Destillation oder ‚wer fährt denn hier so langsam?
May 29 in Slovenia ⋅ ☀️ 24 °C
Den letzte Tag unserer Reise haben wir minuziös geplant. Aufstehen wenn man wach wird. Frühstücken bis man satt ist. Und zügig die Mopeds besteigen. Wir hatten großes vor!
Wir mussten Strecke nach Osten machen. Unsere heutige Route sollte uns durch die schier endlose Einsamkeit dieses verhältnismäßig kleinen Landes führen. Dafür ging es zunächst auf die Autobahn. Fahrer eins wunderte sich, warum er ständig den Tempomat mit der Minustaste korrigieren musste, nur um nach kurzer Zeit wieder auf + drücken zu müssen.. Fahrer zwei – vorne weg - wunderte sich, warum Fahrer eins immer abfiel. So fiel, zum Leiden beider Parteien, die Reisegeschwindigkeit auf 90km/h.
Als wir endlich zum Zwischenziel in Form eines Tankstops gekrochen waren, ging es ab dort so los wie wir es lieben: loser Untergrund, liebliche Einsamkeit und mal sanft, mal hart geschwungene Hügel. Und plötzlich findet OSMand einen Anstieg, der steiler kaum sein kann, der in einen nicht erkennbaren Feldweg landet und in einen Aussichtspunkt endet. Hier war Umkehren die einzige Option, außer man fühlt sich in der Lage, über ein gespanntes Seil, welches zur Ermöglichung des Abstiegs zu Fuß gespannt war, zu fahren. Da waren wir raus.
Nur ein Mal lies uns die Präzision der Open Street Maps im Regen stehen. Wir sollten von einer gestrichelten Linie auf der Karte auf eine orangene Linie einbiegen. Anstatt breiter wurde der Weg immer schmaler, die ersten jungen Bäume standen auf dem Weg. Mit jedem Meter wurden die Bäume größer und standen dichter. Bis es nicht mehr weiter ging und wir zwischen Wohlduftenden Fichten zu stehen gekommen sind und uns fragten, warum neben uns ein beinahe 3 Meter hoher Stacheldrahtzaun mit einem sich dahinter befindlichen Minihaus stand. Bevor uns der dahinter lebende Psychopath ergreifen konnte, drehten wir unfassbar elegant um und waren zurück auf offener Strecke.
Weiter ging es durch den größten Urwald Europas – nein, einen Bären haben wir leider nicht gesehen, dafür aber einen Adler, über die Straße hüpfended Dam- und Rotwild
Mittags kamen wir an unserem Ziel an: die Destille Berryshka. Alle Zutaten die verarbeitet werden, stammen direkt aus Slowenien. Liebevoll eingerichtet. Es gab Kaffee und Kuchen und Mocktails für uns. Wisky, Gin, Obstbrand, Pralinen, Honig, … für den Einkaufswagen. Wir haben aus transportgründen beim Alkohol und Honig zugeschlagen. Es gab sogar einen Single Malt der inzwischen probiert worden ist und für hervorragend und samtig weich bewertet wurde.
Bei Kaffe und Kuchen planten wir die Rückfahrt. Mo „Autobahn geht schneller. Aber warum fährst du nur 90km/h?“ Es dauerte eine Weile bis wir geklärt hatten, wer hier eigentlich langsam fuhr. Wir einigten uns auf 120 für die Rückfahrt. Das geht schnell und schont dennoch die bereits stark gelittenen Noppen der Reifen.
Die letzte Stunde der Rückfahrt sollte uns OSMand leiten. Das ging zunächst ganz gut, bis wir in einen abermals derben Anstieg hingen. Fast ganz oben angekommen stellten wir fest: Verfahren. Wenden – oh ist das glatt hier. Don Dirty Seb machte seinem Namen alle Ehre. Erst blockierte und rutschte das Hinterrad. Dann – völlig unvermittelt – wollte das Vordere auch rutschen. Unklar ist, wer den Boden zuerst küsste: Sebastian oder die KTM. Mo, ganz in seinem Element, wollte den richtigen Hang hoch. Lehm und Dreck stiegen am Hinterrad empor. Dann verlor auch er das Gleichgewicht, trat ins Leere und – die gleiche Frage mit der selben Antwort…
Wir haben uns geschlagen und brachen ab, nahmen die Straße und kamen gut gelaunt ‚zu Hause‘ an.
Einkaufen, Wein bei unserem Winzer kaufen, Motorräder auf den Hänger, Auto packen. Dann essen, trinken, und wie jeden Tag unaufhaltbar miteinander über Gott, sie Welt und viel Blödsinn quatschen…
Schön war’s!!!Read more



















Sylvia KiesewetterDanke fürs Mitnehmen! 🤗
Sylvia Kiesewetter
Ein Männlein steht im Walde,…
Sylvia Kiesewetter
Aua