• Teguise und Lagomar

    March 25 in Spain ⋅ ☁️ 17 °C

    Nach einem gemütlichen Frühstück und dem inzwischen routinemäßigen langen Blick aufs Meer ging es heute auf eine Architektur- und Gartentour mit einem krönenden Abschluss in einem architektonisch und kulinarisch gleichermaßen überzeugende Restaurant.
    Station 1 war das Kultur- und Landesmuseum von Cesar Manrique. Hier finden sich neben landestypischer Architektur die kulturellen Landbewirtschaftungsmethoden sowie kunsthandwerklichen Qualitäten von Lanzarote. Die vielfältig ineinander verschachtelten Gebäude, die Höfe, Gärten, abgesenkten Eingänge und Terrassierungen sind beeindruckend. Die Bepflanzung spiegelt ebenfalls die landestypische Vielfalt wieder. An der Straße weist sein berühmtestes Kunstwerk auf das Kulturzentrum hin. Es zeigt einen Bauern mit seiner Ziege und besteht aus dem Wassertank alter Fischerboote. Dies symbolisiert und die Bedeutung von Wasser und Fischfang für Lanzarote.
    Station 2 war Teguise, die ehemalige Inselhauptstadt. Eine eng verschachtelte kleine Altstadt mit vielen großzügigen Plätzen. Besonderes Augenmerk sind die hohen Holzläden, die kunstvoll geschnitzte Motive zeigen. Hier finden sich viele kleine Restaurants, Cafés und Kunsthandwerksläden.
    Station 3, ein unerwartetes Highlight: Lagomar.
    In einen ehemaligen Steinbruch hat Cesar Manrique mit einem Künstler zusammen begonnen in den 1970er Jahren ein Haus mit Garten zu bauen. Der Auftraggeber war ein Immobilienmakler. In der darauffolgenden Zeit fanden Filmarbeiten auf Lanzarote statt. Als Hauptdarsteller war Omar Sharif mit von der Partie. Er sah das Haus und hat sich darin verliebt. Also kaufte er es, um es dann in einer legendären Bridgepartie kurze Zeit später wieder an den Makler zu verlieren. 1989 kam ein deutsches Architektenehepaar auf die Insel und hat das Potenzial erkannt, hier ihren Traum zu verwirklichen. Sie entwickelten das Projekt von Cesar Manrique weiter zu einem Gesamtkunstwerk, das auf der Insel und weit darüber hinaus einzigartig ist. Seit 1997 kann man das Ensemble besichtigen.
    Ich habe selten eine derartig gelungene Integration von Gebäudestrukturen in die Landschaft gesehen. Balkone, Erker, Aussichtspunkte, Höfe, Passarelen, Hölen, in Verbindung mit unglaublich gelungenen Gartenelement sowie einem Brunnen, Teichen, Fontänen.
    Das ganze ist über 3-4 Geschosse in den Steinbruch hineinkomponiert. Ich kann nur jedem empfehlen, der in der Nähe ist, diesen unvergleichlichen Ort aufzusuchen. Es gibt ein schönes Café und eine Bar in einer Grotte.
    Man sollte sich Zeit lassen und die einzigartige Atmosphäre genießen. Auch Architekten kommen hier voll auf ihre Kosten.
    Natürlich gewachsene Felspartien im Wechselspiel mit weiß verputzten Wänden und Treppen entwickelt einen speziellen Charm.
    So, genug für heute - Ausklang dieses erlebnisreichen Tages war das Restaurant Castillo San Chose, am Hafen von Arrecife, im Untergeschoss des Alten Kastells - weit verglaste Fenster mit Blick auf den ziemlich roughen Containerhafen - sowie ein Essen, das es bis in die Empfehlungsliste des Zeitmagazins geschafft hat. Wir können die Qualität nach einem intensiven Test bestätigen😁.
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