• 6. Etappe: Würzburg - Karlstadt

    May 20 in Germany ⋅ ⛅ 19 °C

    Ruderstrecke 28.5 km, 3 Schleusen

    Vor dem Rudern gibt es heute eine Besichtigung von Würzburg. Das Erscheinungsbild der lebendigen Universitäts‑ und Bischofsstadt am Main, ist von der barocken Residenz, der Festung Marienberg und den umliegenden Weinbergen geprägt. Die Altstadt mit ihren Kirchen, Plätzen und der Alten Mainbrücke bildet das historische Zentrum. Die Uferbereiche und die zahlreichen kulturellen Einrichtungen verleihen der Stadt ein abwechslungsreiches und zugleich typisch fränkisches Stadtbild. Auf einer interessanten Stadtführung tauchen wir ein in die bewegte Geschichte. Zum Beispiel am berühmten „Modell der Zerstörung“, welches die historische Altstadt nach dem verheerenden Luftangriff der Royal Air Force vom 16. März 1945 zeigt. Wir würden diese spannende Stadt gerne noch weiter erkunden, müssen aber an die Boote.

    Die Ruderstrecke von Würzburg nach Karlstadt beginnt dann am Steg des Würzburger Ruderverein Bayern, der in einer Mainaue liegt. Bevor wir in den Main rudern, müssen wir die Durchfahrt eines sogenannten Schubverbandes abwarten. Ein Schubverband besteht aus einem Schubboot mit einem starken Motor und einem oder mehreren Schiffen ohne Motor, die von dem Schubboot geschoben werden. Wir rudern der BAVARIA 88 hinterher in die Schleuse, die nach kurzer Distanz kommt. Wir haben sie gestern schon von der alten Mainbrücke gesehen. Wir sind recht schnell durch. Nun führt die Strecke unter den Brücken der Stadt hindurch. Am Ufer ist nochmals die Festung Marienberg sichtbar. Wir fahren unter der alten Mainbrücke mit ihren zwölf Sandsteinheiligen durch, die etwas an die Karlsbrücke in Prag erinnert, wo wir letztes Jahr durchgerudert sind. Danach passieren wir die Weinlagen des Würzburger Stein am rechten Ufer. Dahinter verlässt der Fluss die bebauten Bereiche und geht in eine offenere Landschaft über. Am Hang ist das Kloster Oberzell erkennbar. Anschliessend führt der Main durch weite Auenbereiche und an den Uferbereichen von Zell am Main und Margetshöchheim vorbei. Vor Erlabrunn passieren wir die gleichnamige Schleuse. Mit uns schleust ein deutscher 10er mit Steuerfrau. Eine Barke mit zwei Reihen und Riemenruder. Flussabwärts folgt ein ruhiger Abschnitt entlang der Weinlagen von Thüngersheim, deren steile Muschelkalkhänge das Tal prägen.

    Beim Ruder-Club Zellingen gibt es Mittagessen. Es regnet leicht. Vreni überrascht uns wie immer mit einem reichhaltigen und vielseitigen Picknick. Vielen Dank! Auch die Barke landet hier.

    Bei Himmelstadt kommt die nächste Schleuse. Die BAVARIA 88 hat uns vorher überholt und ist schon drinnen. Nach der Schleuse müssen wir gegen den Wind ankämpfen. In der „Flaneuse“ weht er zwei Mützen in den Fluss. Dank schneller Reaktion und rückwärtsrudern können sie wieder eingefangen werden.

    Bald macht der Fluss seine letzte Biegung. Die Landschaft öffnet sich und wird dominiert von den Türmen und Mauern der Karlstadter Altstadt sowie der darüberliegenden Karlsburg. Am Steg des Ruderclub Karlstadt endet unsere heutige Etappe. Sobald die Boote und alles Material versorgt sind fahren wir zum Hotel Mainpromenade.

    Karlstadt am Main ist eine stauferzeitliche Planstadt, um 1200 am Reissbrett geplant. Die schachbrettartig angelegte Altstadt, mittelalterliche Türme, Tore und Bürgerhäuser sind bis heute nahezu vollständig erhalten. Direkt gegenüber erhebt sich die Ruine der Karlsburg, die einen weiten Blick über das Maintal und die historische Stadt bieten würde. Wir belassen es bei einem Rundgang durch die Altstadt. Nachtessen gibt es im Hotel. Die Getränke sind offeriert von Vreni und René: Sie sind 40 Jahre verheiratet. Herzliche Gratulation 😘!
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