Ausflug nach Haria
March 26 in Spain ⋅ 🌬 17 °C
Der Morgen begann mit einem bedeckten Himmel, die Fischer hantierten an ihren Fangkörben herum, rauchten und diskutieren eine Runde und setzten sich dann in ihrer Lieblingsecke an der Promenade zusammen. Die beiden Dorfkatzen gesellten sich dazu, räkelten sich träge. Wozu die Eile, lass das Leben etwas ruhiger angehen.
Dies nahmen wir uns zum Vorbild, griffen unsere Bücher und blickten zwischendurch auf die Weite des Atlantik. Der ließ sich auch nicht durch die lästigen Menschen am Ufer beirren und schob seine gewohnten Wellen. Wozu die Hektik, alles nimmt seinen Lauf…
Krieg in der Ukraine, Bomben im Iran und im Libanon. Die kurzsichtigen Menschen scheinen nichts dazuzulernen … Irgendwann werden Wasser und Wind das letzte Wort haben, mit oder ohne die selbstverliebten, überheblichen Zweibeiner ohne Langzeitvision.
Genug von solchen Dingen, die einem bei solchen ruhigen Tagen in den Sinn kommen.
Kurz eine Dinge zur Geschichte von Lanzarote. Vulkanische Aktivitäten schoben in mitten des Atlantiks die Erdmassen der balearischen Inseln nach oben. Von den Ureinwohnern, afrikanisch, arabischen Ursprungs sind nur wenige Funde erhalten. Mit zunehmender Seefahrt kamen zunehmend fremde Eroberer, auf der Suche nach Beute und Sklaven.
Die Normannen nisteten sich länger ein und entwickelten eine feudale Struktur.
Der riesige, sich über viele Jahre erstreckende Vulkanausbruch führte zu erheblichen Veränderungen bei der Bevölkerungsstruktur und den Machtverhältnissen.
Die lebensnotwendige Versorgung mit Wasser- und Energie sowie viele Lebensmittel führten zu einer starken Abhängigkeit vom zwischenzeitlichen Mutterland Spanien. Dies besteht noch heute und wird künstlich von entsprechenden Lobbiisten beibehalten.
Es gäbe ideale Versorgungsmöglichkeiten mit Sonnenenergie, Windenergie und Geothermie ( unter der Erdoberfläche stößt man bald auf Schichten mit Temperaturen von über 100 Grad!). Diese Ressourcen werden bedauerlicherweise kaum genutzt. Hier schlummern noch viele Potenziale.
Gegen späteren Vormittag ziehen wir los und fahren über Teguise nach Norden nach Haria. Hinter Los Valles geht es steil den Berg hoch. Auf dem Mirador de Haria hat man einen weiten Blick über die Insel.
Anschließend geht es in abenteuerlichen Serpentinen wieder den Berg hinunter. Steile Abbrüche mit bröckelnden Felsen, terrassierte Landwirtschaftsfläche, wilde Naturabschnitte, begleiten die Straße. In der Anfahrt auf Haria wird uns bewusst, dass der Ort geprägt wird von einem Schirm aus Palmen. Im Führer spricht man von Haria als ‚Oase‘…
Wir fragen uns, wie man früher ohne Auto zu diesem extrem abgelegenen Ort gelangt ist. Und natürlich, was die Bewohner motiviert hat, dort hinzuziehen…?!?
In den 1980er Jahren hat Cesar Manrique hier ein Haus für sich selber gebaut. Er konnte die Fertigstellung nicht erleben, da er vor dem Ende der letzten Feinheiten bei einem Autounfall ums Leben kam.
Auch hier zeigt sich das starke Miteinander/ das Verschränken von Natur und Architektur.
Riesige Räume, immer mit Pflanzen, Kunst, Musik …
Es ist ein spannendes Erlebnis diese Räume zu durchschreiten.
Auch der Ort Haria ist ein interessantes Erlebnis. Kleine Plätze, ein langgezogener, promenadenartiger Platz mit mächtigen Baumreihen, Restaurants am Rand und einer Kirche am Endpunkt.
Eine kleine Markthalle bietet örtliche Spezialitäten, die wir mit Begeisterung probiert haben. Hierzu gehörte eine Linsensuppe, die uns aus dem Schwabenland bekannt ist 😁
Den krönenden Abschluss war die Abendzeit an unserem Lieblingsstrand in La Caleta de Famara. Wilder Wind mit Kite-Surfern und starkem Wellenschlag….Read more






















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