Obereisenheim

    May 17 in Germany ⋅ ☀️ 19 °C

    Ruderstrecke 20.5 km, 3 Schleusen

    Der Morgen beginnt mit einem reichhaltigen Frühstück um 7:30 Uhr. Weil heute auch der MainCityTriathlon in Schweinfurt stattfindet, werden wir in unserer Sportbekleidung wohl als Triathleten angesehen. Das hoffen wir zumindest!

    Die Ruderstrecke von Schweinfurt nach Obereisenheim beginnt beim Steg des Schweinfurter Ruderclub Franken, wo unsere Boote liegen. Wir beeilen uns, denn die Grossboot-Schleuse ist in ca. 30 Min. offen. Wir rudern zuerst an der städtischen Uferpromenade vorbei, wo sich bei der Maininsel die Einfahrt zur Schleuse Schweinfurt befindet. Wir sind schnell durch. Nach den letzten Brücken und den Industrieanlagen am Stadtrand verlässt der Fluss die Stadt und geht in eine ruhigere, landwirtschaftlich geprägte Landschaft über. Der Main öffnet sich nun zu weiten Auenflächen. Die Landschaft ist zunehmend geprägt von Feldern und kleinen Ortschaften. Weiter flussabwärts folgt die Schleuse Garstadt, wo sich auch ein bekanntes Vogelschutzgebiet befindet. Über 250 Vogelarten wurden dort schon beobachtet. Auch hier können wir durch die Grossboot-Schleuse. Weiter flussabwärts öffnet sich der Blick auf den markanten Kirchberg von Wipfeld mit der Wallfahrtskirche St. Ludwig. Hier wartet die Schleuse Wipfeld, die letzte des heutigen Tages. Das Wetter ist teilweise sonnig mit angenehmen Temperaturen. Deshalb ist auch die Wartezeit vor dem Winzerort von ca. 30 Min. nicht so schlimm. Kommt dazu, dass unser Landteam bereit steht uns im Wurfverfahren mit Energieriegeln zu versorgen. Das klappt hervorragend und wird von einem Storch auf seinem Nest aufmerksam beobachtet. Durch die Schleusentore sehen wir die beiden Winzerorte. In Obereisenheim endet unsere Etappe. Wir wassern unsere Boote um ca. 12:30 Uhr an einem Sandstrand aus. Das erfordert einige Kletterkünste im Boot um an Land zu gelangen. Auch unser ältester Teilnehmer, berg- und flusserfahren, meistert das mit Bravour. Nachdem alle Boote geparkt sind überrascht uns das Landteam nochmals, mit feinem Süssgebäck. Good Job!

    Der historische Weinort ist bekannt für seine Lage im Maintal und den Weinbau. Auf dem Fussweg zum Hotel Zur Rose erhaschen wir einen Blick auf das mit Gassen engverwinkelte Dörfchen.

    Um 15 Uhr erwartet uns im Weingut Jung eine Weinverkostung. Mariola Jung, Fränkische Weinprinzessin 2018/2020 aus der Obereisenheimer Höll, Tochter des Hauses Jung, führt uns sympathisch durch 7 verschiedene Weine.

    Der Name Obereisenheimer Höll geht auf eine alte Sage zurück: Ein Mönch erwischte nachts den Teufel beim Weintrinken im Keller und verknüpfte danach die Hitze des „Höllenfeuers“ mit dem Weinberg, weshalb die Lage so genannt wurde.

    Die Weinprinzessin ist grosszügig mit eingiessen und auch die Winzerplatte mit einheimischen Spezialitäten ist grosszügig bemessen. Vor dem Haus gibt es zum Abschluss noch ein Gruppenfoto. Etwas später folgt das Nachtessen im Hotel Zum Schiff. Ein gemütlicher (Ruder-)Tag geht in einer gemütlichen Runde zu Ende.
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  • 4. Etappe: Obereisenheim - Kitzingen

    May 18 in Germany ⋅ ⛅ 21 °C

    Ruderstrecke 34 km, 2 Schleusen

    Die heutige Etappe von Obereisenheim nach Kitzingen führt durch einen der schönsten Abschnitte. Dass sie auch eine sehr erlebnisreiche werden würde, wissen wir am Morgen noch nicht. Zunächst geht es durch die weiten Mainauen unterhalb des Ortes. Bald legt sich der Main in die eindrückliche und charakteristische Volkacher Mainschleife. Nun kommt ein weit ausladender Mäander, der den Fluss fast vollständig um den Escherndorfer Berg und den Kreuzberg herum führt. Zuerst dreht es ostwärts bei den steilen Weinlagen des Volkacher Ratsherrn und den bewaldeten Hängen, die hier das Landschaftsbild prägen.

    Wir erreichen die erste Schleuse beim Staudamm Volkach. Auf dem Weg dahin müssen wir auf dem Fluss noch Google Maps konsultieren, denn gemäss Info soll sie nach 2.5 km kommen, wir rudern aber fast 8 km, was für etwas Verwirrung sorgt. Wir „finden“ die Schleuse. Hier gibt es nur eine Sportschleuse. Ulrike im „Take Five“ steigt am Ufer vor der Schleuse aus, bedient sie für alle 3 Boote und steigt nach dem letzten Schleusungsvorgang unterhalb der Schleuse wieder ins Boot. Während das letzte Boote oben wartet, ist das mittlere im Schleusvorgang und das erste schon unten auf dem Fluss am Rudern. Der ganze Vorgang dauert ca. 1:15 Std. Die Schleuse ist sehr eng. Es geht nur mit „Ruder lang“. Nach der Schleuse hat es eine starke Strömung und Sandbank. Jedes Boot fährt seine eigene Linie: Direkt, problemlos oder mit Zwischenstopp auf Sandbank und Rückwärtsfahrt in einen ruhigeren Teil. Ganz „dans le style de la Loire“. Für Action und Abenteuer ist also gesorgt - und bei einigen ganz erwünscht.

    Nun dreht es weg vom Mainkanal, der eine schiffbare Abkürzung der Schleife ist und hier beginnt. Im folgenden Bogen liegen Escherndorf und Nordheim am Main, mit bekannten Weinlagen wie dem Eschendorfer Lump. Danach schlängelt sich der Main in sanften Bögen bis Gerlachshausen, wo er mit dem Ende des Mainkanals zusammen trifft. Mittagessen gibt es in Schwarzach am Main. Gelandet wird am Sandstrand.

    Es folgt ein landschaftlich reizvoller Abschnitt, bevor wir bei Dettelbach die gleichnamige Schleuse passieren. Zuerst warten wir ca. 30 Min. bis die „Viva Moments“ flussaufwärts an uns vorbei fährt und wir in die Grossbootschleuse können. Wir sind drin, die Schleusentore schliessen sich. Sie schliessen sich aber nicht ganz. Das fällt uns gleich auf. Bald kommt die Ansage per Lautsprecher, von einer der 5 Leitzentralen am Main, dass es mit einem Schleusentor eine Störung gibt. Etwas später folgt eine Entschuldigung und die Erklärung, dass ein Techniker unterwegs sei, das aber einige Stunden dauern könne. Für uns würde man das eine, nicht defekte Tor öffnen, damit wir rausfahren und in die Sportschleuse wechseln können. Das haben wir noch nie erlebt aber wir folgen den Anweisungen. Bedeutet plus 1.5 km rudern. Nun übernimmt Astrid die Schleusensteuerung. Heute also Frauenpower. Danke! Jetzt führt der Main durch eine offene Kulturlandschaft und kleinere Weinorte. Wir haben starken Gegenwind und müssen richtig Druck geben. Das kostet Kraft. Allmählich kündigt sich die Stadt Kitzingen mit ihren Brücken und Türmen an. Wir landen am Steg des Kitzinger Ruderverein, versorgen die Boote und fahren dann zum Hotel Bayerischer Hof.

    Kitzingen ist eine historische Weinhandelsstadt und zählt mit rund 23'000 Einwohnern zu den grösseren Städten der Region. Sie ist bekannt für Wahrzeichen wie den Falterturm, die Alte Mainbrücke und ihre lange Weinbau‑Tradition, die das Stadtbild und die Kultur bis heute prägt. Wer mag, hat vor dem Nachtessen noch etwas Zeit das Städtchen zu besichtigen. Wir treffen uns alle am „Brück Eck“ um unsere Energiedepots wieder zu füllen. Ein schöner Abschluss eines erlebnisreichen Tages.
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  • 5. Etappe: Kitzingen - Würzburg

    May 19 in Germany ⋅ ☀️ 22 °C

    Ruderstrecke 35 km, 4 Schleusen

    Die Ruderstrecke von Kitzingen nach Würzburg beginnt beim Steg des Kitzinger Ruderverein. Wir rudern zunächst unter den Brücken der Stadt hindurch, bevor der Main die bebauten Bereiche verlässt und in eine offenere Kulturlandschaft übergeht. Steil ansteigende Rebhänge an beiden Seiten zeigen uns, dass wir uns mitten im fränkischen Weinland befinden. Kurz darauf erreichen wir die Schleuse Kitzingen.

    Wir müssen 30 Min. warten bis die „Ostwind“ reinfährt. Die „Flaneuse“ ist unser Erkundungsboot und macht sich auf eine Runde. Noch ist nichts zu sehen. Bald kommt der Frachter und wir fahren rein. In einer Schleuse verbringt man ja einige Zeit. Der aufmerksame Beobachter entdeckt dabei allerlei. So etwas Muscheln in Nischen. Ganz interessant! Die nächste Schleuse ist in ca. 8 km. Wenn wir uns beeilen, können wir mit der Ostwind schleusen. Deshalb: volle Pulle!

    Nun führt uns der Fluss zuerst zwischen Weinbergen und kleineren Ortschaften hindurch. Flussabwärts folgt ein ruhiger Abschnitt entlang der Hänge von Sulzfeld, wo sich die trutzigen Türme der geschlossenen mittelalterlichen Stadtmauer im Fluss spiegeln. Nach Marktsteft erwartet uns die Schleuse Marktbreit. Es ist der südlichste Punkt des gesamtem Mainlaufs. Die Ostwind war uns natürlich weit voraus. Weil die grossen Schleusen zweiteilig sind wurde sie bereits im vorderen Teil geschleust. Wir fahren in den hinteren Teil und kommen zügig durch. Anschliessend öffnet sich das Tal und der Main führt durch eine Mischung aus Auenbereichen, Weinlagen und kleinen Siedlungen. Bei Ochsenfurt, mit dem markanten Turm, gibt es die Mittagspause.

    Danach geht es weiter nach Gossmannsdorf, wo uns die nächste Schleuse erwartet. Wir müssen ein Lastschiff abwarten das flussaufwärts fährt. Anschliessend verläuft der Fluss zwischen den Uferbereichen von Winterhausen und Randersacker. Überall säumen steile, sonnengebadete Rebhänge die Ufer. Vor Randersacker passieren wir die letzte Schleuse des heutigen Tages. Es ist eine spezielle Schleuse: Auf der einen Seite gesäumt von einer Baumallee, hinter dem Schleusentor die Weinberge.

    Danach begleiten viele Weinberge den Flusslauf, wie etwa der berühmte "Sonnenstuhl". Die Landschaft verdichtet sich und für unsere Steuerleute erscheint die Festung Marienberg auf dem Bergsporn des linken Ufers. Die Brücken und Türme Würzburgs werden sichtbar. Wir landen am Steg des Würzburger Ruderverein Bayern. Hier “feiern“ wir Halbzeit! Gleichzeitig verabschieden wir uns von Ulrike, die nun nach Hause fährt. Sie war ein beliebtes neues Mitglied in unserem Team. Danke Ulrike, für deine Unterstützung und Freundschaft! Nach dem Lagern der Boote fahren wir zum Hotel The Bartels Boutique.

    Um 18 Uhr treffen wir uns auf der alten Mainbrücke. Sie ist mehr als nur eine Brücke! Auf dieser Brücke trifft man sich, geniesst den „Brückenschoppen" und die fantastische Aussicht auf die Festung Marienberg, das Käppele und die Weinberge Würzburgs. Atmosphäre pur! Auch wir geniessen ein Glas Brückensilvaner mit dieser Aussicht. Nachtessen gibt es im Ratskeller. Nun ist auch Regula Fehr dabei. Herzlich willkommen im Main-Team. Wir freuen uns auf dich im Boot!
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  • 6. Etappe: Würzburg - Karlstadt

    May 20 in Germany ⋅ ⛅ 19 °C

    Ruderstrecke 28.5 km, 3 Schleusen

    Vor dem Rudern gibt es heute eine Besichtigung von Würzburg. Das Erscheinungsbild der lebendigen Universitäts‑ und Bischofsstadt am Main, ist von der barocken Residenz, der Festung Marienberg und den umliegenden Weinbergen geprägt. Die Altstadt mit ihren Kirchen, Plätzen und der Alten Mainbrücke bildet das historische Zentrum. Die Uferbereiche und die zahlreichen kulturellen Einrichtungen verleihen der Stadt ein abwechslungsreiches und zugleich typisch fränkisches Stadtbild. Auf einer interessanten Stadtführung tauchen wir ein in die bewegte Geschichte. Zum Beispiel am berühmten „Modell der Zerstörung“, welches die historische Altstadt nach dem verheerenden Luftangriff der Royal Air Force vom 16. März 1945 zeigt. Wir würden diese spannende Stadt gerne noch weiter erkunden, müssen aber an die Boote.

    Die Ruderstrecke von Würzburg nach Karlstadt beginnt dann am Steg des Würzburger Ruderverein Bayern, der in einer Mainaue liegt. Bevor wir in den Main rudern, müssen wir die Durchfahrt eines sogenannten Schubverbandes abwarten. Ein Schubverband besteht aus einem Schubboot mit einem starken Motor und einem oder mehreren Schiffen ohne Motor, die von dem Schubboot geschoben werden. Wir rudern der BAVARIA 88 hinterher in die Schleuse, die nach kurzer Distanz kommt. Wir haben sie gestern schon von der alten Mainbrücke gesehen. Wir sind recht schnell durch. Nun führt die Strecke unter den Brücken der Stadt hindurch. Am Ufer ist nochmals die Festung Marienberg sichtbar. Wir fahren unter der alten Mainbrücke mit ihren zwölf Sandsteinheiligen durch, die etwas an die Karlsbrücke in Prag erinnert, wo wir letztes Jahr durchgerudert sind. Danach passieren wir die Weinlagen des Würzburger Stein am rechten Ufer. Dahinter verlässt der Fluss die bebauten Bereiche und geht in eine offenere Landschaft über. Am Hang ist das Kloster Oberzell erkennbar. Anschliessend führt der Main durch weite Auenbereiche und an den Uferbereichen von Zell am Main und Margetshöchheim vorbei. Vor Erlabrunn passieren wir die gleichnamige Schleuse. Mit uns schleust ein deutscher 10er mit Steuerfrau. Eine Barke mit zwei Reihen und Riemenruder. Flussabwärts folgt ein ruhiger Abschnitt entlang der Weinlagen von Thüngersheim, deren steile Muschelkalkhänge das Tal prägen.

    Beim Ruder-Club Zellingen gibt es Mittagessen. Es regnet leicht. Vreni überrascht uns wie immer mit einem reichhaltigen und vielseitigen Picknick. Vielen Dank! Auch die Barke landet hier.

    Bei Himmelstadt kommt die nächste Schleuse. Die BAVARIA 88 hat uns vorher überholt und ist schon drinnen. Nach der Schleuse müssen wir gegen den Wind ankämpfen. In der „Flaneuse“ weht er zwei Mützen in den Fluss. Dank schneller Reaktion und rückwärtsrudern können sie wieder eingefangen werden.

    Bald macht der Fluss seine letzte Biegung. Die Landschaft öffnet sich und wird dominiert von den Türmen und Mauern der Karlstadter Altstadt sowie der darüberliegenden Karlsburg. Am Steg des Ruderclub Karlstadt endet unsere heutige Etappe. Sobald die Boote und alles Material versorgt sind fahren wir zum Hotel Mainpromenade.

    Karlstadt am Main ist eine stauferzeitliche Planstadt, um 1200 am Reissbrett geplant. Die schachbrettartig angelegte Altstadt, mittelalterliche Türme, Tore und Bürgerhäuser sind bis heute nahezu vollständig erhalten. Direkt gegenüber erhebt sich die Ruine der Karlsburg, die einen weiten Blick über das Maintal und die historische Stadt bieten würde. Wir belassen es bei einem Rundgang durch die Altstadt. Nachtessen gibt es im Hotel. Die Getränke sind offeriert von Vreni und René: Sie sind 40 Jahre verheiratet. Herzliche Gratulation 😘!
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  • 7. Etappe: Karlstadt - Marktheidenfeld

    May 21 in Germany ⋅ ☀️ 21 °C

    Ruderstrecke 46.5 km, 3 Schleusen

    Heute starten wir in die Königsetappe. Angesagt sind 46 km. Am Vormittag 28 am Nachmittag 18. Die Stimmung ist vielleicht etwas ruhiger an diesem Morgen, weil alle Respekt vor dieser Etappe haben. Das Wetter ist optimal. Etwas Sonne aber keine zu hohen Temperaturen. Auf geht’s!

    Wir starten die Ruderstrecke von Karlstadt nach Marktheidenfeld am Steg des Ruderclub Karlstadt. Zunächst rudern wir entlang der Stadtmauer und der darüberliegenden Karlsburg, die das obere Maintal prägen. Die Uferbereiche sind ruhig und offen gestaltet. Danach folgt ein landschaftlich reizvoller Abschnitt, in dem sich das Tal verengt. Vor Harrbach passieren wir die Schleuse. Wir können fast ohne Wartezeit in die Grossbootschleuse. Hinter ihr führt der Fluss weiter durch das enge Maintal. Flussabwärts verläuft der Main zwischen bewaldeten Hängen bevor wir die Ortschaft Wernfeld erreichen. Bei Steinbach wartet wieder eine Schleuse auf uns. Auch hier können wir ohne Wartezeit durch die Grossbootschleuse. Die Landschaft ist abwechslungsreich: Brücken, Bojen, Städtchen, Schilf, Wald und Weinberge ziehen an uns vorbei. Es begleiten uns der rote Regionalexpress und lange Güterzüge. Und immer ruft auch der Kuckuck. Wir erreichen Lohn am Main zum Mittagshalt. Es ist eine seichte Nische des Mains wo wir unsere Boote anlegen. Alle müssen bis zu den Knie ins Wasser. Wir sind hungrig, durstig und froh den ersten Teil hinter uns zu haben. Bald müssen wir weiter.

    Es folgt die Schleuse Rothenfels. Weithin sichtbar am Hang steht die Burg Rothenfels. Danach öffnet sich das Tal allmählich und die Brücken und Gebäude von Marktheidenfeld kommen ins Blickfeld. Die Etappe endet am Steg der Rudergesellschaft Marktheidenfeld. Es ist eine lange Etappe. Trotzdem müssen alle Boote sicher versorgt sein bevor wir zum Hotel Mainpromenade fahren können.

    Die Kilometerleistung am Ende dieses Tages ist bei jeden Boot etwas anders, je nach dem wie der Steuermann oder die Steuerfrau die vielen Kurven gefahren ist. Da gibt es ganz unterschiedliche Strategien: Die einen folgen dem Lehrbuch, das besagt, dass die Flussströmung für das Boot im äusseren Bereich am günstigsten ist. Die anderen, welche diese Strömung nicht sehen können, folgen der Erkenntnis, dass die kürzeste Verbindung zwischen zwei Punkten eine gerade Linie ist. Also eher Innenbahn. Und dann gibt es noch jene, die eher auf den Gegenwind achten und das Ufer mit dem besten Windschutz wählt. Alle Wege waren heute richtig, denn alle sind angekommen!

    Marktheidenfeld ist eine Stadt mit rund 11'000 Einwohnern. Ihre Lage am Mainviereck am Übergang vom Spessart‑Rotsandstein zum Muschelkalkgebiet der Fränkischen Platte, macht sie zusammen mit der historischen Altstadt mit Fachwerk zu einem beliebten Kultur‑ und Genussort. Sie ist bekannt für vielfältige Gastronomie die den Gourmet ebenso wie den Liebhaber kräftiger Hausmannskost verwöhnt. Köstlicher Frankenwein oder ein frisch gezapftes Bier der ortsansässigen Martinsbräu gepaart mit fränkischer Gastfreundschaft sorgen dafür, dass man sich in Marktheidenfeld rundum wohlfühlt. Das wollen wir doch nach einer erfrischenden Dusche ausgiebig testen und geniessen. Einige zuerst im Biergarten und dann zusammen beim Nachtessen am Mainufer. Ein schöner Abschluss eines anspruchsvollen Rudertages.
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  • 8. Etappe: Marktheidenfeld - Wertheim

    May 22 in Germany ⋅ ☀️ 24 °C

    Ruderstrecke 22 km, 2 Schleusen

    Nach der gestrigen Königsetappe ist die heutige schon fast als aktive Erholung zu bezeichnen. Von Marktheidenfeld nach Wertheim starten wir am Steg der Rudergesellschaft Marktheidenfeld. Für den Transport der Boote benutzen wir den praktischen Radwagen. Gleich zu Beginn rudern wir unter der Alten Mainbrücke hindurch, während die Altstadt und die Uferpromenade das Stadtbild prägen. Flussabwärts fliesst der Main zwischen bewaldeten Hängen und Weinlagen. Bei Lengfurt passieren wir die Schleuse. René hat uns aus dem Boot heraus wie immer frühzeitig telefonisch angemeldet. Die Grossbootschleuse ist deshalb schon bereit für uns.

    Hinter ihr führt der Fluss durch einen ruhigen Abschnitt mit der Klosteranlage Triefenstein am Hang und Muschelkalkhängen. Vor Homburg am Main sehen wir wunderschöne und steile Weinlagen. Bald beginnt die Mainschleife bei Urphar. Sie ist eine der markantesten Flussschleifen des unteren Mains: Der Fluss legt hier einen weiten Bogen um bewaldete Hügel, Weinlagen und kleine Ortschaften und schafft eine Landschaft, die fast wie ein natürliches Amphitheater wirkt. Am Ende erwartet uns die Schleuse Eichel. Auch hier das gleiche Prozedere.

    Kurz darauf erscheinen die Dächer und Türme von Wertheim, überragt von der Burg Wertheim. Am Steg der Rudergesellschaft Wertheim können wir unsere Boote auswassern und versorgen. Vreni überrascht uns mit Laugen-Butterbrezel, die wir als kleinen Appetizer mit Genuss verzehren. Anschliessend fahren wir zum Hotel Wertheimer Stuben. Wir sind früh dran.

    Dank der kurzen Erholungsetappe haben wir Zeit für eine Stadtbesichtigung. Die mittelalterliche Residenzstadt Wertheim liegt idyllisch eingebettet am Zusammenfluss von Tauber und Main im unterfränkisch geprägten Main-Tauber-Kreis. Neben der Burgruine ist die Stadt bekannt für die einzigartigen Fachwerkhäuser der Altstadt und für die zahlreichen Rad- und Spazierwege entlang seiner malerischen Flusslandschaften. Das Zentrum der historischen Altstadt ist der langgezogene, beliebte Marktplatz. Wertheims Geschichte ist eng verbunden mit den Flüssen Main und Tauber, welche die Altstadt von zwei Seiten umschliessen. Durch die Lage auf einer vorgelagerten Sandbank, ist die Stadt stark von Hochwassern bedroht. Die Altstadt wurde deshalb häufig überflutet. Die schlimmsten Überflutungen ereigneten sich im Februar 1784 und 1909. Der Pegel erreichte 1784 einen Stand von 8.5 Metern. Die Hochwasserstände sind an vielen Gebäuden markiert. Es ist eindrücklich, nach vielen Etappen auf dem Fluss auch diese Seite zu sehen. Einige steigen zur Burg und zum Turm hinauf. Von oben sieht man in der Ferne sogar das „Chriesi“ in der Sonne glänzen. Nachtessen gibt es im „Dionysos“. Griechisch inspiriert, aber passend zum mediterranen Feeling hier in Wertheim.
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  • 9. Etappe: Wertheim - Miltenberg

    May 23 in Germany ⋅ ☀️ 25 °C

    Ruderstrecke 33 km, 2 Schleusen

    Die Ruderstrecke von Wertheim nach Miltenberg beginnt am Steg der Rudergesellschaft Wertheim. Bald rudern wir entlang der Altstadt, während die Burg Wertheim hoch über dem Zusammenfluss von Main und Tauber auf uns herunterblickt. Flussabwärts verläuft der Main durch einen ruhigen Abschnitt mit bewaldeten Hängen und kleinen Uferorten. Bei Faulbach erwartet uns die erste Schleuse: Grossbootschleuse, Routine, kein Problem. Denken wir, präziser die „Flaneuse“. Es kommt anders. Beim Festhalten an der Leiter durch die Steuerfrau am Heck, bricht der Teleskopteil mit dem Haken des Paddels ab. Nun muss sich der Bugmann mit seinem Haken festhalten. Das gelingt. Mit zunehmender Strömung beim Abfluss des Wassers wird unser Heck jedoch in die Mitte der Schleuse gezogen. Wir halten mit dem Ruder natürlich dagegen. Irgendwann ist der Druck am Heck jedoch zu hoch und wir stehen im 90° Winkel zur Schleusenwand. Auch der Bugmann kann nicht mehr halten. Blitzschnell entscheiden wir, das Heck in die Strömung treiben zu lassen und das Boot gegen die Strömung in der Mitte zu halten, weit weg vom unteren Schleusentor. Eine kleine Verschnaufpause. Nun holen wir uns noch den in der Zwischenzeit an der Leiter weit oben hängenden Enterhaken zurück. Nachdem das Schleusentor geöffnet ist drehen wir an Ort um 180° in der Schleuse und rudern raus. Entspannt und locker. Wie nichts gewesen wäre. So geht das!

    Wir rudern weiter durch das enge Maintal. Bei Stadtprozelten schaut die stolze Henneburg auf uns hinunter. Die Passage einer Fähre erlaubt einen Fotohalt. In Dorfprozelten gibt es einen Steuerwechsel und kurzen Halt. Es ist sehr heiss und sehr durstiges Wetter.

    Bei Freudenberg passieren wir die letzte Schleuse des Tages. Null problemo! Anschliessend öffnet sich das Tal. Kurz darauf erscheinen die Türme und Fachwerkhäuser von Miltenberg, überragt von der Mildenburg am Hang. Der Steg des Miltenberger Ruderclubs ist gleichzeitig unser heutiges Ruderziel. Schnell alles sicher versorgen und ab geht es zum Hotel Schmuckkästchen. Vor der Abfahrt offeriert uns Vreni und das Landteam noch ein kühles Erdinger, alkoholfrei. Sooo Guet 🤩!

    Nach dem Einchecken im Hotel machen wir uns auf Miltenberg zu entdecken. Die historische Stadt am unteren Main, ist geprägt von einem geschlossenen Ensemble aus Fachwerkhäusern. Über der Altstadt liegt die Mildenburg, die das Stadtbild weithin bestimmt. Einige steigen rauf. Die alte Mainbrücke markiert den Zugang zur Stadt und verbindet die Uferbereiche. Die umliegenden Weinlagen von Miltenberg und Bürgstadt runden das Landschaftsbild ab. Entlang der Uferpromenade öffnen sich ruhige Bereiche direkt am Fluss, während Plätze wie das „Schnatterloch“ im Inneren der Altstadt den mittelalterlichen Charakter der Stadt unterstreichen. Nachtessen ist im Gasthaus zum Riesen und als Abschluss offeriert Chris allen ein Eis.
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  • 10. Etappe: Miltenberg - Aschaffenburg

    May 24 in Germany ⋅ ☀️ 30 °C

    Ruderstrecke 39 km, 4 Schleusen

    Unsere letzte Ruderstrecke. Sie führt von Miltenberg nach Aschaffenburg und beginnt am Steg des Miltenberger Ruderclubs. Wir rudern entlang der Altstadt. Die Mildenburg über der Stadt schaut auf uns herab und wünscht uns Glück für die letzte Fahrt. Flussabwärts begleiten uns die Weinlagen von Miltenberg. Bei Heubach passieren wir die erste Schleuse. Wir können die Grossbootschleuse benutzen. Hinter ihr folgen die Uferbereiche von Klingenberg und Trennfurt, deren Weinberge und Ortsbilder den Verlauf bestimmen. Es grüsst uns der Aussichtsturm beim warten vor der Schleuse Klingenberg. Leider müssen wir in die Sportbootschleuse. Pesche macht den Schleusenwärter für alle Boote. Deshalb sitzen da vorübergehend nur drei Rudernde im „Chriesi“. Nachdem alle Boote geschleust haben steigt Pesche wieder ein. Danach führt uns der Fluss durch den Talabschnitt mit Wörth und Obernburg. Jetzt kommt die zweitletzte Schleuse bei Wallstadt. Wir müssen sehr lange warten, geschätzt beinahe eine Stunde. Weil es sehr heiss ist und wir schon bald 5 Std. unterwegs sind suchen wir Schatten am Ufer. Nach der Schleuse kommt bei Kleinwallstadt zum Glück der Mittagshalt. Aussteigen im kühlen Wasser, Erholung im Schatten. Wunderbar!
    Es öffnen sich nun die Uferbereiche von Sulzbach und Niedernberg. Bei Obernau kommt die letzte Schleuse. Es ist die Nummer 29 und wir sind kurz vor unserem Ziel. Auch hier warten wir über 40 Min. Schatten ist gefragt. Es kommt der letzte Mainbogen. Mit den letzten Schlägen erreichen wir den Steg des Ruderclub Aschaffenburg. Diese 10. Etappe ist gleichzeitig auch das Ende dieser Ruderwanderfahrt auf dem Main.

    Am Steg des Ruderclub Aschaffenburg erwartet uns schon unser Landteam zur Begrüssung. Eine abwechslungsreiche Ruderfahrt mit vielen Erlebnissen, durch eine vielfältige Landschaft, schönen Städtchen und mit einem tollen Team geht damit zu Ende. Nun müssen zuerst alle Boote an Land gebracht werden. Zum Abschluss der Ruderfahrt, auf die alle stolz sein dürfen, gibt es High-Fives, Umarmungen und gegenseitige Gratulationen. Die Freude über die Leistung und das Erlebte ist bei allen riesengross. Gefeiert wird mit einem kühlen Bier vom Schlappeseppel, natürlich alkoholfrei, das Vreni zuvor am Steg kühl gehalten hat.

    Es ist schon fast 18 Uhr. Die "Arbeit" ist aber noch nicht zu Ende. Denn jetzt müssen alle Boote mit allem Zubehör auf den Anhänger, genauso wie alles Material. Irgendwie fällt das aber leichter als sonst. Und auch hier arbeiten wir als Team zusammen und erledigen das routiniert, professionel und ruhig. Dann fahren wir zum Hotel Dalberg. Es bleibt kaum Zeit zum duschen, denn das Wirtshaus „Zum Fegerer“ wartet auf uns. Alle freuen sich auf das Abendessen.

    Anschliessend besuchen wir das Schloss Johannisburg. Es ist beleuchtet und nicht zu übersehen. Das Mainufer beim Schloss scheint beliebt zu sehen. Überall Menschen und Musik die den schon fast sommerlichen Pfingstsonntag hier geniessen. Allmählich löst sich unsere Gruppe auf und mischt sich unter die Feiernden oder geht Richtung Hotel.
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  • Ende der Ruderwanderfahrt und Rückreise

    Yesterday in Switzerland ⋅ ☀️ 32 °C

    Heute verabschieden wir uns vom Main. Und auch von einem Teil des Teams. Hanna, Pesche und Chris reisen mit dem Zug zurück. Beim Frühstück sind wir zum letzten Mal zusammen.

    Unser Bus, der heute zum „Bachöfeli“ werden könnte, wird zum letzten Mal beladen. Beim Ruder-Club-Aschaffenburg muss der Anhänger noch angekoppelt werden. Da ist noch etwas Muskelkraft gefragt. Um 09:15 Uhr fahren wir los.

    Mittagshalt gibt es kurz nach 13 Uhr im „Seeblick“ in Empfingen. „Kleine“ Salatbowlen und Wurstsalat „mit ällem“ tun gut.

    Die Fahrt geht zügig und ohne nennenswerte Staus weiter. Über den Zoll Bargen erreichen wir die Schweiz. Um 16:30 Uhr sind wir beim See-Club Zug. René erhält von allen einen kräftigen Applaus für seine sichere Fahrt. Vielen Dank.

    Die Boote sind schnell abgeladen. Nun folgt noch eine Kontrolle des Materials und ein Waschgang mit Schaum und Spritze. „Chriesi“, „Flaneuse“ und „Take Five“ glänzen wieder. Um 17:40 Uhr schliessen wir die Tore des Bootshaus und verabschieden uns.

    Das war die Ruderwanderfahrt auf dem Main 2026 ❤️
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    Trip end
    May 25, 2026